Abi – was nun?

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON TAN­JA KARRASCH

Die Fra­ge, was man nach dem Abitur macht, dürf­te den meis­ten Ab­sol­ven­ten zu den Oh­ren raus­hän­gen. Wir ha­ben sie trotz­dem ge­stellt.

Die Abitu­ri­en­tin­nen des Erz­bi­schöf­li­chen Suit­ber­tus-Gym­na­si­ums Düs­sel­dorf ste­hen in der Abend­son­ne vor dem Ver­an­stal­tungs­saal „Thea­ter der Träu­me“in He­erdt. Sie rie­chen nach Haar­spray und Par­füm, tra­gen lan­ge Abend­ro­ben, die Haa­re hoch­ge­steckt oder ge­lockt. Ih­re Stu­fen­ka­me­ra­den ha­ben sich für Schlips und ge­gen Flie­ge oder an­ders­rum ent­schie­den. Die El­tern sind stolz.

Es ist ein Abend vol­ler Ab­schieds­klän­ge und Zu­kunfts­mu­sik. Hat­te man sich wäh­rend der Schul­zeit über Leh­rer ge­är­gert und sich das En­de der Klau­su­ren her­bei­ge­sehnt, kann das am Tag des Abi­balls schon mal an­ders aus­se­hen. Schließ­lich wird man Mit­schü­ler, die längst Freun­de ge­wor­den sind, und Leh­rer nun nicht mehr so häu­fig se­hen und die Schu­le doch ir­gend­wie ver­mis­sen. 103 Schü­ler ha­ben das Abitur am Suit­ber­tus-Gym­na­si­um be­stan­den. Fa­mi­li­en und Freun­de sind ge­kom­men, um zu ap­plau­die­ren, wenn die Abitu­ri­en­ten ih­re Zeug­nis­se über­reicht be­kom­men.

Und da­nach? Was kommt, wenn die Fei­er vor­bei ist, die fei­nen Klei­der wie­der im Schrank hän­gen und die an­ste­hen­den Som­mer­fe­ri­en nicht Fe­ri­en, son­dern die gro­ße Frei­heit be­deu­ten? Die­se Fra­ge dürf­ten sich die Schü­ler in den letz­ten Wo­chen wohl häu­fig selbst ge­stellt ha­ben. Sie kann ein­fach zu be­ant­wor­ten sein für Schü­ler, die ei­ne Lei­den­schaft oder Be­ga­bung ha­ben, die sich in ei­nen Be­ruf ver­wan­deln lässt. Oder für sol­che, die das, was kommt, lo­cker neh­men und sich erst­mal ei­ne Aus­zeit gön­nen. Sie kann auch quä­lend sein. Aber wer sagt ei­gent­lich, dass man im­mer ei­nen aus­ge­feil­ten Plan ha­ben muss?

Till Mer­becks (18): „Das Abi war Fluch und Se­gen zu­gleich. Zeit­wei­se muss­te ich sehr viel lernen, dann gab es wie­der Pha­sen, in de­nen wir viel frei hat­ten. Aber mit die­ser tol­len Stu­fe ha­be ich das wun­der­bar über­stan­den. Die Schul­zeit ist ein Le­bens­ab­schnitt, auf den ich ger­ne zu­rück­bli­cken wer­de. Jetzt möch­te ich Ar­chi­tek­tur stu­die­ren. Ich ha­be mich in Aa­chen be­wor­ben und so weit sieht es sehr gut aus. In der Zwi­schen­zeit ha­be ich ei­ni­ge Prak­ti­ka ge­plant, um mich auf den Be­ruf vor­zu­be­rei­ten.“

Paul Lie­ten (18): „Das Abitur war sehr span­nend, teil­wei­se ziem­lich schwer. Ich muss­te viel lernen. Jetzt möch­te ich Si­cher­heit und Ge­fah­ren­ab­wehr stu­die­ren. Den Stu­di­en­gang gibt es an ei­ner Hoch­schu­le in Mag­de­burg. Ich ha­be da schon ei­nen Eig­nungs­test ge­macht, der wird bis En­de Ju­li aus­ge­wer­tet. Bis da­hin wer­de ich hier wei­ter­hin bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr ak­tiv sein, da muss ich noch ein paar Fort­bil­dun­gen ma­chen, die Zeit in An­spruch neh­men. Ein Ur­laub ist da­her nicht ge­plant.“

Ga­b­rie­la Ma­tos (18): „Ich ha­be noch kei­nen kon­kre­ten Plan für die Zu­kunft. Des­we­gen möch­te ich erst­mal ins Aus­land ge­hen, zum ,Work and Travel’ nach Aus­tra­li­en. Ich möch­te die Spra­che noch bes­ser lernen und Er­fah­run­gen in ei­nem an­de­ren Land sam­meln. In der Schu­le hat­te ich Pro­ble­me mit Ma­the und Latein, mei­ne Stär­ken sind eher Spra­chen. Deutsch und Eng­lisch zum Bei­spiel. Zu­rück in Deutsch­land könn­te ich mir dann ei­nen Be­ruf im Be­reich Mar­ke­ting oder De­sign vor­stel­len.“

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