Ge­werk­schaf­ten leh­nen RWE-Plä­ne ab

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Ge­spräch über Not­la­gen-Ta­rif mit 25 Pro­zent Lohn­kür­zung wur­de ver­tagt.

ES­SEN (anh) Der an­ge­schla­ge­ne Ener­gie­kon­zern RWE beißt mit der For­de­rung nach dras­ti­schen Lohn­kür­zun­gen für das Kraft­werks-Per­so­nal auf Gra­nit. Ges­tern kam der Kon­zern mit den Ge­werk­schaf­ten Ver­di und IG BCE zu­sam­men, um über ei­nen Not­la­gen-Ta­rif­ver­trag zu ver­han­deln. Man traf sich aus­ge­rech­net im Ho­tel „Jam­mer­tal“in Dat­teln. Doch die Ge­sprä­che wur­den er­geb­nis­los ver­tagt. Nach der Som­mer­pau­se will man sich er­neut zu­sam­men­set­zen, wie Ver­di er­klär­te. RWE nahm kei­ne Stel­lung.

An­ge­sichts dra­ma­tisch ge­fal­le­ner Groß­han­dels­prei­se will RWE von ei­ner Klau­sel im Man­tel-Ta­rif­ver­trag Ge­brauch ma­chen und ei­nen Not­la­gen-Ta­rif­ver­trag für die RWE-Kraft­werks­spar­te Ge­ne­ra­ti­on aus­han­deln. Laut IG BCE will RWE Leis­tun­gen im Um­fang von 25 Pro­zent der Ver­gü­tung strei­chen: „Die Ar­beit­ge­ber­sei­te will ra­di­kal kür­zen: Ent­fall des Weih­nachts­gel­des, Strei­chung von Ur­laubs­ta­gen, Kür­zung von Zu­la­gen, Än­de­rung der Ar­beits­zeit, Strei­chung ver­mö­gens­wirk­sa­mer Leis­tun­gen“, heißt es in ei­nem Flug­blatt der IG BCE. Das sei mit der Ge­werk­schaft nicht zu ma­chen, be­kräf­tig­te ein Spre­cher.

Auch Ver­di hält nichts von den Plä­nen des Kon­zerns: „Die all­ge­mei­ne Kri­se in der kon­ven­tio­nel­len Er­zeu­gung recht­fer­tigt kei­nen Not­la­gen-Ta­rif­ver­trag für ein­zel­ne Un­ter­neh­men. Das wür­de zu Wett­be- werbs­ver­zer­run­gen füh­ren“, er­klär­te Hans Pe­ter La­fos auf ei­nem Flug­blatt an die Be­leg­schaft. Schließ­lich lei­den al­le Ver­sor­ger un­ter den nied­ri­gen Bör­sen­strom­prei­sen, die vie­le Kraft­wer­ke in die ro­ten Zah­len ge­drückt ha­ben. Wür­den die Ge­werk­schaf­ten RWE Lohn­kür­zun­gen zu­ge­ste­hen, wür­den sie die Be­leg­schaf­ten bei an­de­ren Ver­sor­gern be­nach­tei­li­gen.

In der RWE-Strom­er­zeu­gung in den Kraft­wer­ken und im Braun­koh­le­ta­ge­bau ar­bei­ten nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben rund 14.000 Men­schen, kon­zern­weit be­schäf­tigt das Un­ter­neh­men knapp 60.000 Men­schen.

Kür­zungs­plä­ne gibt es auch bei der Eon-Kraft­werk­s­toch­ter Uni­per. Der Uni­per-Vor­stand hat­te schon im April an­ge­kün­digt, dass das in Düs­sel­dorf sit­zen­de Un­ter­neh­men bis 2018 kräf­tig spa­ren müs­se und es da­bei kei­ne „hei­li­gen Kü­he“ge­ben wer­de. Wo und wie vie­le der 14.000 Stel­len weg­fal­len sol­len, soll im zwei­ten Halb­jahr fest­ste­hen.

FO­TO: DPA

Auch in Nie­der­au­ßem will RWE die Ge­häl­ter kür­zen.

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