Ver­si­che­rer mei­den Mo­tor­rad­fah­rer als Kun­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON UWE SCHMIDT-KASPAREK

Mit „Ab­wehr­prä­mi­en“sol­len Kun­den fern­ge­hal­ten wer­den. Da­durch gibt es gro­ße Preis­un­ter­schie­de.

DÜS­SEL­DORF Mo­tor­rad­fah­rer müs­sen auf­pas­sen: Es gibt enor­me Prä­mi­en­un­ter­schie­de bei der Ver­si­che­rung. Das zeigt ei­ne Aus­wer­tung des Ver­brau­cher­por­tals Ve­ri­vox. Wer güns­ti­ge An­bie­ter wählt, kann dem­nach ge­gen­über dem teu­ers­ten An­bie­ter mehr als 80 Pro­zent spa­ren, wenn er sein Zwei­rad mit ei­ner Haft­pflicht- und Teil­kas­ko­ver­si­che­rung schützt. Wer den teu­re­ren Voll­kas­ko­schutz wählt und so­mit auch Schutz bei Van­da­lis­mus­schä­den und selbst­ver­schul­de­ten Un­fäl­len hat, kann im Schnitt noch mehr als 60 Pro­zent spa­ren, wenn er vom teu­ers­ten zum güns­tigs­ten Ver­si­che­rer um­steigt.

Grund für die ho­hen Preis­un­ter­schie­de sind un­ter an­de­rem die In­ter­es­sen der Ver­si­che­rer. Vie­le von ih­nen mit sehr ho­hen Prä­mi­en wol­len in der Re­gel gar kei­ne Mo­tor­rad­fah­rer ver­si­chern, möch­ten aber nicht auf ein um­fas­sen­des An­ge­bot ver­zich­ten. Im Fach­jar­gon der Bran­che hei­ßen da­her die ex­trem ho­hen Prei­se auch „Ab­wehr­prä­mi­en“. Da­her soll­ten die Kun­den un­be­dingt ei­nen Preis­ver­gleich ma­chen.

Ab­so­lut ist das Spar­vo­lu­men beim um­fang­rei­che­ren Schutz am größ­ten. So zahlt man für ei­nen mit­tel­mä­ßig teu­ren Ta­rif mit Voll­kas­ko­schutz für das Mus­ter­mo­tor­rad, ei­ne BMW R 1200 GS, rund 925 Eu­ro pro Jahr, wäh­rend güns­ti­ge An­bie­ter le­dig­lich rund 655 Eu­ro ver­lan­gen. Wer bei ei­nem ex­trem teu­ren Ta­rif lan­det, muss hin­ge­gen jähr­lich 1730 Eu­ro zah­len. Da­bei sind die Kern­leis­tun­gen des Ver­si­che­rungs­schut­zes iden­tisch. Zu­dem wur­den nur hoch­wer­ti­ge Ta­ri­fe ver­gli­chen, die den Kol­li­si­ons­schutz bei Wild­tie­ren er­wei­tert ha­ben, kei­ne Ab­zü­ge bei grob fahr­läs­si­gen Fahr­feh­lern ma­chen und Schä­den durch Mar­der­bis­se ab­de­cken.

Mo­tor­rad­fah­rer soll­ten sich bei der Wahl zwi­schen Voll- und Teil­kas­ko im­mer die Fra­ge stel­len: Kann ich mir nach ei­nem selbst ver­schul­de­ten Un­fall ei­ne Er­satz­ma­schi­ne leis­ten oder zah­le ich lie­ber die Mehr­kos­ten für die Ver­si­che­rung? „Neue Mo­tor­rä­der kos­ten oft 15.000 Eu­ro oder mehr. Dann lohnt sich in den ers­ten drei bis fünf Jah­ren ei­ne Voll­kas­ko­ver­si­che­rung“, rät Toralf Rich­ter von Ve­ri­vox.

Zu­dem ist es mög­lich, Mo­tor­rä­der et­wa nur für die Som­mer­zeit per Sai­son­kenn­zei­chen zu­zu­las­sen. Dann wird die Ver­si­che­rungs­prä­mie nur an­tei­lig fäl­lig. Der Teil­kas­ko­schutz, der im­mer im Voll­kas­ko­schutz steckt, läuft beim Sai­son­kenn­zei­chen das gan­ze Jahr über. Au­ßer­halb der Sai­son muss das Ge­fährt aber in ei­nem „um­frie­de­ten Ab­stell­platz“ste­hen, al­so et­wa hin­ter ei­nem Gar­ten­zaun oder in ei­ner Ga­ra­ge.

Wer sein Fahr­zeug mit Sai­son­kenn­zei­chen au­ßer­halb der ver­si­cher­ten Zeit nutzt, ris­kiert sei­nen Ver­si­che­rungs­schutz.

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