Haus­be­such von Sam­my und Gi­sy

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

Hun­de sor­gen im Ger­ri­cus­stift für mehr Le­bens­freu­de bei De­menz­er­krank­ten.

GERRESHEIM (jan) Al­ten­pfle­ge­rin Hei­ke Mai­gat­ter be­ob­ach­tet ge­spannt, wie ihr Hund Sam­my sich ei­ner Frau in ih­rem Roll­stuhl nä­hert. Die 71-Jäh­ri­ge im Ger­ri­cus­stift hat ei­ne al­ters­be­ding­te De­menz. Aus die­sem Grund lebt sie in dem Ger­res­hei­mer Pfle­ge- und Al­ten­heim. Als sie den drei­ein­halb­jäh­ri­gen Ha­va­ne­ser-Rü­den sieht, hellt sich ih­re Mie­ne so­fort auf. „Der Hund hat ein so schö­nes Fell“, sagt sie und strei­chelt lä­chelnd das Tier.

Drei­mal in der Wo­che be­su­chen Sam­my und die vier­jäh­ri­ge Shi­hTzu-Mal­te­ser-Hün­din Gi­sy die Se­nio­ren, um den Be­woh­nern ein biss­chen Ab­wechs­lung vom All­tag zu bie­ten. „Wir be­trach­ten sie als Mit­ar­bei­ter“, sagt Pfle­ge­dienst­lei­te- rin Pe­tra Rei­nertz schmun­zelnd. Auf den ers­ten Blick re­agie­ren die zwölf Frau­en und Män­ner zwar zu­rück­hal­tend, doch ih­re Au­gen ver­ra­ten es: Sie freu­en sich über den Be­such der bei­den Vier­bei­ner, die stän­dig in Be­we­gung sind. Die bei­den Tie­re ha­ben kei­ne Be­rüh­rungs­ängs­te, las­sen sich strei­cheln und sprin­gen auf den Schoß der Be­woh­ner. „Wir ha­ben ge­merkt, dass sich die Stim­mung der Men­schen ver­bes­sert, mehr Le­ben sicht­bar wird, wenn wir die Hun­de mit­brin­gen“, sagt Rei­nertz. „Es ist wun­der­bar zu hö­ren, wenn De­menz­kran­ke so­gar nach Ta­gen noch den Na­men der Hun­de wis­sen. Wenn die Hun­de da sind, fan­gen die Be­woh­ner an zu spre­chen. Je­der hat et­was dar­über zu er­zäh­len, mit wel­chen Hun­den er es frü­her zu tun hat­te“, sagt sie. „Wir ha­ben auch be­ob­ach­tet, dass un­se­re Be­woh­ner, die mit dem Rol­la­tor un­ter­wegs sind, plötz­lich sehr be­weg­lich sind, wenn die Hun­de in der Nä­he sind.“

Leb­haft wird auch Ur­su­la Jet­sch­mann. Sie sitzt zu­nächst war­tend in ih­rem Roll­stuhl, sagt und macht nichts. Als Gi­sy aber zu ihr hoch­springt, strei­chelt sie sie und sagt: „Ich hat­te zwei Hun­de. Das ist aber schon et­was her.“

RP-FO­TO: H.-J. BAU­ER

Ur­su­la Jet­sch­mann mit den Hun­den Gi­sy (r.) und Sam­my.

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