Na­sa-Son­de kommt Ju­pi­ter ganz nah

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

Nach fünf Jah­ren er­reicht „ Ju­no“heu­te end­lich den größ­ten Pla­ne­ten.

WA­SHING­TON (dpa) Das Ziel ver­birgt sich hin­ter Wol­ken aus oran­ge­weiß-rot-brau­nem Gas: Ju­pi­ter. Rund 2800 Mil­lio­nen Ki­lo­me­ter hat die Raum­son­de „Ju­no“seit ih­rem Start 2011 zu­rück­ge­legt und soll nun heu­te end­lich den größ­ten Pla­ne­ten un­se­res Son­nen­sys­tems er­rei­chen und dort in ei­ne stark el­lip­ti­sche Um­lauf­bahn ein­schwen­ken. Bis auf 4667 Ki­lo­me­ter sol­le sich „Ju­no“dann den Gas­wol­ken des Ju­pi­ters nä­hern, teil­te die US-Raum­fahrt­be­hör­de Na­sa mit – so nah wie kein an­de­res Raum­fahr­zeug zu­vor. Mit ei­nem drei Se­kun­den lan­gen Ra­dio­fre­quenz­ton wird sie an­zei­gen, dass sie in der Um­lauf­bahn ist.

Wenn et­was schief­geht, kön­nen die Ex­per­ten nichts mehr än­dern. „Dann lan­den wir wahr­schein­lich nicht in ei­ner sehr auf­re­gen­den Ge­gend“, sagt Na­sa-Ma­na­ger Rick Ny­bak­ken. Fri­sche Fo­tos wird es auch beim Er­folg nicht so­fort ge­ben, denn die Ka­me­ra und al­le wis­sen­schaft­li­chen In­stru­men­te an Bord von „Ju­no“sind ab heu­te aus und sol­len erst in ein paar Ta­gen wie­der an­ge­schal­tet wer­den. Das Ein­schwen­ken steht im Vor­der­grund.

An­fang Au­gust 2011 hat­te die un­be­mann­te und haupt­säch­lich so­lar­be­trie­be­ne Son­de, die rund 3500 Ki­lo­gramm wiegt, an Bord ei­ner „At­las“-Ra­ke­te ab­ge­ho­ben. Fünf Jah­re spä­ter sei sie nun be­reit, die „Ge­heim­nis­se im In­ne­ren des Pla­ne­ten zu lüf­ten“, sag­te Na­sa-Mis­si­ons­che­fin Dia­ne Brown. Bis Fe­bru­ar 2018 soll „Ju­no“den Ju­pi­ter um­krei­sen, ins­ge­samt 37 Mal, um ihn zu un­ter­su­chen. Da­nach will die Na­sa die Son­de zum Ab­sturz brin­gen.

Ju­pi­ter hat am meis­ten Mas­se, mehr als dop­pelt so viel wie al­le an­de­ren sie­ben Pla­ne­ten zu­sam­men. Er ist der ers­te Pla­net, der sich nach der Ent­ste­hung der Son­ne form­te, das heißt, er ver­leib­te sich den größ­ten ver­blie­be­nen Teil an Staub und Ga­sen ein. Die rund ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro teu­re Mis­si­on soll Er­kennt­nis­se über sei­ne Ent­ste­hung lie­fern.

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