Ka­len­der­blatt 7. Ju­li 1881

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG -

Die Ge­schich­te der Holz­pup­pe, die so ger­ne ein Jun­ge sein woll­te, nahm ih­ren An­fang am 7. Ju­li 1881. An die­sem Tag ver­öf­fent­lich­te der Schrift­stel­ler Car­lo Col­lo­di die ers­te Ge­schich­te über ei­ne spre­chen­de Fi­gur na­mens Pi­noc­chio in der Kin­der­zeit­schrift „Gior­na­le per i bam­bi­ni“. Die klei­nen Fort­set­zungs­ge­schich­ten über den Holz­jun­gen und sei­nen Va­ter Ge­pet­to wa­ren bald so be­liebt, dass Col­lo­di sie in ei­nem Buch zu­sam­men­fass­te: „Die Aben­teu­er des Pi­noc­chio“er­schien 1883. In Deutsch­land muss­ten Kin­der und Er­wach­se­ne noch 22 Jah­re war­ten, bis ei­ne Über­set­zung her­aus­ge­ge­ben wur­de. Die Ge­schich­te be­ginnt mit ei­nem Tisch­ler, der we­gen sei­ner ro­ten Na­se „Meis­ter Kir­sche“ge­nannt wird. Die­ser fin­det ein spre­chen­des Stück Holz, das ihm je­doch nicht ganz ge­heu­er ist. Er gibt es Ge­pet­to, der die Fi­gur ei­nes Jun­gen dar­aus zau­bert. Der fre­che Pi­noc­chio bringt viel Le­ben in den All­tag des al­lein­ste­hen­den Holz­schnit­zers. Ge­pet­to ent­schließt sich, den Klei­nen groß­zu­zie­hen – kei­ne leich­te Auf­ga­be an­ge­sichts des­sen un­ge­stü­men Cha­rak­ters. Ge­pet­to und Pi­noc­chio müs­sen vie­le Aben­teu­er über­ste­hen, in de­nen sie un­ter an­de­rem von ei­nem rie­si­gen Hai oder, je nach Über­set­zung, von ei­nem Wal ver­schluckt wer­den. Doch am En­de ha­ben sich die Träu­me von bei­den er­füllt. Ge­pet­to hat ei­nen klei­nen Sohn – und aus der Holz­pup­pe wird tat­säch­lich ein Jun­ge aus Fleisch und Blut.

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