Die Su­per­stars aus Fer­n­ost

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - FERNSEHEN -

Die Ar­te-Do­ku „Dra­gon Girls“stellt star­ke Frau­en aus Fer­n­ost vor.

BER­LIN (dpa) In Asi­en sind sie Su­per­stars, ei­ni­ge von ih­nen ha­ben es bis nach Hol­ly­wood ge­schafft – im Wes­ten ken­nen häu­fig nur In­si­der oder Film­fans ih­re Na­men. Da­bei ge­hört Fan Bing­bing zu den best­be­zahl­ten Schau­spie­le­rin­nen welt­weit. Ih­re aus Ma­lay­sia stam­men­de Kol­le­gin Mi­chel­le Ye­oh war das Bond-Girl in „Der Mor­gen stirbt nie“und spiel­te in „Ti­ger & Dra­gon“die Haupt­rol­le ei­ner Schwert­kämp­fe­rin. Bei dem Os­car-prä­mier­ten Mar­ti­al-Art-Epos mit von der Par­tie war auch Zhang Ziyi, die in Chi­na wohl so gut wie je­der kennt.

Auch in Tai­wan und Ja­pan gibt es Schau­spie­le­rin­nen, Künst­le­rin­nen und Mu­si­ke­rin­nen, die ein mo­der­nes und selbst­be­wuss­tes Frau­en­bild ver­kör­pern. Der Fil­me­ma­cher Yves Mont­ma­y­eur hat sich auf den Weg ge­macht und stellt sie in sei­ner Do­ku „Dra­gon Girls – Lein­wan­dA­ma­zo­nen aus Fer­n­ost“vor.

In Aus­schnit­ten aus „Ti­ger & Dra­gon“(Re­gie: Ang Lee) sieht man, wie Ye­oh durch die Luft wir­belt und mit dem Schwert han­tiert, wie sie Akro­ba­tik und Kampf­kunst ver­eint. Am An­fang sei es nicht ein­fach ge­we­sen in der Män­ner­do­mä­ne Ac­tion­film. „Aber die Zei­ten ha­ben sich ge­än­dert, in Asi­en wird ei­ne weib­li­che Hel­din heute oh­ne wei­te­res ak­zep­tiert“, sagt sie in dem In­ter­view, das be­reits aus dem Jahr 2000 stammt.

Und Zhang Ziyi er­gänzt: „Ich glau­be, du musst als Schau­spie­le­rin ei­nen Pro­zess durch­lau­fen, dich über­win­den, dein Image als schmü- cken­de Blu­men­va­se zer­schla­gen, wenn du das ge­schafft hast, wird al­les viel ein­fa­cher.“15 Jah­re spä­ter trifft Mont­ma­y­eur Mi­chel­le Ye­oh wie­der, die von ih­ren Dreh­ar­bei­ten mit Ja­ckie Chan er­zählt und wie sie ih­re St­unts im­mer noch selbst macht. Die Do­ku zeigt die ent­spre­chen­den Sze­nen da­zu.

Die Do­ku stellt die Chi­ne­sin­nen Fan Bing­bing („X-Men: Zu­kunft ist Ver­gan­gen­heit“) und Zhao Wei („Mu­lan – Le­gen­de ei­ner Krie­ge­rin“) vor, die bei­de für Hol­ly­wood ge- dreht ha­ben. „In mei­nen bis­he­ri­gen Fil­men wie in Red Cliff und Mu­lan ha­be ich ei­ne Rei­he von star­ken mäch­ti­gen Frau­en ge­spielt, auch Feld­her­ren. Wenn man sol­che Rol­len spielt, geht et­was von der Aus­strah­lung und dem Tem­pe­ra­ment auf ei­nen selbst über“, sagt Zhao Wei. Ih­rer Mei­nung nach gibt es in Chi­na noch zu we­ni­ge fe­mi­nis­ti­sche Fil­me. Nicht nur fürs Ki­no dre­hen die bei­den Stars, prä­sent sind sie auch in Wer­be­clips und Hoch­glanz­ma­ga­zi­nen.

In Tai­wan trifft der Fil­me­ma­cher Jen­ny Huang, die als Free Figh­te­rin in ei­nem Kä­fig wie ei­ne Kick­bo­xe­rin ge­gen Geg­ne­rin­nen kämpft. Von ih­rer Fa­mi­lie wird Jen­ny nicht un­ter­stützt, wie sie er­zählt, zu weit weg ist ih­re Le­bens­wei­se von der ei­ner kon­ven­tio­nel­len Frau in dem In­sel­staat. Auch die Sän­ge­rin der Band Ki­no­co Ho­tel ver­bin­det nichts mit der Kli­schee­vor­stel­lung über ei­ne Frau in der ja­pa­ni­schen Ge­sell­schaft. „Ich bin nicht un­ter­wür­fig, ich will be­herr­schen und tun, was ich will“, sagt Ma­ri­an­ne Shi­no­no­me.

Vie­le au­ßer­ge­wöhn­li­che Frau­en aus ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len Sphä­ren kom­men vor, es hät­te der auf­schluss­rei­chen Do­ku­men­ta­ti­on al­ler­dings gut ge­tan, sich auf ei­ne Aus­wahl an The­men und Per­so­nen zu kon­zen­trie­ren. In die 50 Mi­nu­ten ist sehr viel hin­ein­ge­packt, da­durch wirkt „Dra­gon Girls“manch­mal et­was hek­tisch und atem­los.

„Dra­gon Girls“, Ar­te, 22.15 Uhr

FO­TO: DPA

Mi­chel­le Ye­oh spiel­te in „Ti­ger & Dra­gon“und war das Bond-Girl in „Der Mor­gen stirbt nie“.

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