Frank­reich freut sich auf das Du­ell mit der DFB-Elf

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FUßBALL-EM 2016 - VON CHRIS­TI­NE LONGIN

PARIS „Dies­mal glau­ben wir dar­an“, ti­telt die Zei­tung „Le Pa­ri­si­en“am Mon­tag. Ge­meint ist nach dem Sieg der fran­zö­si­schen Na­tio­nal­mann­schaft ge­gen Is­land auch der Er­folg ge­gen die DFB-Elf mor­gen. Doch geht es für die Fran­zo­sen um mehr als nur das sport­li­che Er­geb­nis. „Auf die­ses Halb­fi­na­le war­ten wir seit ei­ner Ewig­keit“, schreibt die Bou­le­vard­zei­tung. Ge­nau­er ge­sagt seit 34 Jah­ren, seit je­ner Nacht von Se­vil­la, die in Frank­reich im kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis wei­ter­lebt.

„Das war mei­ne schlimms­te Er­in­ne­rung mit den Bleus“, sag­te Prä­si­dent Fran­cois Hol­lan­de vor zwei Jah­ren bei der WM. Un­ver­ges­sen ist die Be­geg­nung vor al­lem we­gen des bö­sen Fouls von To­ni Schu­ma­cher an dem fran­zö­si­schen Ver­tei­di­ger Patrick Bat­tis­ton, der be­wusst­los vom Platz ge­tra­gen wur­de.

Von Re­van­che will Trai­ner Di­dier De­schamps aber nicht spre­chen. Das Mit­glied der fran­zö­si­schen Welt­meis­ter­elf von 1998 kon­zen­triert sich wie sein deut­scher Kol­le­ge Joa­chim Löw auf die Ge­gen­wart. Die Spie­ler, die am Don­ners­tag im Sta­de Vé­lo­dro­me in Mar­seil­le auf­lau­fen, sind 1982 oh­ne­hin noch nicht ein­mal ge­bo­ren ge­we­sen. „Die Fran­zo­sen sind al­les an­de­re als nach­tra­gend“, be­merkt der So­zio­lo­ge Al­brecht Sonn­tag in „Le Mon­de“. Auf die Fra­ge, wel­che Mann­schaft schnell aus dem Tur­nier aus­schei­den soll­te, wur­de Deutsch­land kaum ge­nannt. Be­son­ders nied­rig sei der An­teil un­ter den un­ter 30Jäh­ri­gen. Und auch bei den über 40Jäh­ri­gen lie­ge er nur bei 17 Pro­zent.

Zu­min­dest den jun­gen Fran­zo­sen geht es al­so um ei­nen sport­li­chen Sieg ge­gen ei­ne Mann­schaft, ge­gen die die „Bleus“seit 1958 in kei­nem End­run­den­spiel ge­wan­nen. 1982, 1986, 2014 – die Da­ten der wich­tigs­ten Nie­der­la­gen wer­de im­mer wie­der in Er­in­ne­rung ge­ru­fen. „Wir wer­den end­lich wis­sen, was wir wert sind“, heißt es beim Fern­seh­sen­der BFM. Ri­va­li­tät statt Re­van­che al­so. Die Spie­ler von Joa­chim Löw sind so et­was wie die gleich­alt­ri­gen Ver­wand­ten, an de­nen ei­nen die El­tern ger­ne mes­sen. „Un­se­re lie­ben deut­schen Cou­sins“schreibt der „Pa­ri­si­en“denn auch über den Dau­er­ri­va­len. Spä­tes­tens seit dem 13. No­vem­ber, als At­ten­tä­ter beim Freund­schafts­spiel Deutsch­land-Frank­reich das Sta­de de Fran­ce an­grif­fen, ist die sport­li­che Feind­schaft in den Hin­ter­grund ge­rückt.

„Wir wer­den end­lich wis­sen, was wir wert sind“Fran­zö­si­scher TV-Sen­der BFM über das

Spiel Frank­reich-Deutsch­land

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.