Djo­ko­vics Se­rie reißt in Wim­ble­don

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

Ten­nis: Der Welt­rang­lis­ten-Ers­te schei­det schon in der drit­ten Run­de aus.

LONDON (sid) Es war die Über­ra­schung die­ses Wim­ble­don-Tur­niers, für die Zei­tung „Te­le­graph“so­gar ein Erd­be­ben im Lon­do­ner Ra­sen­mek­ka SW19. „Zum Glück ha­be ich ei­ne Fa­mi­lie und ein Le­ben ne­ben dem Ten­nis. Es gibt vie­le Din­ge, auf die ich mich freue“, sag­te No­vak Djo­ko­vic nach dem ab­rup­ten En­de sei­ner gro­ßen Grand-SlamSe­rie. Vor­freu­de stand dem Welt­rang­lis­ten-Ers­ten da­bei na­tür­lich nicht ins Ge­sicht ge­schrie­ben. Da­ge­gen hat­ten sich nach der Vier­sat­zNie­der­la­ge in der drit­ten Run­de ge­gen Sam Qu­er­rey (USA) Ent­täu­schung und Mü­dig­keit ein­ge­brannt.

Seit den French Open 2009 hat­te der von Bo­ris Be­cker trai­nier­te Ser­be bei ei­nem Grand-Slam-Tur­nier nicht mehr der­art früh ver­lo­ren, bei den letz­ten vier räum­te er die Ti­tel ab, blieb in 30 Spie­len un­be­siegt. Und als er An­fang Ju­ni erst­mals in Pa­ris ge­wann, sprach die Ten­nis­welt schon vom „Gol­den Slam“, dem Tri­umph bei al­len vier Ma­jor-Tur­nie­ren in ei­nem Ka­len­der­jahr, gar­niert mit Olym­pia-Gold in Rio de Janei­ro. Dies schaff­te bis­lang nur die Brüh­le­rin St­ef­fi Graf im Jahr 1988.

Die Last, Ge­schich­te schrei­ben zu kön­nen, ha­be je­doch kei­ne gro­ße Rol­le ge­spielt, sag­te Djo­ko­vic. Al­ler­dings war auch Se­re­na Wil­li­ams im ver­gan­ge­nen Jahr bei den US Open in New York nur zwei Mat­ches vor dem gro­ßen Ziel am Druck ge­schei­tert. Sie hat­te ge­gen Au­ßen­sei­te­rin Ro­ber­ta Vin­ci ver­lo­ren. Auch Djo­ko­vic un­ter­lag nicht Ro­ger Fe­de­rer, An­dy Mur­ray oder ei­nem an­de­ren der Mit­fa­vo­ri­ten, er ver­lor ge­gen die Num­mer 41 der Welt­rang­lis­te mit 6:7 (6:8), 1:6, 6:3, 6:7 (5:7). Ja, er sei nicht zu 100 Pro­zent fit ge­we­sen, sag­te Djo­ko­vic, und ja, er hät­te auch lie­ber auf dem über­dach­ten Cent­re Court ge­spielt, als dem Re­gen­wirr- warr auf Platz 1 aus­ge­lie­fert zu sein. Als Aus­re­den woll­te er dies je­doch nicht gel­ten las­sen: „Das war für uns bei­de gleich.“

In der Schweiz und in Groß­bri­tan­ni­en froh­lock­te un­ter­des­sen die Pres­se, denn stets stand Djo­ko­vic in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit ei­nem der hei­mi­schen Hel­den im Weg. Der Schot­te Mur­ray ver­lor die End­spie­le in die­sem Jahr in Melbourne und Pa­ris, Eid­ge­nos­se Fe­de­rer un­ter­lag 2015 in Wim­ble­don und New York.

Nicht mehr da­bei ist Alex­an­der Zverev (19). Der Ham­bur­ger ver­lor in der drit­ten Run­de ge­gen den Tsche­chen To­mas Ber­dych in vier Sät­zen. Von den fünf deut­schen Spie­le­rin­nen, die den Sprung un­ter die letz­ten 32 schaff­ten, ist nur noch An­ge­li­que Ker­ber da­bei. Die Kie­le­rin schal­te­te ih­re Lands­frau Carina Witt­höft aus und trifft heu­te im Ach­tel­fi­na­le auf die Ja­pa­ne­rin Mi­sa­ki Doi. Erst­mals in Wim­ble­don auf dem Cent­re Court spiel­te An­ni­ka Beck. „Das war ei­ne Lehr­stun­de, die mir ge­zeigt hat, wo das Li­mit im Da­men­ten­nis ist“, sag­te die Bon­ne­rin nach dem 3:6, 0:6 ge­gen die Welt­rang­lis­ten-Ers­te Se­re­na Wil­li­ams.

FOTO: RTR

Was soll ich ma­chen? No­vak Djo­ko­vic im Match ge­gen Sam Qu­er­ry.

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