SPORT­LI­CHES DÜS­SEL­DORF Vom See­pferd­chen zum Lan­des­meis­ter

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON MAN­FRED JO­HANN

Die Brü­der Paul (13) und Fe­lix (9) ha­ben in kur­zer Zeit al­le Schwimm­ab­zei­chen ab­ge­legt und den Sprung in den Ju­gend-Sport ge­schafft. Paul hat im Brust­schwim­men über 50 Me­ter so­gar die Lan­des­meis­ter­schaft ge­won­nen.

FLIN­GERN Es wird übe­r­all ge­schwom­men im gro­ßen Be­cken des schmu­cken Rhein­bads, als die Frei­en Schwim­mer Düs­sel­dorf dort ih­ren Trai­nings-Nach­mit­tag ab­hal­ten. Schwimm­lei­nen mit bun­ten Bäl­len tren­nen zehn Bah­nen im Was­ser von­ein­an­der ab und sor­gen da­für, dass die durch die Schwim­mer ent­ste­hen­den Ober­flä­chen­wel­len nicht zu sehr auf die Nach­bar­bah­nen über­schwap­pen.

An den En­den der Bah­nen sieht man Übungs­lei­ter, die den Kin­dern und Ju­gend­li­chen Tipps ge­ben für die Län­ge der Arm­zü­ge, für das rich­ti­ge At­men oder die bes­se­re Bein­ar­beit. Man­che Hilfs­ge­rä­te kom­men da­bei zum Ein­satz. So ver­sucht ein Kind, sei­nen Bein­schlag beim Brust­schwim­men zu ver­bes­sern, in­dem es sich mit den Ar­men an ei­nem Kunst­stoff­brett fest­hält und nur durch den Ein­satz der Bei­ne von Be­cken­rand zu Be­cken­rand fort­be­wegt.

Bei Fe­lix und Paul auf Bahn vier sieht man deut­lich, dass sie in der Schwimm-Aus­bil­dung schon weit fort­ge­schrit­ten sind. Die bei­den Brü­der, neun und 13 Jah­re alt, ha­ben im Ver­ein als Nicht­schwim­mer be­gon­nen und schon bald dar­auf die Prü­fung zum See­pferd­chen-Ab­zei­chen be­stan­den. Da­nach war es für die bei­den Schü­ler des St.-Ur­su­la-Gym­na­si­ums kei­ne Fra­ge, wei­ter zu ma­chen und die Be­din­gun­gen für den Ju­gend­schwimm-Pass zu er­fül­len.

Sprach man frü­her vom „Frei­und Fahr­ten­schwim­men“, so kennt man heu­te als Ju­gend­schwimm­ab­zei­chen Bron­ze, Sil­ber oder Gold. „Die bei­den hat­ten vier Ab­zei­chen auf ih­ren Ba­de­ho­sen, zwei vor­ne und zwei auf den Po­ba­cken“, er­in­nert sich der Va­ter von Fe­lix und Paul, der sei­ne Söh­ne so oft wie mög­lich zum Schwimm­trai­ning be­glei­tet. Rund ein Drit­tel der Kin­der macht nach der See­pferd­chen-Prü­fung wei­ter mit dem Schwim­men im Ver­ein. Der Äl­te­re der bei­den schwimm­be­geis­ter­ten Brü­der hat da­bei schon mehr­fach sein gro­ßes Ta­lent für die­sen Sport be­wie­sen. In sei­ner Al­ters­klas­se hat er in sei­ner Pa­ra­de-Dis­zi­plin, dem Brust­schwim­men über 50 Me­ter, die NRW-Meis­ter­schaft ge­won­nen. Ins­ge­samt sind es vier Me­dail­len, die er auf Lan­des­ebe­ne er­schwom­men hat.

Ganz be­son­ders stolz ist Paul, dass er bei der Er­öff­nung des wett­kampf­ge­rech­ten 50-Me­ter-Be­ckens in der neu­en Hal­le vor den Au­gen von Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel sei­nen schon per­fek­ten Start­sprung vor­füh­ren durf­te. „Al­ler­dings gilt auch bei ihm ,Kein Preis oh­ne Fleiß’“, sagt sein Va­ter und er­zählt, dass sein Äl­tes­ter sechs Mal in der Wo­che trai­niert. „Zwei St­un­den im Was­ser und da­bei vier bis fünf zu­rück­ge­leg­te Ki­lo­me­ter sind kei­ne Sel­ten­heit“, be­tont er. „Ge­mein­sam mit den Übungs­lei­tern des Ver­eins ach­te ich aber dar­auf, dass Sport und Spaß zwei The­men sind, die sich nicht ge­gen­sei­tig aus­schlie­ßen. Kin­der mit Trä­nen in den Au­gen soll es beim Schwim­men schließ­lich nicht ge­ben.“.

Rü­cken­schwim­men ist die Lieb­lings­stil­art sei­nes jün­ge­ren Bru­ders Fe­lix, der ge­ra­de zum ers­ten Mal an ei­ner Ver­bands-Meis­ter­schaft teil­neh­men durf­te. „Im Brust­schwim­men bin ich nicht so gut. Ich muss­te ein paar­mal ins Was­ser, um beim Gold­ab­zei­chen die Brust­stre­cke un­ter 1:10 Mi­nu­ten zu schaf­fen“, ge­steht er. Mit sei­ner Ba­de­kap­pe, auf der die Deutsch­land­fah­ne zu se­hen ist, sei­ner ver­spie­gel­ten Schwimm­bril­le und der hauch­dün­nen Ba­de­ho­se mit Car­bon­fä­den sieht er aus wie ein Pro­fi.

Fe­lix kann es kaum er­war­ten, wie­der ins Was­ser zu kom­men und Brust­schwim­men zu üben – um sei­nen Bru­der ir­gend­wann über­tref­fen zu kön­nen.

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