Pa­ni­ni ver­kauft so vie­le Sti­cker­tü­ten wie noch nie

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FUßBALL-EM 2016 - VON GIANNI COS­TA

Deutsch­land ist in Eu­ro­pa Spit­zen­rei­ter beim Sam­meln von Fuß­ball­bil­dern.

STUTT­GART Es gab Zei­ten, da wa­ren deut­sche Na­tio­nal­spie­ler auf Schul­hö­fen hier­zu­lan­de schwer ver­mit­tel­bar. Man muss­te schon min­des­tens zehn Chris­ti­an Wörns’ an­bie­ten, um ei­nen der gro­ßen Stars aus Frank­reich, Bra­si­li­en oder Ar­gen­ti­ni­en zu be­kom­men. Min­des­tens. Der Pa­ni­ni-Markt hat sich ver­än­dert. Die Spie­ler der DFB-Aus­wahl ha­ben nicht zu­letzt durch den Ti­tel­ge­winn bei der Welt­meis­ter­schaft in Bra­si­li­en kräf­tig Wer­bung in ei­ge­ner Sa­che ge­macht. Das macht sich beim Tau­schen gleich be­merk­bar.

Der Pa­ni­ni-Ver­lag mit Sitz in Stutt­gart zieht schon jetzt ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz der EM. „Wir ha­ben so vie­le Bil­der wie noch nie ver­kauft“, sag­te Pa­ni­ni-Deutsch­land-Chef Her­mann Paul im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on. „Ins­ge­samt sind mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Sti­cker-Tü­ten für 70 Län­der pro­du­ziert wor­den. Deutsch­land steht da­bei an der Spit­ze, dicht ge­folgt von Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich.“Wie vie­le Tü­ten bis­lang genau über den La­den­tisch ge­gan­gen sind, dar­über woll­te Paul kei­ne An­ga­ben ma­chen. Im Ver­gleich zu ei­ner WM lie­ge bei ei­ner EM der Um­satz al­ler­dings nur bei et­wa der Hälf­te. Durch die Er­hö­hung des Teil­neh­mer­felds von 16 auf 24 Teams ha­be sich die Zahl der Sti­cker­bil­der im Ver­gleich zu 2012 in­des deut­lich er­höht. „Nur fünf Pro­zent der Kun­den, die mit ei­nem Al­bum an­fan­gen, fül­len es aber auch“, sag­te Paul. „98 Pro­zent sam­meln nur 50 bis 60 Sti­cker.“

Pa­ni­ni ist nicht ir­gend­ein Ab­zieh­bild. Es be­ginnt al­les im ita­lie­ni­schen Mo­de­na. 1961. Die Brü­der Gui­sep­pe und Be­ni­to Pa­ni­ni brin­gen das ers­te Sti­cker-Al­bum mit ita­lie­ni­schen Fuß­ball­mann­schaf­ten auf den Markt. Zwei Jah­re spä­ter hat das Un­ter­neh­men be­reits 29 Mil­lio­nen Tüt­chen mit den be­gehr­ten Bild­chen zum Ein­kle­ben ver­kauft. Seit 1974 gibt es in Deutsch­land zu Welt­meis­ter­schaf­ten die Se­rie.

Bei vor­an­ge­gan­gen Tur­nie­ren gab es im­mer mal wie­der Kla­gen von Kun­den, das Misch­ver­hält­nis der Bil­der in den Tü­ten sei nicht kor­rekt. Vor vier Jah­ren zum Bei­spiel wa­ren nach­weis­lich zu vie­le nie­der­län­di­sche Spie­ler in den Tü­ten. Ei­ne Char­ge soll falsch zu­sam­men­ge­stellt wor­den sein, der Ver­lag ent­schul­dig­te sich spä­ter da­für. Dies­mal sind of­fen­bar be­son­ders die so­ge­nann­ten Glit­zer­bil­der rar. „Ge­ne­rell sind al­le Bil­der gleich in den Tü­ten“, sagt Paul. „Aber es kommt manch­mal zu na­tür­li­chen Ver­knap­pun­gen, weil ei­ni­ge Mo­ti­ve ein­fach viel be­lieb­ter sind als an­de­re und des­halb nicht so oft ge­tauscht wer­den.“

„Es sind mehr als ei­ne Mil­li­ar­de Sti­cker-Tü­ten

für 70 Län­der pro­du­ziert wor­den“

Her­mann Paul

Deutsch­land-Chef von Pa­ni­ni

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