Fio­nas Weg zum ers­ten Schwimm­ab­zei­chen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

FLIN­GERN (mjo) Hip­po­cam­pus heißt die wis­sen­schaft­li­che Be­zeich­nung für das See­pferd­chen, be­nannt nach ei­nem grie­chi­schen Fa­bel­we­sen, das am Kopf wie ein Pferd aus­ge­bil­det ist. Hin­ten äh­nelt das See­pferd­chen da­ge­gen ei­nem Wurm oder ei­nem Fisch. Seit Jahr­zehn­ten bet­teln Kin­der ih­re Müt­ter an, dass sie ih­nen ein run­des Ab­zei­chen mit dem Bild die­ses senk­recht schwim­men­den Was­ser­tiers auf Ba­de­ho­se oder Ba­de­an­zug nä­hen. Da­mit de­mons­trie­ren Kin­der, dass sie die Be­din­gun­gen für das Früh­schwim­merZeug­nis er­füllt ha­ben.

„Das ha­be ich ganz schnell ge­schafft“, sagt die sechs­jäh­ri­ge Fio­na, die die­se Prü­fung als ei­nes von fast 2000 Mit­glie­dern der Frei­en Schwim­mer Düs­sel­dorf (FSD) vor ein paar Ta­gen ab­sol­viert hat. Sprung vom Be­cken­rand, 25 Me­ter Schwim­men und Her­auf­ho­len ei­nes Ge­gen­stan­des mit den Hän­den aus schul­ter­tie­fem Was­ser stell­ten für das Mäd­chen in der Tat kei­ne Pro­ble­me dar.

Rund 150 Kin­der ler­nen bei den FSD pro Jahr das Schwim­men und er­hal­ten das See­pferd­chen als ers­te Aus­zeich­nung, dar­auf vor­be­rei­tet wer­den sie von ei­nem der knapp 60 Übungs­lei­ter des Ver­eins. „Die Be­weg­grün­de, zu uns zu kom­men, sind un­ter­schied­lich. In der Re­gel sind es die El­tern, aber auch die Schu­len, die ab dem zwei­ten Schul­jahr Schwimm­un­ter­richt im Lehr­plan ha­ben“, er­klärt der Vor­sit­zen­de der Frei­en Schwim­mer Rai­ner Klae­ren die ho­he Zahl der Kin­der, mit dem See­pferd­chen die Gr­und­vor­aus­set­zung für das Schwim­men in Bä­dern nach­wei­sen kön­nen. „Für uns ist es un­er­heb­lich, wo die Kin­der schwim­men ler­nen“, sagt Klae­ren, frü­her selbst Leis­tungs­schwim­mer.

Für Fio­na war es kei­ne Fra­ge, wo sie das Schwim­men lernt. Ih­re Trai­ne­rin heißt näm­lich Iris Boh­le und ist auch ih­re Groß­mut­ter. Boh­le hat­te un­ter ih­rem Mäd­chen­na­men Brü­nen­berg 1977 die Deut­sche Meis­ter­schaft in der 4x100-Me­terF­rei­stil­staf­fel nach Düs­sel­dorf ge­holt. Mit ihr in der sieg­rei­chen Mann­schaft schwamm die Düs­sel­dor­fer Olym­pia-Teil­neh­me­rin Mo­ni­ka Plat­ten. Ihr En­kel­kind nahm die päd­ago­gisch ge­schul­te Boh­le be­reits als Ba­by mit ins Schwimm­bad. Für sie ist ein frü­her Schwimm­kurs wich­tig. „Schwim­men zu kön­nen macht nicht nur Spaß, son­dern kann Le­ben ret­ten.“Bei­des sind für sie wich­ti­ge Grün­de, Kin­dern im Rhein­bad Wo­che für Wo­che die rich­ti­gen Be­we­gun­gen im Was­ser bei­zu­brin­gen.

„Es ging so“, ant­wor­tet Fio­na auf die Fra­ge, ob die Oma ei­ne stren­ge Leh­re­rin ge­we­sen sei. „Ich wur­de aber auch wie al­le an­de­ren von ihr nach den Ba­de­re­geln ge­fragt“, sagt die Klei­ne noch, um zu zei­gen, dass sie bei Oma Iris kei­ne Son­der­rech­te hat­te. „Ba­de­re­geln sind bei­spiels­wei­se Ab­du­schen vor und nach dem Sprung ins Was­ser, nicht mit vol­lem Bauch ins Was­ser sprin­gen, nicht in un­be­kann­ten Ge­wäs­sern schwim­men“, er­klärt der FSD-Vor­sit­zen­de Klae­ren. „Un­ser Ziel ist es, die Be- geis­te­rung der Kin­der im und um das Was­ser auf­recht zu er­hal­ten.“Über zu we­nig Be­geis­te­rung braucht er sich bei Fio­na kei­ne Sor­ge zu ma­chen. Be­reits ei­ne St­un­de hat sie für das nächs­te Schwimm­ab­zei­chen trai­niert.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Der 13-jäh­ri­ge Paul und sein neun­jäh­ri­ger Bru­der Fe­lix sind Schü­ler des St.-Ur­su­laGym­na­si­ums.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

„Das ha­be ich schnell ge­schafft“, sagt die sechs­jäh­ri­ge Fio­na über ih­re See­pferd­chen-Prü­fung. Jetzt wird für das nächs­te Ab­zei­chen trai­niert.

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