„Der Ge­sund­heits­sek­tor ist der Markt der Zu­kunft“

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - EHEWÜNSCHE&BEKANNTSCHAFTEN - VON ANTONIA KASPAREK

Die Pro­gno­sen für die Ge­sund­heits­bran­che sind seit Jah­ren po­si­tiv. Ver­schie­de­ne ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen brin­gen aber auch be­son­de­re Her­aus­for­de­run­gen für die Bran­che mit sich. Wer hier be­ruf­lich er­folg­reich sein möch­te, soll­te über spe­zi­fi­sches Fach­wis­sen ver­fü­gen.

Im Ok­to­ber star­tet die Düs­sel­dor­fer IST-Hoch­schu­le für Ma­nage­ment erst­mals den Mas­ter-Stu­di­en­gang „Prä­ven­ti­on, Sport­the­ra­pie und Ge­sund­heits­ma­nage­ment“. Kon­zi­piert als Fern­stu­di­um mit Stu­di­en­hef­ten, On­line-Vor­le­sun­gen und -Tu­to­ri­en so­wie er­gän­zen­den Prä­senz­pha­sen kann das Stu­di­um in Voll­zeit (vier Se­mes­ter), Teil­zeit (sechs Se­mes­ter) oder du­al (fünf Se­mes­ter) ab­sol­viert wer­den. Was zeich­net den neu­en Mas­ter-Stu­di­en­gang der IST-Hoch­schu­le aus? Kars­ten Wit­te: Vor al­lem sei­ne Fle­xi­bi­li­tät und sein ho­her Pra­xis­be­zug. Ein gro­ßer Vor­teil für die Stu­den­ten ist zu­dem, dass die­ser Mas­ter-Ab­schluss Qua­li­fi­ka­tio­nen be­inhal­tet, die zur Abrech­nung mit Leis­tungs­trä­gern be­rech­ti­gen, al­so zum Bei­spiel Kran­ken­kas­sen. Den Stu­den­ten ste­hen hier viel­fäl­ti­ge Li­zen­zen und Zer­ti­fi­ka­te aus den Be­rei­chen Prä­ven­ti­on und Re­ha­bi­li­ta­ti­on zur Wahl. So kön­nen sie ih­re in­di­vi­du­el­len Wunsch-Stu­di­en­schwer­punk­te set­zen. Wel­che In­hal­te wer­den ver­mit­telt? Wit­te: Der Stu­di­en­gang ist in­ter­dis­zi­pli­när an­ge­legt, es wer­den so­wohl wirt­schafts- als auch ge­sund­heits­wis­sen­schaft­li­che The­men be­han­delt. Ne­ben In­hal­ten aus dem Be­reich des Ge­ne­ral Ma­nage­ments, wie „Le­a­dership Skills“oder „Mar­ke­ting & Sa­les“, liegt der Schwer­punkt die­ses Mas­ter-Stu­di­en­gangs auf ge­sund­heits­spe­zi­fi­schen Spe­zia­li­sie­rungs­fä­chern. In­hal­te sind da­bei zum Bei­spiel „Ge­sund­heits­för­de­rung und Prä­ven­ti­on“, „Ma­nage­ment im Ge­sund­heits­we­sen“, „Grund­la­gen der Be­we­gungs­the­ra­pie“, „Ver­sor­gungs­ma­nage­ment“oder „Qua­li­täts­ma­nage­ment“. Wel­che be­ruf­li­chen Per­spek­ti­ven ha­be ich nach Ab­schluss des Stu­di­ums? Wit­te: Die po­ten­zi­el­len Auf­ga­ben­fel­der im Ge­sund­heits­be- reich sind sehr viel­fäl­tig. Es kön­nen zum Bei­spiel füh­ren­de Po­si­tio­nen in Fit­ness- und Ge­sund­heits­zen­tren oder me­di­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen wie Re­ha­kli­ni­ken be­legt wer­den, aber auch in Ver­ei­nen und Ver­bän­den so­wie bei Kran­ken­kas­sen oder Be­rufs­ge­nos­sen­schaf­ten. Wie se­hen Sie die Zu­kunfts­aus­sich­ten für die Ge­sund­heits­bran­che? Wit­te: Die Ge­sund­heits­wirt­schaft ist