Die Tricks mit der Chef-Ma­sche

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Kri­mi­nel­le ge­ben sich als Chefs aus und er­beu­ten so Mil­lio­nen-Sum­men.

DÜS­SEL­DORF (dpa) Be­trü­ger ha­ben Un­ter­neh­men bun­des­weit um Mil­lio­nen­be­trä­ge er­leich­tert, in­dem sie sich als de­ren Chefs aus­ga­ben. Das Lan­des­kri­mi­nal­amt NRW warnt vor der „Chef-Ma­sche“, die auch als „CEO-Fraud“(Vor­stands-Be­trug), „Ge­schäfts­füh­rer-Trick“oder „Fa­ke Pre­si­dent“be­zeich­net wird. Wie funk­tio­niert die Ma­sche? Je­mand mel­det sich an­geb­lich „von obers­ter Stel­le“bei ei­nem Mit­ar­bei­ter und drängt zur Ei­le: Für ei­ne Trans­ak­ti­on müs­se drin­gend Geld über­wie­sen wer­den. Selbst­ver­ständ­lich gilt „ab­so­lu­te Dis­kre­ti­on“. Wie ver­schwin­det das Geld? Aus­län­di­sche Kon­ten, be­vor­zugt in Chi­na, Hong­kong oder Ost­eu­ro­pa, wur­den zu­vor un­ter fal­schem Na­men ein­ge­rich­tet und wer­den so­fort leer­ge­räumt, so­bald das Geld da ist. E-Mail-Adres­sen sind ge­fälscht, Han­dy­num­mern nicht nach­ver­folg­bar. Ge­fälsch­te Zah­lungs­an­wei­sun­gen samt Un­ter­schrift und ge­fälsch­te E-Mail-Kor­re­spon­denz gau­keln vor, dass al­les sei­ne Rich­tig­keit hat. Wie kom­men die Tä­ter an In­fos? Im In­ter­net las­sen sich häu­fig In­for­ma­tio­nen über die Fir­ma und die Funk­tio­nen der Mit­ar­bei­ter fin­den. Über So­ci­al Me­dia lässt sich her­aus­fin­den, ob der Vor­stand gera­de im Aus­land und so­mit schlecht er­reich­bar ist. Auch Wirt­schafts­be­rich­te über ge­plan­te Ge­schäf­te, das Han­dels­re­gis­ter oder Wer­be­bro­schü­ren wer­den aus­ge­wer­tet. Manch­mal ru­fen Tä­ter mit un­ter­drück­ter Ruf­num­mer un­ter ei­nem Vor­wand an, um not­wen­di­ge In­fos zu er­hal­ten. Wie ge­hen die Fir­men da­mit um? Ver­ant­wort­li­che in Un­ter­neh­men scheu­en sich häu­fig aus Scham, die Po­li­zei ein­zu­schal­ten. Al­lein in NRW soll es Dut­zen­de Fäl­le ge­ben, der Scha­den geht in die Mil­lio­nen. Wie kön­nen sich Fir­men schüt­zen? Die Kri­mi­nal­po­li­zei rät: Neh­men Sie vor der Über­wei­sung un­be­dingt per­sön­lich Kon­takt mit dem Ge­schäfts­füh­rer oder dem Vor­stands­mit­glied auf. Die Be­trugs­mails wer­den nicht von Fir­men­adres­sen ver­sandt. Über­prü­fen Sie die ge­nutz­te E-Mail-Adres­se ge­nau. Kon­tak­tie­ren sie bei Be­trugs­ver­dacht um­ge­hend die Po­li­zei. Ach­ten Sie dar­auf, wel­che In­fos über Ihr Un­ter­neh­men öf­fent­lich sind, wo und was Sie und Ih­re Mit­ar­bei­ter im Zu­sam­men­hang mit Ih­rem Be­trieb pu­bli­zie­ren. Füh­ren Sie kla­re Ab­we­sen­heits­re­ge­lun­gen und in­ter­ne Kon­troll­me­cha­nis­men ein. Sen­si­bi­li­sie­ren Sie Mit­ar­bei­ter für das Be­trugsphä­no­men.

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