Mack-Ste­len auf Rei­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR -

lich sei­ner Ein­zel­aus­stel­lung im Mu­se­um für Is­la­mi­sche Kunst im Ber­li­ner Per­ga­mon-Mu­se­um auf dem Vor­platz auf­ge­baut wer­den. Noch viel frü­her, näm­lich in den 1970er Jah­ren, ent­warf Mack schon mit Gold über­zo­ge­ne Ste­len, die er in der Wüs­te plat­zier­te. Die Wüs­te war ein Ak­ti­ons­ort des Künst­lers, der ihn be­rühmt mach­te und der als ein un­ver­gleich­li­ches La­bor für sei­ne künst­le­ri­schen Ver­su­che mit Licht und Be­we­gung im ele­men­ta­ren Raum dien­te.

„Die Ste­len in der Wüs­te“, sagt der Künst­ler, „blei­ben ei­ne letz­te For­mu­lie­rung des Men­schen, der auf­recht – mit Wür­de – im gren­zen­lo­sen Raum steht.“Sol­che Skulp­tu­ren wie die von Mack ver­bin­den Kunst­ge­schich­te über die Jahr­tau­sen­de, weil sie die schon in ur­al­ten Tem­pel­stät­ten und Gr­ab­mä­lern ein­ge­setz­ten Säu­len auf­grei­fen.

Erst­ma­lig wur­de das goldum­man­tel­te Ste­len­feld im Ju­ni 2014 in Ve­ne­dig auf der In­sel San Gior­gio Mag­gio­re ge­zeigt, an ei­nem Ort, an dem Ori­ent und Ok­zi­dent auf­ein­an­der­tref­fen und an dem sich das vi­el­leicht ge­heim­nis­volls­te Licht des Abend­lan­des all­abend­lich über die La­gu­ne legt. Dort be­gann die Rei­se von „The Sky over Ni­ne Co­lumns“, die zu­nächst an den Bo­spo­rus nach Istanbul und nun nach Va­len­cia führ­te. In Zu­kunft sind wei­te­re Or­te ge­plant wie das aus­tra­li­sche Syd­ney oder auch Sankt Mo­ritz.

Heinz Mack, der ge­bür­tig im hes­si­schen Lol­lar und seit sei­ner Ju­gend dem Rhein­land ver­bun­den ist, ist ein Kos­mo­po­lit. Schon jung agier­te er, oh­ne Gren­zen zu be­ach­ten. In­ter­na­tio­na­le Künst­ler ka­men En­de der 1960er Jah­re zu­sam­men, es herrsch­te Kal­ter Krieg. Die in Düsseldorf be­hei­ma­te­te Künst­ler­grup­pe Ze­ro woll­te all das Bö­se, was der Zwei­te Welt­krieg an­ge­rich­tet hat­te, über­win­den, die Bil­der des Schre­ckens und Grau­ens hin­ter sich brin­gen. Ze­ro war ein Neu­be­ginn, Ze­ro rief die St­un­de Null aus. Die Kunst ver­än­der­te sich ra­di­kal.

Ot­to Pi­ne (ge­stor­ben 1985 ) mal­te mit dem Feu­er, Gün­ther Ue­cker, mach­te mit ge­na­gel­ten Re­liefs von sich re­den, und Mack zog aus, nicht nur sei­nen Ra­di­us der Agi­ta­ti­on in den un­end­li­chen Raum zu er­wei­tern, son­dern um der Kunst­welt neue Ein­sich­ten und Weit­bli­cke zu schen­ken. Sei­ne Skulp­tu­ren, Ras­ter­bil­der und Ro­to­ren je­ner Zeit sind bis heu­te ein­ma­lig und aus­sa­ge­kräf­tig. Da­zu kommt die Ma­le­rei.

In Va­len­cia sag­te Mack: „Mei­ne Skulp­tur ist ein In­stru­ment des Lichts“– und dass man an­ge­sichts des Gol­des die Erd­an­zie­hung ver­ges­se. „Mei­ne Säu­len ver­bin­den die Er­de mit dem Him­mel“. Da­her ver­lieh er sei­ner Skulp­tur den Ti­tel.

FOTO: ALFONSO CALZA

„The Sky over Ni­ne Co­lumns“von Heinz Mack: Die neun mit gol­de­nen Mo­sa­ik­stein­chen über­zo­ge­nen Säu­len sind fast acht Me­ter hoch. Bis No­vem­ber steh­len sie der Ar­chi­tek­tur von San­tia­go Ca­lat­ra­va in Va­len­cia die Schau.

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