Sport-Stars spie­len Ten­nis auf der Rheinkirmes

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON AR­NE LIEB

Be­kann­te Ge­sich­ter sol­len Be­su­cher zum Cen­ter Court auf dem Kir­mes­platz lo­cken. Auch Ama­teu­re kön­nen den Platz bu­chen. Kir­mes braucht neue Ide­en

Die Be­su­cher der Rheinkirmes kön­nen in die­sem Jahr ei­ne Rei­he von be­kann­ten (Ex-)Sport­lern beim Ten­nis auf dem Kir­mes­platz er­le­ben. Auf dem „Cen­ter Court“, den der Ro­chus-Club und die Agen­tur Jung von Matt/Sports auf­stel­len, spie­len un­ter an­de­rem die Ex-Fuß­bal­lpro­fis Chris­toph Met­zel­der und Hans Sar­pei, For­mel-1-Fah­rer Ni­co Hül­ken­berg und die ehe­ma­li­gen Ten­nis­pro­fis Alex­an­der Was­ke, Carl-Uwe „Char­ly“Steeb und Eric Je­len. Auch die Mann­schaf­ten von Fortu­na, DEG und Bo­rus­sia wer­den er­war­tet. Vor und nach die­sem Abend­pro­gramm kön­nen Ama­teu­re die An­la­ge bu­chen, die gleich ne­ben der neu­en Hoch­schau­kel „In­fi­ni­ty“ste­hen wird – al­so mit­ten im Kir­mes­ge­sche­hen.

Mit der un­ge­wöhn­li­chen Ak­ti­on, die si­cher für viel Ge­sprächs­stoff sor­gen wird, wol­len die Be­tei­lig­ten dem Ten­nis­sport wie­der zu ei­ner grö­ße­ren Po­pu­la­ri­tät ver­hel­fen. Man wol­le Ten­nis „ins ur­ba­ne Um­feld“brin­gen, sagt Ro­bert Zitz­mann von der Agen­tur. „Die Sport­art braucht ei­ne Spiel­feld­ver­la­ge­rung.“Von die­sem Ar­gu­ment ließ sich der Ro­chus-Club über­zeu­gen. Des­sen Bun­des­li­ga-Chef Det­lev Irm­ler hat gro­ße Hoff­nun­gen. Er fühlt sich so­gar an das le­gen­dä­re Match von Ro­ger Fe­de­rer und And­re Agas­si auf dem Dach des Burj Al Ar­ab Ho­tels in Du­bai er­in­nert. „Das Ten­nis auf der Kir­mes wird ganz si­cher ei­ne ähn­li­che Ver­brei­tung in der gan­zen Welt er­fah­ren.“Ei­nen sechs­stel­li­gen Be­trag ha­ben die Be­tei­lig­ten in die Ak­ti­on in­ves­tiert, zu den Un­ter­stüt­zern ge­hört auch die Stadt Düs­sel­dorf.

Auf­ge­baut wird ein Hart­platz in ech­ter Tur­nier­qua­li­tät und mit Tri­bü­nen, auf de­nen bis zu 300 Zu

schau­er Platz fin­den. Der Un­ter­grund ist be­reits ver­legt, bis zum Kir­messtart am 15. Ju­li soll die gan­ze An­la­ge ste­hen. Der Ein­tritt ist frei. Das Kon­zept: An je­dem der zehn Kir­mes-Aben­de spie­len zwi­schen 19 und 22 Uhr die be­son­de­ren Gäs­te, dar­un­ter auch die deut­sche Spit­ze im Roll­stuhl­ten­nis und die deut­schen U16-Ju­gend­meis­ter. In der St­un­de vor dem Pro­gramm, al­so von 18 bis 19 Uhr, kön­nen al­le Kir­mes­be­su­cher an ei­nem Auf­schlag-Wett­be­werb teil­neh­men, der här­tes­te Auf­schlag wird da­bei prä­miert.

