Auch oh­ne Stars er­folg­reich

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FUßBALL-EM 2016 -

Un­glaub­lich, was sich in den Vier­tel­fi­nal-Be­geg­nun­gen bei der EM wie­der ab­spiel­te. Glück­wunsch an die deut­sche Mann­schaft zum Ein­zug ins Halb­fi­na­le. Das Spiel war nicht un­be­dingt ihr bes­tes. Al­ler­dings hat die DFB-Elf über die ge­sam­te Zeit das Ge­sche­hen do­mi­niert. Die Ita­lie­ner konn­ten sich, wenn über­haupt, nur über Stan­dards ins Spiel zu­rück­kämp­fen. So ist es dann auch ge­kom­men. Am En­de aber hat­ten die Spie­ler von Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw im Elf­me­ter­schie­ßen auch das Glück – und Tor­hü­ter Ma­nu­el Neu­er, auf den sie sich ein­mal mehr ver­las­sen konn­ten.

Al­ler­dings wird die­se EM auch wei­ter­hin von Über­ra­schun­gen ge­prägt. Ich glau­be, nie­mand hat vor Tur­nier­be­ginn da­mit ge­rech­net, dass es ei­ne Mann­schaft wie Wa­les bis ins Halb­fi­na­le schafft. Für mich ist die­se Ge­schich­te ein we­nig ver­gleich­bar mit den Nor­we­gern bei un­se­rer EM im Ja­nu­ar.

Sie hat­te da­mals auch nie­mand auf der Rech­nung. Plötz­lich stan­den sie nach un­er­war­te­ten Sie­gen ge­gen Kroa­ti­en und Po­len im Halb­fi­na­le. Und dort brach­ten sie uns an den Rand ei­ner Nie­der­la­ge. Wir sieg­ten in der Ver­län­ge­rung durch ein Tor Se­kun­den vor Schluss. Dies zeigt, dass bei sol­chen Tur­nie­ren es mög­lich ist, sich als Mann­schaft oh­ne so­ge­nann­te Top­stars (bis auf Ga­reth Ba­le bei Wa­les) in Sze­ne zu set­zen.

Im­mer häu­fi­ger pas­siert es da­bei, dass Spie­ler, die vor­her nicht zwin­gend in der Öf­fent­lich­keit stan­den, auf sich auf­merk­sam ma­chen und in den Fo­kus rü­cken. Ich den­ke, im Fuss­ball ist es im Ver­gleich zum Hand­ball noch et­was leich­ter, für Über­ra­schun­gen zu sor­gen. In mei­ner Sport­art kön­nen schon mal zwei oder drei Top­spie­ler in­ner­halb kür­zes­ter Zeit ein Spiel noch dre­hen – das ist mit dem gro­ßen Ball sehr viel schwie­ri­ger.

Wer es so weit bei ei­ner EM ge­schafft hat, der wird nicht mehr un­ter­schätzt. Wir ha­ben bei der EM nach dem K.o.-Spiel ge­gen Dä­ne­mark ge­merkt, dass wir tat­säch­lich et­was ganz Gro­ßes er­rei­chen konn­ten. Und bei der Fuß­ball-EM ha­ben wir ja auch er­lebt, was mit Te­am­geist und Wil­le mög­lich ist. Dass die­se Tu­gen­den aber auch ih­re Gren­zen ha­ben, er­leb­ten nun die Is­län­der, die uns so viel Freu­de be­rei­tet hat­ten. Ju­li­us Kühn (23), in Duis­burg ge­bo­ren, wur­de bei der Hand­ball-EM im Ja­nu­ar nach­no­mi­niert und trumpf­te in den drei letz­ten Spie­len auf dem Weg zum Ti­tel groß auf. Der Rück­raum­spie­ler steht beim VfL Gum­mers­bach un­ter Ver­trag.

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