Die Ehe­frau und der ver­schwun­de­ne Wein

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Ku­rio­se Sze­nen ei­ner Ehe beim Aus­zug der Frau ha­ben das Land­ge­richt be­schäf­tigt. In ei­nem Zi­vil­pro­zess klagt ein Um­zugs­un­ter­neh­mer ge­gen die 39-jäh­ri­ge ExFrau ei­nes Renn­fah­rers, weil sie die Trans­port­rech­nung von 9000 Eu­ro nicht be­zahlt hat. Die Kun­din gibt aber an, et­li­che Fla­schen wert­vol­len Weins sei­en auf dem Weg von Ös­ter­reich nach Meer­busch ver­schwun­den, auch ha­be die Fir­ma Spie­gel­schrän­ke und ein Si­de­board ste­hen­las­sen. Als Zeu­ge lie­fer­te ein Team­lei­ter (43) der Mö­bel­s­pe­di­ti­on ges­tern mit deut­li­chen Wor­ten aber ei­ne ganz an­de­re Ver­si­on.

Un­har­mo­nisch und im Eil­ga­lopp soll der Aus­zug der Frau aus dem ehe­li­chen An­we­sen ver­lau­fen sein. Die Kun­din ha­be, so der Zeu­ge, ei­nen Lkw samt An­hän­ger be­stellt, aber die dor­ti­ge Vil­la „war wie ein klei­nes Mö­bel­haus“. Um al­le Sa­chen der aus­zie­hen­den Ehe­frau mit­zu­neh­men, wä­ren „vier oder fünf Fahr­ten nö­tig ge­we­sen“. So sei der Stau­raum von Lkw und Hän­ger zwar best­mög­lich ge­nutzt, aber Spie­gel­schrän­ke zu­rück­ge­las­sen wor­den. Auch ein Si­de­board, fünf bis sechs Me­ter lang, sei „un­mög­lich in ei­nem Stück zu trans­por­tie­ren“ge­we­sen. Zu­dem ha­be die Haus­her­rin ver­langt, ein kom­plet­tes Fit­ness-Stu­dio ab­zu­bau­en. Auch beim Wein ha­be sie kla­re Ide­en ge­habt: „Ich soll­te nur die teu­ers­ten ein­pa­cken“, so der Zeu­ge. „Aber ich bin Köl­ner, hab‘ noch nie ei­ne Fla­sche Wein ge­trun­ken!“Al­so ha­be die Kun­din ge­sagt: „Pack‘ ein­fach von je­der Sor­te fünf Fla­schen ein.“Zu­sätz­lich ha­be sie in der Tief­ga­ra­ge des 2000 bis 3000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Hau­ses („Ich ma­che seit 24 Jah­ren Um­zü­ge, aber so vie­le Zim­mer­tü­ren ha­be ich noch nie ge­se­hen“, so der Zeu­ge) un­ter Sperr­müll und ei­ner De­cke noch ei­ne spe­zi­el­le Kost­bar­keit ge­la­gert. Et­li­che Fla­schen „Cha­teau Mou­ton Roth­schild An­dy War­hol Li­mi­ted Edi­ti­on“ha­be sie dort nach ei­ge­nen Wor­ten vorm Haus­herrn „ver­steckt. Das darf er nicht wis­sen, sonst kriegt er ei­nen An­fall“, ha­be sie dem Um­zugs­lei­ter ver­ra­ten. Al­so ha­be man auch je­ne Fla­schen ein­ge­packt und in Meer­busch ab­ge­lie­fert – „wie sie es ha­ben woll­te“. Dass die Kun­din, die sich auch ges­tern nicht bli­cken ließ, son­dern von ih­rem An­walt ent­schul­digt wur­de, dann aber die Trans­port­rech­nung nicht zahl­te, son­dern noch an­gab, da sei „et­was weg­ge­kom­men“, nann­te der Um­zugs-Lei­ter „ei­ne Frech­heit“. Der Pro­zess um die Um­zugs­kos­ten geht wei­ter.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.