Ka­len­der­blatt 4. Ju­li 1776

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG -

Als „In­de­pen­dence Day“(Un­ab­hän­gig­keits­tag) ist der 4. Ju­li bis heu­te der wich­tigs­te Na­tio­nal­fei­er­tag in den USA. Am 4. Ju­li 1776 ver­öf­fent­lich­te der Kon­ti­nen­tal­kon­gress die Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung. In den Jah­ren zu­vor hat­te sich der Kon­flikt zwi­schen den Ko­lo­ni­en und ih­rem Mut­ter­land Groß­bri­tan­ni­en ver­schärft. Im Kern ging es dar­um, ob Groß­bri­tan­ni­en das Recht hät­te, in Ame­ri­ka Steu­ern zu er­he­ben – ob­wohl kei­ne Ame­ri­ka­ner im bri­ti­schen Par­la­ment ver­tre­ten wa­ren. Der Schlacht­ruf „No Ta­xa­ti­on Wi­thout Re­pre­sen­ta­ti­on“mach­te die Run­de. Die Bri­ten re­agier­ten mit Re­pres­sio­nen und neu­en Steu­ern. Es kam zur Bos­ton Tea Par­ty und schließ­lich, ab 1775, zum Aus­bruch des Se­zes­si­ons­kriegs. Als Haupt­ver­fas­ser der Un­ab­hän­gig­keits­er­klä­rung gilt Tho­mas Jef­fer­son (Foto). „Wir hal­ten die­se Wahr­hei­ten für aus­ge­macht, dass al­le Men­schen gleich er­schaf­fen wor­den, dass sie von ih­rem Schöp­fer mit ge­wis­sen un­ver­äu­ßer­li­chen Rech­ten be­gabt wor­den, wor­un­ter sind Le­ben, Frei­heit und das Be­stre­ben nach Glück“, schrieb Jef­fer­son. Es han­del­te sich um die ers­te For­mu­lie­rung von Men­schen­rech­ten in ei­nem öf­fent­li­chen Do­ku­ment – auch wenn in der Pra­xis spä­ter nur wei­ßen Män­nern die­se Rech­te zu­er­kannt wur­den und die Ver­fas­sung Skla­ve­rei zu­ließ. Der Un­ab­hän­gig­keits­krieg dau­er­te nach der Ver­öf­fent­li­chung noch sie­ben Jah­re – er en­de­te da­mit, dass Groß­bri­tan­ni­en die USA an­er­kann­te.

TEXT: JENI / FOTO: ULL­STEIN

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