Geg­ner des Ha­fen-Aus­baus pro­tes­tie­ren bei In­fo-Abend

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON ANDREA RÖHRIG UND BERND SCHUKNECHT

Mit deut­li­chen Wor­ten be­zog Düs­sel­dorfs Ver­kehrs­de­zer­nent Ste­phan Kel­ler ges­tern Abend Stel­lung zum ge­plan­ten Aus­bau des Reis­hol­zer Ha­fens „Wir wol­len als Stadt, dass es wei­ter geht.“Für ihn und die Ver­wal­tung war der gest­ri­ge Ter­min der Früh­zei­ti­gen Bür­ger­be­tei­li­gung mit rund 160 in­ter­es­sier­ten Bür­gern in der Au­la der Jo­seph-Beuys-Schu­le der Start­punkt zur Dis­kus­si­on über ei­ne mög­li­che Rea­li­sie­rung der seit 2012 be­ste­hen­den Pro­jekt-Idee über ei­nen Aus­bau.

Al­ler­dings fand Kel­ler auch ge­gen­über der rot-grü­nen Lan­des­re­gie­rung kla­re Wor­te. Denn die sieht in Holt­hau­sen die Mög­lich­keit, ei­nen Hin­ter­land-Ha­fen mit gro­ßem Con­tai­ner-Um­schlag­platz für die gro­ßen See­hä­fen in Rot­ter­dam oder Ant­wer­pen zu rea­li­sie­ren. „Die Pla­nungs­ho­heit liegt bei der Stadt Düs­sel­dorf und bei nie­man­dem sonst“, mach­te der Ver­kehrs­de­zer­nent deut­lich. Erst mit der nun prä­sen­tier­ten Über­le­gung, wie auf der Flä­che ein Aus­bau der Ha­fen-Funk­tio­nen mit der Ver­la­dung von Schütt-, Schwer-, Flüs­sig­gut und Con­tai­nern dar­ge­stellt wer­den kann so­wie der durch das Ver­kehrs­gut­ach­ten vor­lie­gen­den Be­stä­ti­gung, dass kei­ne ver­kehr­li­chen Be­lan­ge ge­gen ei­nen Aus­bau spre­chen, kön­nen nun die nächs­ten Schrit­te er­fol­gen. Da­zu ge­hö­ren laut der Lei­te­rin des Stadt­pla­nungs­am­tes, Ruth Or­zes­se­kK­rup­pa, auch wei­te­re Gut­ach­ten zu den The­men Lärm, Ver­kehr, Alt­las­ten so­wie Ar­ten­schutz. Um al­le De­tails zu be­leuch­ten, sei man auf die An­re­gun­gen und Hin­wei­se der Be­völ­ke­rung an­ge­wie­sen.

Doch vor al­lem ei­ne Zahl ließ die Zu­hö­rer auf­schre­cken: Be­kommt der Ha­fen ein Con­tai­ner-Ter­mi­nal, dann er­höht sich der Lkw-Ver­kehr im Ha­fen von der­zeit acht auf 1200 am Tag. Pro­fi­tie­ren wür­de von die­ser Zu­nah­me das Hin­ter­land. Dort wür­de sich der Lkw-Ver­kehr – un­ter an­de­rem auch auf den Au­to­bah­nen – um 30 Pro­zent re­du­zie­ren. Von der Zu­nah­me des Ver­kehrs be­trof­fe­ne An­woh­ner ge­be es im Kreu­zungs­be­reich zur Bon­ner Stra­ße, sag­te Or­zes­sek-Krup­pa. Da­für müs­se sich die Stadt Mög­lich­kei­ten über­le­gen, wie die­se ge­schützt wer­den könn­ten.

Ein­mal mehr nutz­ten die Mit­glie­der der Initia­ti­ve Ha­fen­alarm den Ter­min, um deut­lich zu ma­chen, dass sie nichts von den Aus­bau­plä­nen hal­ten. Deut­lich war bei vie­len das Miss­trau­en zu spü­ren, dass der Aus­bau be­reits in St­ein ge­mei­ßelt sein könn­te.

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