Koh­le­streit: Steag ver­lässt Ver­band

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON ANTJE HÖNING

Zu­gleich sa­gen Be­ra­ter Li­qui­di­täts­ein­brü­che vor­aus, Stadt­wer­ke sind be­sorgt.

ES­SEN Beim fünft­größ­ten deut­schen Strom­kon­zern Steag ru­mort es. Er hat Är­ger mit Ei­gen­tü­mern und dem Bran­chen­ver­band BDEW. Im Streit um die Koh­le­po­li­tik ver­lässt die Steag nun den Ver­band, in dem von Eon bis zum klei­nen Stadt­wer­ke vie­le Ver­sor­ger Mit­glied sind. Der Steag pas­se es nicht, dass der Ver­band sich zu­neh­mend dis­tan­ziert zur Koh­le-Ver­stro­mung äu­ßert und viel für Ökostrom-Er­zeu­ger tue, heißt es in Bran­chen­krei­sen. Der über­wie­gen­de Teil des Steag-Stroms kommt aus al­ten St­ein­koh­le-Kraft­wer­ken.

Der Steag-Spre­cher be­stä­tig­te: „Wir tre­ten zum Jah­res­en­de aus dem BDEW aus. Wir über­prü­fen kon­ti­nu­ier­lich un­se­re Mit­glied­schaf­ten. Der Grün­de für den Aus­tritt aus dem BDEW lie­gen in der Aus­rich­tung und den Schwer­punk­ten des Ver­ban­des.“Beim Ver­band gibt man sich ge­las­sen. Auf die we­nig in­no­va­ti­ve Steag ver­zich­te man ger­ne, wenn man im Ge­gen­zug zu- kunfts­fä­hi­ge Un­ter­neh­men be­kom­me, heißt es in Ber­lin. Of­fi­zi­ell er­klär­te der Ver­band: „Wir be­dau­ern die Ent­schei­dung. Trotz der schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen La­ge vie­ler Ener­gie­un­ter­neh­men konn­te der BDEW in den ver­gan­ge­nen Jah­ren neue Mit­glie­der ge­win­nen. Über 50 Neu-Mit­glie­der kom­men aus den Be­rei­chen Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en und In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gi­en.“

Zu­gleich wächst der Un­mut bei den Steag-Ei­gen­tü­mern, das sind sie­ben Stadt­wer­ke aus NRW, dar­un­ter Dort­mund, Duis­burg, Es­sen und Dins­la­ken. Laut Un­ter­neh­mens­krei­sen soll die Steag in den nächs­ten Jah­ren viel Li­qui­di­tät ver­lie­ren – in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he. Grund ist der Ver­fall der Bör­sen­strom­prei­se, vie­le Kraft­wer­ke ver- die­nen kein Geld mehr. An­de­re Ver­sor­ger bau­en be­reits mas­siv Stel­len ab. Zu­gleich kommt das Steag-Ma­nage­ment um Joa­chim Rum­stadt stra­te­gisch nicht vor­an: Bei der Über­na­me der ost­deut­schen Braun­koh­le blitz­te die Steag eben­so ab wie bei der des Müll­kon­zerns Ener­gy From Was­te. Nun wächst bei den Ei­gen­tü­mern die Sor­ge, dass die Aus­schüt­tun­gen der Steag in den nächs­ten Jah­ren nicht mehr für Zin­sen und Til­gung rei­chen. Die sie­ben Stadt­wer­ke, die ih­re An­tei­le in der Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft KSB ge­bün­delt ha­ben, ha­ben die Steag einst auf Pump von Evo­nik ge­kauft. Bricht die Aus­schüt­tung weg, droht die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft den Schul­den­dienst nicht mehr leis­ten zu kön­nen. Der Steag-Spre­cher wies das zu­rück: „Zum 31. De­zem­ber 2015 be­tru­gen die flüs­si­gen Mit­tel im Kon­zern 573 Mil­lio­nen Eu­ro. Un­se­re Mit­tel­frist­pla­nung zeigt auch für die kom­men­den Jah­re ei­ne aus­rei­chen­de und si­che­re Li­qui­di­täts­ba­sis.“

Reicht die Aus­schüt­tung

der Steag für den Schul­den­dienst der NRW-Stadt­wer­ke?

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