Ka­len­der­blatt 2. Ju­li 1963

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: DPA

Der Ély­sée-Ver­trag wur­de zu ei­ner Zeit ge­schlos­sen, als die Ein­heit Eu­ro­pas in fer­ner Zu­kunft lag. Die Staats­chefs Frank­reichs und Deutsch­lands, Charles de Gaul­le und Kon­rad Ade­nau­er (Fo­to), woll­ten 18 Jah­re nach dem En­de des Zwei­ten Welt­kriegs nicht nur ein Bünd­nis schlie­ßen, das im Kriegs­fall grei­fen wür­de, und es soll­te auch nicht al­lein die wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit im Vor­der­grund ste­hen. Im Ély­sée-Ver­trag ging es um Freund­schaft. Des­halb stand ne­ben den Be­stim­mun­gen zu ei­ner auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Au­ßen­po­li­tik und der Ver­ein­ba­rung zur Zu­sam­men­ar­beit in Ver­tei­di­gungs­fra­gen die ge­mein­sa­me Er­zie­hungs- und Bil­dungs­ar­beit ganz oben auf der Agen­da. In bei­den Län­dern soll­ten mehr Schü­ler die Spra­che der Nach­barn ler­nen. Schule und Uni­ver­si­tät soll­ten ver­gleich­ba­rer ge­macht wer­den, da­mit Aus­tausch­pro­gram­me und Schul­wech­sel rei­bungs­los funk­tio­nie­ren konn­ten. Jun­ge Men­schen, ob Gym­na­si­as­ten oder Aus­zu­bil­den­de, soll­ten dar­in be­stärkt wer­den, ei­ne Zeit im je­weils an­de­ren Land zu ver­brin­gen. Auf die­se Wei­se, so hoff­ten die Initia­to­ren des Ver­trags, der am 2. Ju­li 1963 in Kraft trat, soll­ten die Ver­bin­dun­gen in der Be­völ­ke­rung stark wer­den. Ganz rei­bungs­los war die Zu­sam­men­ar­beit bei­der Staa­ten in den ver­gan­ge­nen 53 Jah­ren nicht – und doch ist die deutsch-fran­zö­si­sche Freund­schaft ein Bei­spiel für die Aus­söh­nung ehe­ma­li­ger Kriegs­geg­ner ge­wor­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.