Ba­rock für ei­nen Tag

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON MA­XI­MI­LI­AN KRO­NE

Die RP-Le­ser Dag­mar und Wolf­gang Krä­mer schlüpf­ten beim Barockfest auf Schloss Benrath in die Rol­len ei­nes Mar­quis und des­sen Ge­mah­lin. Sie prä­sen­tier­ten sich als Teil des Hof­staats den Be­su­chern.

Ein­mal zum Hof­staat von Fürst Carl-Theo­dor ge­hö­ren und lust­wan­deln durch Schloss und Park in Benrath. Für die RP-Le­ser Dag­mar und Wolf­gang Krä­mer wur­de die­ser Traum nun wahr. Sie ge­wan­nen zwei Ti­ckets für das Barockfest im und um das Schloss und durf­ten für ei­nen Tag in die Welt des Ba­rock ab­tau­chen. „Ich ha­be so­fort mei­nen Mann an­ge­ru­fen. Wir ha­ben uns rie­sig ge­freut“, sagt Dag­mar Krä­mer.

Bei­de be­su­chen je­des Jahr das Fest. Bis­lang aber in nor­ma­ler Klei­dung. Doch die­ses Mal war al­les an­ders. Sie durf­ten am Aus­zug des Hof­staa­tes teil­neh­men, na­tür­lich ent­spre­chend ge­klei­det. Bei­de tru­gen pas­send auf­ein­an­der ab­ge­stimmt gol­de­ne Ro­ko­ko-Ge­wän­der, die sie von der Schloss-Stif­tung ge­stellt be­ka­men. Schon das An­zie­hen war et­was Be­son­de­res. „Sel­ten ha­be ich so lan­ge da­für ge­braucht“, sagt Dag­mar Krä­mer. Wäh­rend ihr Mann be­reits nach kur­zer Zeit an­ge­klei­det war, be­nö­tig­te sie rund ei­ne St­un­de, bis Kleid, Fri­sur und Hut per­fekt sa­ßen.

Dann kam der gro­ße Mo­ment. Pünkt­lich um 12 Uhr öff­ne­ten sich die Tü­ren des pracht­vol­len Kup­pel­saals und rund 40 Mit­glie­der des Hof­staa­tes tra­ten ins Freie und prä­sen­tier­ten sich dem Volk. An­ge­führt wur­den sie na­tür­lich vom Kur­fürs­ten per­sön­lich, der die Be­su­cher vor­nehm zu­rück­hal­tend mit ei­nem leich­ten Ni­cken oder Schwin­gen der Hand be­grüß­te. Wäh­rend vie­le ih­re Rol­le als Mit­glied des Düs­sel­dor­fer Ver­eins Jar­din des Epo­ques be­reits ei­ni­ge Ma­le ge­spielt ha­ben, war es für das Ehe­paar aus Benrath ei­ne ganz neue Er­fah­rung. Ge­probt hat es aber nicht. „Man be­wegt sich ein­fach et­was lang­sa­mer und sehr vor­nehm. Aber der Aus­tritt aus dem Schloss hin­un­ter war schon et­was Au­ßer­ge­wöhn­li­ches. Wann be­kommt man das schon mal zu se­hen“, sagt Dag­mar Krä­mer.

Auch ihr Mann hat­te sich schnell in die Rol­le des Mar­quis ein­ge­fun­den. „Mit ei­nem Le­ben in die­ser Epo­che könn­te ich mich durch­aus an­freun­den“, sagt Wolf­gang Krä­mer. Ab nächs­ter Wo­che wird er dann aber in we­ni­ger pom­pö­ser Auf­ma­chung durch den Park lust­wan­deln, näm­lich in Uni­form auf Strei­fe ge­hen. Denn der Ben­ra­ther ist Po­li­zist. „Mir hät­te des­halb auch die Rol­le ei­nes Wach­pos­tens am Schloss ge­fal­len, aber die wa­ren schon al­le be­setzt“, sagt er. Am Sams­tag aber ge­noss er das ba­ro­cke Le­ben. Der ers­te Weg führ­te zu­sam­men mit sei­ner Frau zum Spie­gel­wei­her. „Wir wol­len un­be­dingt mal den Park und das Schloss vom Was­ser aus er­le­ben.“Ge­sagt, ge­tan. Vor­sich­tig stie­gen sie in ein klei­nes Ru­der­boot und lie­ßen sich über den rund 300 Me­ter lan­gen Wei­her im Schloss­park fah­ren. Zahl­rei­che Be­su­cher ta­ten es ih­nen nach.

Da­ne­ben konn­ten sie es sich an vie­len Im­biss­stän­den gut ge­hen las­sen. Von herz­haf­ten Spei­sen bis hin zu sü­ßen Le­cke­rei­en wie Knus­per– fla­den, Eis und Zu­cker­wat­te, war für je­den Ge­schmack et­was da­bei.

Zum hö­fi­schen Le­ben der da­ma­li­gen Zeit zähl­ten auch opu­len­te Jag­den und Shows. So stieg am Spie­gel­wei­her wie­der ei­ne Greif­vo­gel­schau, bei der Falk­ner im his­to­ri­schen Jagd-Out­fit zeig­ten, wie die hö­fi­sche Ge­sell­schaft des 18. Jahr­hun­derts die Beiz­jagd be­stritt. Für Un­ter­hal­tung sorg­ten die gro­ßen Vo­gel­strau­ße Stuz­zi des Tea­tro Pa­va­na und die Gän­se des Totaal Thea­ters, die schnat­ternd durch den Park zo­gen. Ein ba­ro­ckes Va­rie­té-Spek­ta­kel bo­ten die Ar­tis­to­kra­ten.

RP-FOTO: AN­NE ORTHEN

In gold­far­be­nen Ro­ko­ko-Ge­wän­dern nah­men die RP-Le­ser Dag­mar und Wolf­gang Krä­mer am Barockfest teil.

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