Je­der zwei­te Mann ver­wei­gert Un­ter­halt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

BER­LIN (qua) Die La­ge vie­ler Al­lein­er­zie­hen­der ist pre­kär. Wie aus ei­ner Stu­die der Ber­tels­mann-Stif­tung her­vor­geht, le­ben fast ei­ne Mil­li­on Kin­der mit nur ei­nem El­tern­teil von Hartz-IV-Leis­tun­gen. Das be­trifft mehr als ein Drit­tel al­ler Al­lein­er­zie­hen­den. Als ar­muts­ge­fähr­det gel­ten 42 Pro­zent der Al­lein­er­zie­hen­den und ih­re Kin­der. Die­se De­fi­ni­ti­on trifft zu, wenn das Haus­halts­ein­kom­men we­ni­ger als 60 Pro­zent des Durch­schnitts­ein­kom­mens be­trägt.

Wenn El­tern sich tren­nen, blei­ben die Kin­der in neun von zehn Fäl­len bei den Müt­tern. Ur­sa­che für die knap­pe Haus­halts­kas­se der Al­lein­er­zie­hen­den sind aus­blei­ben­de Un­ter­halts­zah­lun­gen und der Um­stand, dass Al­lein­er­zie­hen­de oft in Teil­zeit ar­bei­ten. So gab die Hälf­te der Al­lein­er­zie­hen­den an, kei­nen Un­ter­halt für die Kin­der zu er­hal­ten. Bei wei­te­ren 25 Pro­zent ge­hen die Zah­lun­gen un­voll­stän­dig oder un­re­gel­mä­ßig ein. Wenn der an­de­re El­tern­teil nicht zahlt, springt der Staat mit Un­ter­halts­vor­schuss ein, al­ler­dings für höchs­tens sechs Jah­re und auch nur für Kin­der bis zum Al­ter von zwölf Jah­ren. Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) for­der­te, den staat­li­chen Un­ter­halts­vor­schuss auf das Al­ter von 14 Jah­ren aus­zu­deh­nen. Ihr Res­sort er­klär­te zu­dem, für die Al­lein­er­zie­hen­den sei viel ge­tan wor­den. So er­höh­te die gro­ße Ko­ali­ti­on den Steu­er­frei­be­trag für Al­lein­er­zie­hen­de auf 1908 Eu­ro. Leit­ar­ti­kel Ge­sell­schaft

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