mei­ner Mei­nung nach der Markt der Zu­kunft. Sie wächst ste­tig und lie­fert kon­ti­nu­ier­lich wich­ti­ge Im­pul­se für Wachs­tum und Be­schäf­ti­gung in Deutsch­land. 2014 lag ihr An­teil am Brut­to­in­lands­pro­dukt bei elf Pro­zent. Selbst in den Kri­sen­jah­ren 2008/2009 hat die Bran­che Zu­wäch­se er­zielt. Die Ge­sund­heits­bran­che stellt über sechs Mil­lio­nen Ar­beits­plät­ze und ver­zeich­net laut ge­sund­heits­wirt­schaft­li­cher Ge­samt­rech­nung stets ein hö­he­res Wachs­tum als der ge­samt­deut­sche Ar­beits­markt. Dies wird sich auch in Zu­kunft nicht än­dern, da sich zum ei­nen der de­mo­gra­fi­sche Wan­del der Be­völ­ke­rung und zum an­de­ren die Arz­nei­mit­tel- und Me­di­zin­tech­nik-In­dus­trie stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln wer­den. Wel­che Ent­wick­lun­gen er­war­ten Sie in den nächs­ten Jah­ren? Wit­te: Die Men­schen wer­den im­mer äl­ter, Krank­hei­ten im­mer kom­ple­xer. Dies geht ein­her mit ei­ner im­mer auf­wen­di­ge­ren und in­di­vi­du­el­le­ren Be­treu­ung des Ein­zel­nen. Hin­zu kommt, dass ei­ni­ge Be­rei­che erst am An­fang ih­rer Pro­fes­sio­na­li­sie­rung ste­hen und wei­ter aus­ge­ar­bei­tet wer­den müs­sen, wie die Be­hand­lung von Pa­ti­en­ten mit De­menz­er­kran­kung. Es gibt vie­le span­nen­de Be­rei­che mit mög­li­chen Ve­rän­de­run­gen, die man im Blick ha­ben soll­te, an­ge­fan­gen von der Fi­nan­zie­rung des Ge­sund­heits­mark­tes über die sek­to­ra­le Ver­net­zung der An­bie­ter am Markt bis hin zur Ent­wick­lung des zwei­glied­ri­gen Kran­ken­ver­si­che­rungs­sys­tems. Be­son­ders in­ter­es­sant wird in der Zu­kunft sein, wie sich der di­gi­ta­le Ge­sund­heits­markt wei­ter ent­wi­ckeln wird – Stich­wort Ge­sund­heits-Apps oder We­ara­bles. Auch wie die Be­hand­lung ver­schie­de­ner kom­ple­xer Krank­hei­ten, et­wa der chro­ni­sche Rü­cken­schmerz, zu­künf­tig fi­nan­ziert wer­den kön­nen, ist ein The­ma. Bei letz­te­rem wer­den ins­be­son­de­re Di­sea­seMa­nage­ment-Pro­gram­me (DMP) – al­so zen­tral or­ga­ni­sier­te Be­hand­lungs­pro­gram­me für chro­nisch kran­ke Men­schen – wie aber auch in­te­grier­te Ver­sor­gungs­pro­gram­me ei­ne gro­ße Rol­le spie­len. Das klingt tat­säch­lich nach vie­len Be­tä­ti­gungs­fel­dern, die ei­ne spe­zi­fi­sche Aus­bil­dung nö­tig ma­chen... Wit­te: Ja. Der neue Mas­ter-Stu­di­en­gang be­rei­tet die Teil­neh­mer ge­zielt dar­auf vor, sich pro­fes­sio­nell in den un­ter­schied­lichs­ten Be­rei­chen der Ge­sund­heits­bran­che zu en­ga­gie­ren und als Ex­per­te Füh­rungs­po­si­tio­nen zu über­neh­men.

www.ist-hoch­schu­le.de

FO­TO: IST-HOCH­SCHU­LE

Dr. Kars­ten Wit­te ist seit Ok­to­ber 2013 an der IST-Hoch­schu­le für Ma­nage­ment mit dem Schwer­punkt Ge­sund­heits­ma­nage­ment be­traut.

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