Preus­senElek­tra wird Atom­kon­zern

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON ANTJE HÖNING

Noch im Au­gust soll das Bun­des­ka­bi­nett den Atom-De­al be­schlie­ßen.

ES­SEN Der Eon-Kon­zern treibt sei­ne Auf­spal­tung vor­an. Ges­tern ging die Preus­senElek­tra Gm­bH an den Start, in der Eon sein deut­sches Atom­kraft-Ge­schäft ge­bün­delt hat. Das Un­ter­neh­men ist ver­ant­wort­lich für acht Mei­ler in Deutsch­land, es be­treibt et­wa Brok­dorf, Grohn­de und Isar 2 und muss den Rück­bau der Mei­ler Wür­gas­sen (NRW) und Sta­de (Nie­der­sach­sen) stem­men.

Der Na­me Preus­senElek­tra ist nicht neu: So hieß von 1927 bis 2000 ei­ner der größ­ten deut­schen Ver­sor­ger, bis er mit den Bay­ern­wer­ken zur Eon Ener­gie fu­sio­nier­te. Nun be­lebt Eon den Na­men neu. „Wir wer­den bis 2022 ei­nen Bei­trag zur kli­ma­scho­nen­den Strom­er­zeu­gung in Deutsch­land leis­ten“, sag­te Preus­senElek­tra-Chef Gui­do Knott. 2022 wird der letz­te Mei­ler in Deutsch­land ab­ge­schal­tet. Da­nach ist Preus­senElek­tra für den Rück­bau der An­la­gen zu­stän­dig. Die Zahl der der­zeit über 2000 Mit­ar­bei­ter wird sin­ken. Doch Knott ist zu­ver­sicht- lich, auch nach dem Atom­aus­stieg zu tun zu ha­ben: „Zu­künf­tig wer­den wir un­ser Know-how auch jen­seits von Deutsch­land an­bie­ten.“

Preus­senElek­tra bleibt auch nach der Um­be­nen­nung ei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Toch­ter des Es­se­ner Kon­zerns. Doch mit dem neu­en Na­men geht Eon wei­ter auf Dis­tanz zu dem strah­len­den Ge­schäft. Ei­gent­lich hat­te Eon es in die Toch­ter Uni­per ab­spal­ten wol­len, um als grü­nes Zu­kunfts­un­ter­neh­men zu star­ten. Doch die­se Plä­ne hat­te Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) mit sei­nem Nach­haf­tungs­ge­setz durch­kreuzt.

Der­weil lau­fen die Ver­hand­lun­gen der vier Atom­kon­zer­ne mit der Bun­des­re­gie­rung auf Hoch­tou­ren: Die­se wol­le noch im Au­gust ei­nen Ka­bi­netts­be­schluss her­bei­füh­ren, da­mit die Fi­nan­zie­rung des Atom­aus­stiegs bis Jah­res­en­de ge­setz­lich ge­re­gelt sei, heißt es in Ber­li­ner Krei­sen. „Man will das The­ma un­be­dingt aus dem Wahl­kampf 2017 raus­hal­ten.“Zwar wer­de die Re­gie­rung am Vor­schlag der Atom-Kom­mis­si­on fest­hal­ten, die 23 Mil­li­ar­den Eu­ro an Atom-Rück­stel­lun­gen und Ri­si­ko­prä­mi­en von den Kon­zer­nen for­dert. Doch über De­tails und die Mög­lich­keit, die Mil­li­ar­den in Ra­ten zu zah­len, auf die die an­ge­schla­ge­ne RWE AG drän­ge, las­se sie mit sich spre­chen. Eon ist be­reit, sei­ne Rück­stel­lun­gen samt Ri­si­ko­prä­mie ab­zu­ge­ben, wenn der Staat den Kon­zern oh­ne die Mög­lich­keit von Nach­for­de­run­gen aus der Haf­tung für das End­la­ger ent­lässt.

FO­TO: PE

Al­ter Na­me, neu­es Lo­go: Es soll an die Be­la­dung ei­nes Re­ak­tors er­in­nern.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.