Fe­de­rer dreht in Wim­ble­don ein ver­lo­ren ge­glaub­tes Spiel

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

LON­DON (sid) Ro­ger Fe­de­rer wa­ckel­te be­denk­lich, doch er fiel nicht. Nach ei­ner gran­dio­sen Auf­hol­jagd mit drei ab­ge­wehr­ten Match­bäl­len wahr­te der Ra­sen­kö­nig aus der Schweiz die Chan­ce, nach vier Jah­ren auf den Wim­ble­don-Thron zu­rück­zu­keh­ren. Im Vier­tel­fi­na­le be­zwang er Ma­rin Ci­lic aus Kroa­ti­en 6:7 (4:7), 4:6, 6:3, 7:6 (11:9) und 6:3. Nach 3:17 St­un­den zog Fe­de­rer zum elf­ten Mal in sei­ner Kar­rie­re ins Halb­fi­na­le des be­deu­tends­ten Ten­nis­tur­niers der Welt ein.

Dort trifft er heute er­neut auf ei­nen Auf­schlag­rie­sen. Der Ka­na­di­er Mi­los Rao­nic, der im All En­g­land Club von der US-Iko­ne John McEn­roe be­treut wird, setz­te sich ge­gen Sam Qu­er­rey mit 6:4, 7:5, 5:7, 6:4 durch. Der US-Boy hat­te zu­vor Top­fa­vo­rit No­vak Djo­ko­vic (Ser­bi­en) aus­ge­schal­tet. Der sie­ben­ma­li­ge Cham­pi­on Fe­de­rer hol­te zum zehn­ten Mal ei­nen 0:2-Satz­rück­stand auf. „Der Traum geht wei­ter, ich ha­be groß­ar­tig ge­kämpft und ab dem vier­ten Satz toll ge­spielt“, sag­te Fe­de­rer, der mit dem 307. Sieg bei ei­nem der vier Grand-Slam-Tur­nie­re Mar­ti­na Nav­ra­til­o­va über­hol­te und zum er­folg­reichs­ten Spie­ler der Ge­schich­te avan­cier­te.

Im vier­ten Satz war Fe­de­rer drei Mal nur noch ei­nen Punkt vom Aus ent­fernt. Bei Ci­lic’ ers­tem Match­ball (4:5) pro­fi­tier­te Fe­de­rer von ei­nem Re­turn­feh­ler sei­nes Geg­ners nach ei­nem zwei­ten Auf­schlag, beim zwei­ten (5:6) ser­vier­te er ein Ass, beim drit­ten im Tie­break ei­nen Ser­vice-Win­ner.

Das Match nahm dra­ma­ti­sche Zü­ge an, dass selbst Vo­gue-Che­fin und Fe­de­rer-Edel­fan An­na Win­tour in der Box des Schwei­zers kei­ne Rück­sicht mehr auf ih­re Gar­de­ro­be nahm und auf­sprang. Nach sei­nem zwei­ten Break ver­wan­del­te Fe­de­rer we­nig spä­ter sei­nen ers­ten Match­ball – und der ge­sam­te Cent­re Court fei­er­te den Pu­bli­kums­lieb­ling.

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