An­ti­se­mi­tis­mus-Streit: Frak­ti­on der AfD in Stutt­gart spal­tet sich

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

STUTT­GART (RP) Die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche AfD-Frak­ti­on zer­bricht im Streit über An­ti­se­mi­tis­mus-Vor­wür­fe ge­gen ei­nes ih­rer Mit­glie­der. AfD-Chef Jörg Meu­then so­wie zwölf wei­te­re Ab­ge­ord­ne­te ver­lie­ßen ges­tern die Frak­ti­on. „Wir be­dau­ern aus­drück­lich, die Tren­nung voll­zie­hen zu müs­sen“, sag­te Meu­then. Grund sei der Kon­flikt um den Ab­ge­ord­ne­ten Wolf­gang Ge­de­on. Bei ei­ner neu­en Ab­stim­mung über des­sen Aus­schluss aus der Frak­ti­on sei die nö­ti­ge Zwei­drit­tel­mehr­heit nicht zu­sam­men­ge­kom­men.

Ge­de­on wird An­ti­se­mi­tis­mus vor­ge­wor­fen. In ei­nem Buch be­zeich­ne­te er ver­ur­teil­te Neo­na­zis als po­li­tisch ver­folg­te „Dis­si­den­ten“und un­ter­stell­te der Recht­spre­chung „zio­nis­ti­schen Ein­fluss“. Am Abend ver­kün­de­te Ge­de­on sei­nen Aus­tritt aus der Frak­ti­on. Er hof­fe, da­durch die Spal­tung sei­ner Frak­ti­on noch zu ver­hin­dern, sag­te er der dpa. Meu­then be­kräf­tig­te je­doch nach Ge­de­ons Er­klä­rung: „Der Frak­ti­ons­bruch ist rechts­kräf­tig.“

Die AfD hat 23 der 143 Sit­ze im Land­tag. Die 13 Aus­ge­tre­te­nen wol­len zu­nächst als ei­gen­stän­di­ge Ab­ge­ord­ne­te wei­ter­ar­bei­ten. Ziel sei aber der Auf­bau ei­ner neu­en Frak­ti­on, sag­te Meu­then. Der AfD-Bun­des­vor­stand dis­tan­zier­te sich von al­len Mit­glie­dern der Frak­ti­on, die nicht mit Meu­then ge­hen. Die Bun­des­par­tei er­ken­ne nur die Grup­pe um Meu­then als Ver­tre­ter der AfD im Land­tag an. Man miss­bil­li­ge aufs Schärfs­te, dass Frak­ti­ons­mit­glie­der den Aus­schluss Ge­de­ons ver­hin­dert hät­ten.

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