Au­to­ren­nen sol­len straf­bar wer­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE - VON EVA QUADBECK

n e g r o m t h ic n e w , n a W BER­LIN Nord­rhein-West­fa­len will über den Bun­des­rat här­te­re Stra­fen ge­gen Teil­neh­mer an il­le­ga­len Au­to­ren­nen durch­set­zen. Über ei­nen Ge­set­zes­an­trag, der bis zu drei Jah­re Haft und dau­er­haf­ten Füh­rer­schein­ent­zug für die Ra­ser vor­sieht, soll am Frei­tag im Bun­des­rat ab­ge­stimmt wer­den. Die Initia­ti­ve von NRW-Jus­tiz­mi­nis­ter Tho­mas Kut­scha­ty (SPD) stößt par­tei­über­grei­fend auf Re­so­nanz: Die Län­der Bay­ern, Hes­sen, Thü­rin­gen und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ha­ben be­reits Zu­stim­mung si­gna­li­siert.

Bis­lang gilt die Teil­nah­me an il­le­ga­len Au­to­ren­nen als Ord­nungs­wid­rig­keit. Die Fah­rer er­hal­ten, wenn sie er­wischt wer­den, ein Buß­geld in Hö­he von 400 Eu­ro und ein Fahr­ver­bot von ei­nem Mo­nat. Die Ver­an­stal­ter die­ser il­le­ga­len Ren­nen müs­sen mit ei­nem Buß­geld von rund 500 Eu­ro rech­nen. „Das ist wirk­lich­keits­fremd. Denn Ra­se­rei ist rus­si­sches Rou­let­te, al­ler­dings ist der Spiel­ein­satz das Le­ben der an­de­ren“, sag­te Kut­scha­ty.

Zum Ver­gleich: Wer ei­ne ro­te Am­pel miss­ach­tet, die schon ei­ne Se- kun­de Rot zeigt, muss 200 Eu­ro zah­len und eben­falls sei­nen Füh­rer­schein für ei­nen Mo­nat ab­ge­ben.

Als Schwer­punkt-Städ­te il­le­ga­ler Au­to­ren­nen sind Ber­lin, Ham­burg und Frank­furt be­kannt. Im ver­gan­ge­nen Jahr gab es nach An­ga­ben des Lan­des­am­tes für Zen­tra­le Po­li­zei­li­che Di­ens­te in Nord­rhein-West­fa­len 230 An­zei­gen ge­gen Au­to­fah­rer we­gen des Ver­dachts der Teil­nah­me an il­le­ga­len Au­to­ren­nen.

Es gibt il­le­ga­le Ren­nen, bei de­nen sich die Be­tei­lig­ten zu ver­ein­bar­ten Zei­ten an be­stimm­ten Or­ten tref­fen, und sol­che, die spon­tan an ro­ten Am­peln ent­ste­hen. Bei Grün star­tet das Ren­nen. Wer mit sei­nem Wa­gen zu­erst die nächs­te Am­pel er­reicht hat, ist Sie­ger. Bei­de For­men sol­len künf­tig straf­bar sein.

In Nord­rhein-West­fa­len ma­chen die Städ­te Köln und Ha­gen der Po­li­zei be­son­de­re Sor­gen. Al­lein im ers­ten Halb­jahr 2016 sind durch il­le­ga­le Au­to­ren­nen in NRW drei un­be­tei­lig­te Men­schen ums Le­ben ge­kom­men. Erst vor sechs Wo­chen wur­den in Ha­gen bei ei­nem spon­ta­nen Ren­nen zwei­er Män­ner fünf Men­schen schwer ver­letzt, dar­un­ter ein sechs­jäh­ri­ger Jun­ge. Am Frei­tag be­gin­nen in NRW die Som­mer­fe­ri­en. Mit die­sen Bü­chern ha­ben Sie für ver­schie­de­ne Ur­laubs­län­der die pas­sen­de Li­te­ra­tur im Ge­päck.

Wer an ei­nem il­le­ga­len Wett­ren­nen teil­nimmt, soll mit bis zu drei Jah­ren Ge­fäng­nis be­straft wer­den. Das geht aus ei­nem Ge­setz­ent­wurf her­vor, über den NRW am Frei­tag im Bun­des­rat ab­stim­men lässt.

Nach den Plä­nen von NRW soll bei dem tod­brin­gen­den Ner­ven­kit­zel in deut­schen In­nen­städ­ten nun hart durch­ge­grif­fen wer­den. Aus der bis­he­ri­gen Ord­nungs­wid­rig­keit soll ein Straf­tat­be­stand wer­den, der er­heb­lich mehr Sank­tio­nen für die Ra­ser er­mög­licht. „Da­nach wird al­lei­ne die Teil­nah­me an sol­chen Ren­nen mit bis zu drei Jah­ren Frei­heits­stra­fe oder Geld­stra­fe ge­ahn­det – und der Füh­rer­schein ist für Jah­re weg“, be­tont Kut­scha­ty. Wer bei den Ren­nen Men­schen ge­fähr­de oder gar tö­te, müs­se mit ei­ner Frei­heits­stra­fe von bis zu zehn Jah­ren rech­nen.

Wie aus dem Ge­set­zes­an­trag, der un­se­rer Re­dak­ti­on vor­liegt, her­vor­geht, soll den Teil­neh­mern an Au­to­ren­nen der Füh­rer­schein zwi­schen sechs Mo­na­ten und fünf Jah­ren ent­zo­gen wer­den. Auch „die Ein­zie­hung ih­rer Kraft­fahr­zeu­ge“sol­le er­mög­licht wer­den, heißt es in dem An­trag.

Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, Rai­ner Wendt, be­grüß­te die Initia­ti­ve aus Nord­rhein-West­fa­len. „Die Au­to­ren­nen sind ein Phä­no­men, das uns gro­ße Sor­gen macht“, sag­te Wendt un­se­rer Re­dak­ti­on: „Wir brau­chen ei­ne wirk­lich har­te Be­stra­fung der Teil­neh­mer. Das ist kein Ka­va­liers­de­likt.“Für die Po­li­zei sei­en die Teil­neh­mer nur schwer zu grei­fen, da sie sich meis­tens über so­zia­le Netz­wer­ke ver­ab­re­den wür­den. Von dem Ge­set­zes­vor­stoß aus NRW ver­spricht sich Wendt ei­ne „ho­he all­ge­mein­prä­ven­ti­ve Wir­kung“, die mög­li­che Teil­neh­mer ab­schre­cke. Leit­ar­ti­kel

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