Neu­er Är­ger bei Mer­ce­des

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

For­mel 1: Ha­mil­ton ge­winnt in Spielberg nach Crash mit Te­am­ri­va­le Ros­berg.

SPIELBERG (sid) Le­wis Ha­mil­ton ließ das Pfeif­kon­zert der Fans bei der Sie­ger­eh­rung kalt, Te­am­ri­va­le Ni­co Ros­berg rang nach Wor­ten. Nach dem Ös­ter­reich-Grand-Prix gab es bei Mer­ce­des kei­nen ech­ten Ge­win­ner, aber ei­nen Schul­di­gen. Als die spek­ta­ku­lä­re Sze­ne in der letz­ten Run­de in Spielberg wie­der und wie­der in Zeit­lu­pe ab­lief, wa­ren sich die Ex­per­ten schnell ei­nig: Ros­berg hät­te zu­rück­zie­hen müs­sen. Das sa­hen auch die Renn­kom­mis­sa­re so. Drei­ein­halb St­un­den nach Ren­nen­de be­leg­te sie den Deut­schen mit ei­ner Zehn-Se­kun­den-Stra­fe – Ros­berg blieb aber Vier­ter hin­ter Max Ver­stap­pen und Ki­mi Räik­kö­nen. Ver­warnt wur­de er, weil er mit sei­nem be­schä­dig­ten Au­to wei­ter­ge­fah­ren war.

In Füh­rung lie­gend, woll­te Ros­berg sei­nen drit­ten Spielberg-Sieg ret­ten – kalt­blü­tig und oh­ne Rück­sicht auf Ver­lus­te, ganz so, wie man es sonst nur von Ha­mil­ton kennt. Die Au­tos be­rühr­ten sich, Ros­berg fiel zu­rück, Ha­mil­ton ge­wann. „Des­halb bin ich hier, das ist mein Job“, sag­te der En­g­län­der nach sei­nem 46. Sieg. Ros­berg war sich kei- ner Schuld be­wusst. „Ich war auf der In­nen­bahn und des­halb echt über­rascht, dass Le­wis da ein­lenkt“, sag­te er am Sky-Mi­kro­fon. Mit be­schä­dig­tem Au­to schlepp­te er sich ge­ra­de noch über die Zi­el­li­nie.

Ha­mil­ton wusch sei­ne Hän­de in Un­schuld. „Ich war au­ßen, ich ha­be nicht ge­crasht“, sag­te der Welt­meis­ter. Vor sie­ben Wo­chen in Bar­ce­lo­na

To­to Wolff hat­te er Ros­berg ab­ge­schos­sen. Da­mals schie­den bei­de Fah­rer aus. „Ich brauch­te die Punk­te, al­so ha­be ich an­ge­grif­fen. Das ist Ra­c­ing“, sag­te der 31-Jäh­ri­ge. Nach neun der 21. Ren­nen hat er nur noch neun Punk­te Rück­stand auf Ros­berg. Sau­er war die Team­füh­rung, auch wenn mög­li­che Kon­se­quen­zen nicht mit ei­ner Stim­me an­ge­kün­digt wur­den. „So geht es nicht mehr“, sag­te Mo­tor­sport­chef To­to Wolff: „Vi­el­leicht muss man un­po­pu­lä­re Ent­sch­ei- dun­gen tref­fen und sie nicht mehr frei fah­ren las­sen.“Team-Auf­sichts­rat Ni­ki Lau­da hielt da­ge­gen: „So weit kommt es noch, dass un­se­re Fah­rer nicht mehr frei fah­ren dür­fen.“Trotz des ach­ten Sai­son­sie­ges droht der Te­am­che­mie ei­ne Zer­reiß­pro­be. „Es fällt mir schwer nach­zu­voll­zie­hen, was da in den Köp­fen vor­geht. Bei­de hat­ten kei­ne Brem­sen mehr, aber das konn­ten wir ih­nen ja nicht sa­gen“, er­klär­te Wolff, der nach dem Crash mit der Faust auf sein Re­gie­pult schlug.

Ei­nen Tag zum Ver­ges­sen er­leb­te auch Se­bas­ti­an Vet­tel, der sich von Start­platz neun nach vor­ne ge­kämpft hat­te. An sei­nem 29. Ge­burts­tag zer­platz­te der Traum vom ers­ten Sai­son­sieg mit dem rech­ten Hin­ter­rei­fen sei­nes Fer­ra­ri. Ni­co Hül­ken­berg (Em­me­rich), sen­sa­tio­nell von Po­si­ti­on zwei ge­star­tet, ver­lor im Force In­dia Platz um Platz und kam nach ei­ner zu­sätz­li­chen Stra­fe we­gen Tem­po­über­schrei­tung in der Bo­xen­gas­se nur auf Rang 19. Grund zur Freu­de hat­te Pas­cal Wehr­lein (21), der im Ma­nor-Mer­ce­des als Zehn­ter den ers­ten WMPunkt für sein Team ein­fuhr.

„Wenn sie es nicht ver­ste­hen, müs­sen wir

für sie ent­schei­den“

Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef

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