Bis 2021 sol­len die ers­ten Füh­rer­schei­ne um­ge­tauscht wer­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON SASKIA NOTHOFER

Wer ei­nen al­ten Füh­rer­schein be­sitzt, muss ihn durch ei­ne EU-Fahr­er­laub­nis im Scheck­kar­ten­for­mat er­set­zen – ge­gen ei­ne Ge­bühr.

DÜS­SEL­DORF Au­to­fah­rer in Deutsch­land müs­sen ih­re un­be­fris­te­ten Füh­rer­schei­ne vor­aus­sicht­lich frü­her ge­gen neue be­fris­te­te Do­ku­men­te ein­tau­schen als ge­plant. Das geht aus ei­nem Be­richt der „Saar­brü­cker Zei­tung“her­vor, die sich auf ei­ne Emp­feh­lung des Ver­kehrs­aus­schus­ses des Bun­des­rats be­ruft, über die die Län­der­kam­mer am Frei­tag ab­stim­men soll.

Seit 2013 sind al­le neu aus­ge­stell­ten Füh­rer­schei­ne nur noch 15 Jah­re gül­tig. Da­mals wur­de auch fest­ge­legt, dass die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on der Füh­rer­schei­ne trotz­dem bis 2033 im Um­lauf blei­ben darf. Die­se Frist steht nun in­fra­ge: Um die Be­hör­den im Jahr 2033 zu ent­las­ten, soll der Um­tausch ge­staf­felt statt­fin­den. „Die neue Re­ge­lung wä­re sehr viel an­ge­neh­mer für uns“, sagt Pe­ter Keu­lertz, Lei­ter des Stra­ßen­ver­kehrs­amts in Düs­sel­dorf: „Durch die Staf­fe­lung kön­nen wir viel bes­ser mit der Mas­se an Um­tau­schen um­ge­hen.“

Bei ei­ni­gen Jahr­gän­gen soll die Frist für den Aus­tausch der Füh­rer­schei­ne 2021 ab­lau­fen. Nach dem Be­richt ist bei den 15 Mil­lio­nen Füh­rer­schei­nen, die bis ein­schließ­lich 31. De­zem­ber 1998 aus­ge­stellt wor­den sind, das Ge­burts­jahr des In­ha­bers aus­schlag­ge­bend für den Zeit­punkt des Um­tauschs. Vor 1953 ge­bo­re­ne Au­to­fah­rer sol­len ih­ren Füh­rer­schein wie ge­plant bis 19. Ja­nu­ar 2033 be­hal­ten kön­nen. Wer zwi­schen 1953 und 1958 ge­bo­ren wur­de, muss sei­nen Füh­rer­schein bis zum 19. Ja­nu­ar 2021 um­ge­tauscht ha­ben, die Jahr­gän­ge 1959 bis 1964 bis 19. Ja­nu­ar 2022, 1965 bis 1970 bis 19. Ja­nu­ar 2023, 1971 oder spä­ter bis 19. Ja­nu­ar 2024.

Bei den 30 Mil­lio­nen ab 1. Ja­nu­ar 1999 aus­ge­ge­be­nen Füh­rer­schei­nen soll der Um­tausch, ge­staf­felt nach Aus­stel­lungs­jahr, 2025 be­gin­nen und bis 2033 ab­ge­schlos­sen sein. Zwar müs­sen für den Um­tausch we­der Fahr­prü­fung noch Ge­sund­heits­test ab­ge­legt wer­den. Doch es fal­len Ge­büh­ren an. „Der­zeit liegt die Ge­bühr bei 29 Eu­ro“, so Keu­lertz. Es kön­ne aber sein, dass sich der Be­trag noch ver­än­dert.

Wer­den die Plä­ne um­ge­setzt, soll­ten Füh­rer­schein-In­ha­ber dar­auf ach­ten, die Frist des für sie vor­ge­schrie­be­nen Um­tauschs ein­zu­hal­ten. „An­dern­falls sind sie mit ei­nem un­gül­ti­gen Do­ku­ment un­ter­wegs“, sagt Keu­lertz. Das sei ju­ris­tisch das­sel­be, wie oh­ne Füh­rer­schein zu fah­ren, und kön­ne zu ei­nem Ver­warn­geld von zehn Eu­ro füh­ren.

Die neu­en EU-Füh­rer­schei­ne, die nur noch 15 Jah­re gül­tig sind, ge­hen auf ei­ne EU-Ver­ord­nung aus dem Jahr 2013 zu­rück. Mit ei­nem ein­heit­li­chen Füh­rer­schein soll mehr Si­cher­heit auf den Stra­ßen Eu­ro­pas ge­schaf­fen wer­den; eu­ro­pa­weit sol­len Po­li­zis­ten et­was mit den Do­ku­men­ten an­fan­gen kön­nen. „Ge­ra­de bei den ganz al­ten Mo­del­len, den grau­en ,Lap­pen’, sind vie­le Ein­tra­gun­gen nicht mehr zu ent­zif­fern, und der In­ha­ber ist auf dem Fo­to nicht mehr ein­deu­tig iden­ti­fi­zier­bar“, sagt ein Spre­cher des Lan­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums: „Das ist für amt­li­che Do­ku­men­te nicht län­ger zu­läs­sig.“Zu­dem sol­len die neu­en Füh­rer­schei­ne we­ni­ger an­fäl­lig für Fäl­schun­gen sein.

Wenn der Bun­des­rat dem Vor­schlag zu­stimmt, was nach Aus­sa­ge des NRW-Mi­nis­te­ri­ums auch erst nach den Som­mer­fe­ri­en sein könn­te, ist die Bun­des­re­gie­rung am Zu­ge. Denn das Kon­zept soll an ei­ne Bun­des­ver­ord­nung „an­ge­hängt“wer­den. Die Re­gie­rung könn­te dies ak­zep­tie­ren – oder aber die gan­ze Ver­ord­nung vor­erst stop­pen.

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