Gut ita­lie­nisch von jun­gen Ko­so­va­ren

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON ISA­BEL KLAAS

Die Trat­to­ria Al Den­te bie­tet me­di­ter­ra­ne Spei­sen zu gu­ten Prei­sen. Das jun­ge Team ist mit viel Elan bei der Ar­beit. Ge­kocht wird ganz so­li­de.

In dem ge­müt­li­chen ita­lie­ni­schen Re­stau­rant an der Tal­stra­ße herrscht ei­ne quir­li­ge At­mo­sphä­re. Die Gäs­te plau­dern an­ge­regt mit­ein­an­der und mit dem Per­so­nal. Die em­si­gen jun­gen Män­ner, die um das Wohl der Gäs­te be­müht sind, sind Ra­ma­dan Gu­ca­ti, der 28-jäh­ri­ge In­ha­ber des Lo­kals, sein Bru­der Sa­bit Gu­ca­ti so­wie der eben­falls 28-jäh­ri­ge Koch Be­sink Der­wi­schi. Und ob­wohl die Män­ner al­le sehr ita­lie­nisch aus­se­hen, kom­men sie aus dem Ko­so­vo. „Wir ko­chen aber bes­ser als vie­le Ita­lie­ner hier in Düs­sel­dorf“, sagt Ra­ma­dan Gu­ca­ti selbst­be­wusst.

„Wir le­gen be­son­ders viel Wert auf die of­fe­ne Kü­che“, sagt der Chef, „denn wir ha­ben nichts zu ver­ber­gen.“Je­der, der will, kann der Zu­be­rei­tung sei­nes Es­sens zu­schau­en. Ge­kocht wird so­li­de, me­di­ter­ran, oh­ne gro­ße Ex­pe­ri­men­te. Das Fleisch ist per­fekt zu­be­rei­tet. Die Nu­deln kom­men frisch von ei­nem Lie­fe­ran­ten und wer­den mit ei­ner au­ßer­ge­wöhn­lich gu­ten To­ma­ten­so­ße ser­viert. Loh­nens­wert mit Mee­res­früch­ten: Das heißt reich­lich zar­tes Tin­ten­fisch­fleisch und vie­le Mu­scheln. Al­les ta­del­los, üp­pig und le­cker und als Spa­ghet­ti Frut­ti di Ma­re für 12,90 Eu­ro zu ha­ben. Die Piz­zen sind dünn und knusp­rig im Teig und gut be­legt. Mit Sar­del­len, Ka­pern und Oli­ven ist so ei­ne Piz­za ein rich­ti­ges High­light für ei­nen vor­som­mer­li­chen Abend (8,90 Eu­ro). Da­zu passt ein Glas gut ge­kühl­ter Pi­not Gri­gio für 4,50 Eu­ro. Ita­lie­ni­scher geht es kaum. Da gibt es nichts zu me­ckern.

Ein biss­chen Über­ar­bei­tung braucht al­ler­dings der war­me Vor­spei­sen­tel­ler. Ei­ne ge­grill­te Au­ber­gi­nen-Schei­be, zwei Zuc­chi­ni-Schei­den, ein Stück To­ma­te mit Moz­za­rel­la über­ba­cken und ein paar ge­schmor­te Cham­pi­gnons er­schei­nen ein biss­chen we­nig fürs Geld. Auch im Ge­schmack lei­der et­was fa­de. Das könn­te die Kü­che si­cher mit ein paar Kräu­tern und ein biss­chen Fan­ta­sie et­was pfif­fi­ger hin­krie­gen. Er­freu­lich ist das kos­ten­lo­se Brot mit Top­ping zu Be­ginn des Es­sens. Aber statt der et­was fet­ti­gen Aio­li, die zwei­fels­oh­ne im­mer wie­der schmeckt, wä­re et­was mit Kräu­ter- Quark oder Cre­me fraîche ei­ne gu­te Ab­wechs­lung.

Mit ei­nem her­vor­ra­gen­den Dres­sing wird der Ru­co­la-Sa­lat mit Par­me­san ser­viert (7,90 Eu­ro). Ein ty­pi­sches ita­lie­ni­sches Ge­richt, das im­mer sel­te­ner wird, ist die Kalbs­le­ber mit But­ter und Sal­bei. Das Re­stau­rant Al Den­te hat sie für 17,90 Eu­ro auf der Kar­te. Der Chef selbst emp­fiehlt der­zeit Ta­glie­ri­ne mit Par­me- san so­wie fri­schen wei­ßen und schwar­zen Trüf­feln in Weiß­weinSo­ße (13,90 Eu­ro). „Wir ha­ben die Kar­te be­wusst über­sicht­lich ge­hal­ten“, sagt Gu­ca­ti. Da­zu gibt es im­mer noch ei­ne Wo­chen­kar­te mit fri­schem Fisch und Fleisch. Was wä­re ein rich­ti­ges ita­lie­ni­sches Es­sen oh­ne Ti­ra­mi­su? Da­zu gibt es noch ei­ne wun­der­ba­re Mous­se au Cho­co­lat nett gar­niert mit fri­schen Früch- ten als klei­ne Des­sert-Kom­bi­na­ti­on. Genau das Rich­ti­ge für den klei­nen sü­ßen Ap­pe­tit zum Ab­schluss.

Be­son­ders mit­tags brummt es in der Trat­to­ria Al Den­te. Da gibt es von 12 bis 15 Uhr ein Drei-Gän­geMe­nü in­klu­si­ve Kaf­fee für 9,90 Eu­ro. An­sons­ten star­tet die Mit­tags­kar­te ab 4,90 Eu­ro.

13 Jah­re lang hat Ra­ma­dan Gu­ca­ti als An­ge­stell­ter in ita­lie­ni­schen Res- tau­rants ge­ar­bei­tet, ehe er sich an der Tal­stra­ße in der Fried­rich­stadt sei­nen Le­benstraum er­füllt hat: ein ei­ge­nes Lo­kal. Nicht zu groß und nicht zu klein mit der Mög­lich­keit, drau­ßen zu sit­zen. Im In­ne­ren gibt es 38 Ti­sche. Für sein Lo­kal nimmt Ra­ma­dan Gu­ca­ti ger­ne ei­nen 15St­un­den-Tag in Kauf. Er und sei­ne An­ge­stell­ten sind mit Elan seit März bei der Ar­beit.

RP-FO­TO: A. ENDERMANN

Ra­ma­dan Gu­ca­ti ist der jun­ge In­ha­ber im Al Den­te. In der of­fe­nen Kü­che hat sein Bru­der Sa­bit das Sa­gen.

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