Mehr Kon­zer­ne wer­den von Ökostrom-Um­la­ge be­freit

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (rtr) Die gro­ße Ko­ali­ti­on hat die De­tails zum wei­te­ren Aus­bau der Wind­ener­gie auf See und Aus­nah­men für strom­in­ten­si­ve Un­ter­neh­men fest­ge­legt. Re­gie­rungs­frak­tio­nen und Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ei­nig­ten sich nach An­ga­ben aus Ko­ali­ti­ons­krei­sen auf die Re­form des Er­neu­er­ba­re-Ener­gi­en-Ge­set­zes (EEG) und be­stimm­ten den ge­nau­en Aus­baupfad für die Off­s­horeWind­ener­gie im Über­gangs­zeit­raum von 2021 bis 2025.

Dann sol­len An­la­gen mit ei­ner Ka­pa­zi­tät von 3,1 Gi­ga­watt auf See ge­baut wer­den. Der Über­gangs­zeit­raum war fest­ge­legt wor­den, weil in die­ser Zeit die gro­ßen Strom­lei­tun­gen noch nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, die den Wind­strom nach Sü­den trans­por­tie­ren sol­len.

2021 soll der Zu­bau aus­schließ­lich in der Ost­see statt­fin­den, weil dort be­reits Lei­tun­gen an Land vor­han­den sind. Ab 2026 sol­len jähr­lich 840 Me­ga­watt neu ent­ste­hen. Ziel- mar­ke sind 15 Gi­ga­watt Off­s­horeWind­leis­tung im Jahr 2030. Zu­gleich wur­den die Grö­ßen für den Ein­stieg in die von der EU ge­for­der­ten Aus­schrei­bun­gen auch für Off­s­horePro­jek­te fest­ge­legt. Für die ers­te Aus­schrei­bung am 1. März 2017 sind 1700 Me­ga­watt vor­ge­se­hen. Am 1. März 2018 sol­len wei­te­re 1400 Me­ga­watt aus­ge­schrie­ben wer­den.

Die Här­te­fall­re­ge­lung für strom­in­ten­si­ve Un­ter­neh­men wird aus­ge­wei­tet. Be­stimm­te Fir­men, die bis zum Jahr 2014 von der Ökostro­m­um­la­ge be­freit wa­ren, dann aber die­ses Pri­vi­leg ver­lo­ren, zah­len künf­tig nur noch 20 Pro­zent EEGUm­la­ge, heißt es in der Ver­ein­ba­rung. Ent­spre­chend wer­den die Las­ten für Pri­vat­kun­den und nicht be­frei­te Un­ter­neh­men stei­gen.

Be­schlos­sen wur­de auf Wunsch der SPD auch ein so­ge­nann­tes Mie­ter­strom-Mo­dell. Da­bei sol­len Mie­ter aus haus­ei­ge­nen Ökostrom-An­la­gen Strom be­zie­hen kön­nen, oh­ne da­für ei­ne EEG-Um­la­ge zah­len zu müs­sen. De­tails wur­den nicht fest­ge­legt, Ver­mie­ter und Mie­ter müs­sen die Kon­di­tio­nen frei aus­han­deln. Die Re­gie­rung steht un­ter Zeit­druck, da das Ge­setz noch von der EU ge­prüft und ge­bil­ligt wer­den muss und An­fang 2017 in Kraft tre­ten soll. Für Frei­tag ist die Ver­ab­schie­dung im Bun­des­tag an­ge­setzt. Der Bun­des­rat kann das ÖkostromGe­setz kaum stop­pen, aber er­heb­lich ver­zö­gern.

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