Am Rest des Kir­mes­ta­ges ge­hört der Platz den Frei­zeit- und Nach­wuchs­spie­lern. Über das In­ter­net kann er von 13 bis 18 Uhr und zwi­schen 22 Uhr und dem Kir­me­sen­de um 0 oder an Frei­ta­gen

und Sams­ta­gen um 1 Uhr stun­den­wei­se ge­bucht wer­den. Das kos­tet le­dig­lich ei­ne Ge­bühr in Hö­he von zehn Eu­ro, die an ein so­zia­les Pro­jekt der Chris­toph-Met­zel­der-Stif­tung in Düs­sel­dorf fließt. „Wir wol­len so die Ver­ei­ne in der Re­gi­on mit­neh­men“, sagt Zitz­mann. Auch der Auf­schla­gWett­be­werb soll da­zu die­nen, mög­lichst vie­le Men­schen ein­zu­be­zie­hen. „Ganz Düs­sel­dorf soll ein­mal auf­schla­gen“, sagt Zitz­mann.

Span­nend wird al­ler­dings die Fra­ge, ob die Be­su­cher die­se völ­lig un­ty­pi­sche At­trak­ti­on ak­zep­tie­ren. Der Kir­mes-Ar­chi­tekt Tho­mas Kö­nig be­rich­tet, dass es auch un­ter den Se­bas­tia­nus-Schüt­zen ei­ni­ge Skep­ti­ker gab, als die Agen­tur mit der Idee an­frag­te. Kö­nig zeigt sich aber über­zeugt vom Kir­mes-Ten­nis – und

sieht dar­in so­gar ei­ne zu­kunfts­wei­sen­de Idee in Er­gän­zung von im­mer spek­ta­ku­lä­re­ren Fahr­ge­schäf­ten. „Ir­gend­wann ist das Prin­zip Hö­her, Schnel­ler, Wei­ter am En­de an­ge­langt“, sagt er. „Die Kir­mes braucht im­mer wie­der fri­sche Im­pul­se.“Au­ßer­dem, so meint Kö­nig, ist das Ri­si­ko für den Kir­mes­ver­an­stal­ter ge­ring. „Es wird auf der Kir­mes nicht krumm ge­nom­men, wenn man mal was Ver­rück­tes pro­biert.“

Die Or­ga­ni­sa­to­ren der Kir­mes freu­en sich der­weil über den deut­lich ge­sun­ke­nen Rhein­pe­gel. Ges­tern wur­de die un­te­re Um­fah­rung auf der Rhein­wie­se für die Fahr­zeu­ge der Schau­stel­ler frei­ge­ge­ben, weil das Was­ser er­heb­lich zu­rück­ge­gan­gen und die Wie­se ge­trock­net ist. Die Kir­mes läuft vom 15. bis 24. Ju­li.

Mit dem Ten­nis wagt die Kir­mes ei­ne neue At­trak­ti­on. Gut so. Die bes­ten Fahr­ge­schäf­te kom­men oh­ne­hin nach Düs­sel­dorf, aber re­vo­lu­tio­när Neu­es ist schon län­ger nicht mehr da­bei. Es ist rich­tig, an­de­re Ide­en aus­zu­pro­bie­ren – auch wenn man­che Kir­mes-Kon­ser­va­ti­ve das nicht gern se­hen. Vi­el­leicht wird 2016 mal als Start­jahr ei­ner neu­en Kir­mes-Ära gel­ten. An­de­re Pro­jek­te sind denk­bar: War­um nicht auch mal Kunst oder Mo­de auf dem Fest­platz? Und falls sich das Ten­nis doch als Schnaps­idee er­weist, er­lei­det es eben das Schick­sal je­der schlech­ten At­trak­ti­on: Die Leu­te ge­hen da­hin, wo es span­nen­der ist.

ar­ne.lieb@rheinische-post.de

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