Rot-Grün kürzt so­zia­le Spen­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE - VON THO­MAS REISENER

We­ni­ger Geld aus Steu­er­straf­ver­fah­ren geht an ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen.

DÜS­SEL­DORF Nord­rhein-West­fa­lens Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans (SPD) hat die So­zi­al-Zu­wei­sun­gen an ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen im Land ge­kürzt. 2015 gin­gen lan­des­weit nur sie­ben Pro­zent der Gel­der, die NRW von Ver­däch­ti­gen im Ge­gen­zug für die Ein­stel­lung ei­nes Steu­er­straf­ver­fah­rens er­hielt, an ge­mein­nüt­zi­ge In­sti­tu­tio­nen in Nord­rhein-West­fa­len. Der Rest kam dem Lan­des­etat zu­gu­te. Im Jahr 2010 schüt­te­te das Land noch 15 Pro­zent für so­zia­le Zwe­cke aus. Das geht aus der Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge von FDPFrak­ti­ons­vi­ze Ralf Wit­zel her­vor.

Die Fi­nanz­äm­ter kön­nen ge­gen Zah­lung ei­ner Geld­auf­la­ge von der Ver­fol­gung von Steu­er­de­lik­ten ab­se­hen. Die Re­ge­lung kommt zur An­wen­dung, wenn ei­ne Straf­ver­fol­gung mit un­ver­hält­nis­mä­ßig ho­hem Auf­wand ver­bun­den wä­re. Un­ter dem Druck im­mer neu an­ge­kauf­ter Steu­er-CDs ist die Zahl der Selbst­an­zei­gen und da­mit der Straf­gel­der in Nord­rhein-West­fa­len seit 2010 mas­siv ge­stie­gen.

Ob­wohl die Fi­nanz­äm­ter 2015 mit 18,8 Mil­lio­nen Eu­ro mehr kas­sier­ten als 2010 (14,6 Mil­lio­nen), be­ka­men die ge­mein­nüt­zi­gen Ein­rich- tun­gen 2015 we­gen der ge­rin­ge­ren Quo­te we­ni­ger da­von ab (1,4 Mil­lio­nen) als 2010 (2,2 Mil­lio­nen Eu­ro).

Der FDP-Po­li­ti­ker Wit­zel kri­ti­siert das: „Mar­ken­zei­chen der Lan­des­re­gie­rung ist die an­geb­lich prä­ven­ti­ve So­zi­al­po­li­tik. Jetzt wird der Eti­ket­ten­schwin­del sicht­bar: Die Haus­halts­füh­rung von Rot-Grün ist so de­sas­trös, dass die Re­gie­rung bei kon­kre­ter so­zia­ler Ar­beit spa­ren muss.“Wal­ter-Bor­jans hält da­ge­gen: Der Lan­des­rech­nungs­hof ha­be die Vor­ga­be ge­macht, dass min­des­tens 80 Pro­zent der Gel­der der Staats­kas­se zu­ge­führt wer­den müss­ten. Zum an­de­ren las­se sich „so­zi­al-prä­ven­ti­ve Po­li­tik nicht dar­an mes­sen, zu wel­chem Pro­zent­satz Geld­auf­la­gen ge­mein­nüt­zi­gen Ver­ei­nen zu­ge­wie­sen wer­den“.

Die Zahl der Selbst­an­zei­gen und die Men­ge der Straf­gel­der stie­gen

nach 2010 mas­siv

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