DMT zahl­te 1000 Eu­ro Scha­den­er­satz für Fo­to

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON WULF KANNEGIESSER

In ei­ner Bro­schü­re für den Ja­pan­tag hat­te die Stadt­toch­ter ein nicht ge­neh­mig­tes Bild ver­wen­det.

Ins­ge­samt 4000 Eu­ro soll die Düs­sel­dorf Mar­ke­ting & Tou­ris­mus Gm­bH (DMT) jetzt für die Ver­wen­dung ei­nes nicht ge­neh­mig­ten Fo­tos in ei­ner In­fo-Bro­schü­re zah­len. Zum Ja­pan-Tag 2015 hat­te die Stadt­toch­ter ein Falt­blatt mit Tipps zu spe­zi­el­len Ver­an­stal­tungs­or­ten, Ter­mi­nen und Dar­bie­tun­gen her­aus­ge­ge­ben. Da­rin be­fand sich auch ei­ne frü­he­re Auf­nah­me von 2014, auf der ei­ne ja­pa­ni­sche Mut­ter mit ih­rer klei­nen Toch­ter zu se­hen ist. Die­se Mut­ter hat beim Amts­ge­richt jetzt ei­ne Scha­den­er­satz­kla­ge ge­gen die DMT we­gen Ver­sto­ßes ge­gen das all­ge­mei­ne Per­sön­lich­keits- recht er­ho­ben, über die ges­tern ver­han­delt wur­de. Ei­ne Ent­schei­dung soll in drei Wo­chen fal­len.

Als Scha­dens­er­satz hat die DMT die­ser kla­gen­den Mut­ter und de­ren Kind be­reits 1000 Eu­ro für die nicht ge­neh­mig­te Ver­wen­dung je­nes Fo­tos ge­zahlt. Das er­klär­te die Rich­te­rin ges­tern als an­ge­mes­sen. Doch die Klä­ge­rin for­dert auch im Na­men ih­rer klei­nen Toch­ter jetzt noch wei­te­re 3000 Eu­ro. Zu­fäl­lig sol­len Mut­ter und Toch­ter näm­lich auf ei­nem Spiel­platz von an­de­ren El­tern auf je­nes Fo­to in der DMT-Bro­schü­re an­ge­spro­chen wor­den sein. Da­für war ein frü­he­res Fo­to vom Ja­pan-Tag 2014 ge­nutzt wor­den, das die jetzt kla­gen­de Mut­ter mit ih­rem Kind vor ei­ner Men­schen­men­ge zeigt. Der Klä­ger-An­walt be­ton­te al­ler­dings, es gel­te ge­ra­de in der ja­pa­ni­schen Kul­tur als „be­son­ders schwer­wie­gend, als Wer­be­fi­gur ver­ein­nahmt zu wer­den“. Des­halb wol­le sich die kla­gen­de Mut­ter mit dem ge­zahl­ten Be­trag noch nicht ab­fin­den. Zu­mal die Kos­ten für pro­fes­sio­nel­le Mo­dels für sol­che Auf­nah­men er­heb­lich hö­her ge­we­sen wä­ren. Und ob es je ge­lun­gen wä­re, ein op­tisch der­art ge­eig­ne­tes Kind für die Bro­schü­re zu fin­den, sei oh­ne­hin zwei­fel­haft. Auch ge­be es ähn­li­che Fäl­le, in de­nen es um un­er­laubt ver­wen­de­te Auf­nah­men pro­mi­nen­ter Müt­ter und de­ren Kin­der ging. Ob sol­che Auf­nah­men al­ler­dings mit die­sem ak­tu­el­len Fall wirk­lich ver­gleich­bar sind, ist noch nicht ent­schie­den.

Beim Pro­zess­ter­min im Amts­ge­richt wa­ren ges­tern we­der Mut­ter noch Kind an­we­send, bei­de Pro­zess­par­tei­en lie­ßen sich durch An­wäl­te ver­tre­ten. Zwi­schen den Ju­ris­ten un­ge­klärt ist auch noch, in wel­cher Auf­la­ge die 2015-Bro­schü­re er­schie­nen war. Der Klä­ger-An­walt, der die Bro­schü­re als Wer­be-Fly­er be­zeich­net, schätzt sie auf 60.000 Stück. Die DMT-Ge­gen­sei­te sprach da­ge­gen von In­fo-Ma­te­ri­al, das zu­dem in weit ge­rin­ge­rer Auf­la­ge ver­teilt wor­den sei. Ob das aber für die Kla­ge der Mut­ter ent­schei­dend ist, will die Rich­te­rin am 28. Ju­li per Ur­teil ver­kün­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.