Zä­sur

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

Weg­mar­ken, Mei­len­stei­ne, Neue­run­gen, Ve­rän­de­run­gen gibt es in der Po­li­tik reich­lich. Wer sich ge­bil­de­ter aus­drü­cken will, spricht von ei­ner Zä­sur, so wie ges­tern Fran­zJo­sef Lersch-Men­sche, Chef der NRW-Staats­kanz­lei. Die Ent­schei­dung, den Braun­koh­le­ta­ge­bau Garz­wei­ler II zu ver­klei­nern, sei ei­ne „his­to­ri­sche Zä­sur“, sag­te er. „Zä­sur“be­deu­tet al­ler­dings auch bloß „Ein­schnitt“, be­zie­hungs­wei­se ge­nau­er und mar­tia­li­scher: „Hieb“. Von die­ser Rup­pig­keit ist die en­ge­re Ver­wen­dung des Be­griffs weit ent­fernt, be­zeich­net die Zä­sur doch ei­ne na­tür­li­che Pau­se in ei­nem Vers oder ei­nen Ein­schnitt in ei­nem Mu­sik­stück. Po­li­tik ist zwar manch­mal ei­ne Kunst – aber von der Har­mo­nie klas­si­scher Dich­tung ist der Be­trieb in Düs­sel­dorf oder Ber­lin doch weit ent­fernt. Das ist al­ler­dings auch ganz gut so. fvo

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