Gu­ter Un­ter­richt bis kurz vor Fe­ri­en­start

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS - VON REIN­HARD KOWALEWSKY VON EVA QUADBECK VON MICHA­EL BRÖCKER RUSS­LAND: MER­KEL SETZT AUF . . ., SEI­TE A 4

Der Vor­schlag ei­ner At­test­pflicht für Schü­ler, wenn sie sich un­mit­tel­bar vor den Fe­ri­en krank mel­den, soll­te ernst­haft ge­prüft wer­den: Es scha­det den Schu­len und den Kin­dern, wenn Tau­sen­de Schü­ler dem Un­ter­richt schon vor Fe­ri­en­be­ginn fern­blei­ben, nur weil die El­tern noch ei­nen güns­ti­gen Flug er­gat­tern wol­len. Und es ist un­ge­recht, wenn es fak­tisch die freie Wahl ei­ner Schul­lei­tung ist, ob sie die Durch­set­zung der Schul­pflicht nun wirk­lich ernst nimmt – oder ob sie sich mit fa­den­schei­ni­gen Ent­schul­di­gun­gen bei Fehl­stun­den zum En­de des Schul­jah­res ab­spei­sen lässt.

Gleich­zei­tig muss man das Pro­blem auch re­la­ti­vie­ren: Wenn ein Kind ein­ma­lig in sei­ner gan­zen Schul­lauf­bahn fehlt, weil die Fa­mi­lie früh in die Fe­ri­en fährt, ist das zwar är­ger­lich – aber wich­tig ist nur, dass sich der Vor­fall nicht wie­der­holt.

Die Päd­ago­gen müs­sen sich aber auch be­mü­hen, das Schul­le­ben gera­de in den letz­ten Ta­gen vor den Fe­ri­en at­trak­tiv zu ge­stal­ten: Wenn die No­ten schon fest­ge­legt sind, ist ei­ne gu­te Zeit für Klas­sen­fahr­ten. Pro­jekt­wo­chen mit viel ei­gen­stän­di­ger Ar­beit sind auch ei­ne tol­le Idee. Un­ak­zep­ta­bel ist da­ge­gen, wenn vie­le Klas­sen kurz vor Fe­ri­en fast nichts mehr tun. BE­RICHT LEH­RER: AT­TEST­PFLICHT VOR . . ., TI­TEL­SEI­TE

Es ist trau­rig, dass es der Köl­ner Sil­ves­ter­nacht be­durf­te, bis sich im Bun­des­tag ei­ne po­li­ti­sche Mehr­heit fand, das Se­xu­al­straf­recht zu ver­schär­fen. Schließ­lich ist das Phä­no­men se­xu­el­ler Über­grif­fe nicht sin­gu­lär in der Sil­ves­ter­nacht auf­ge­taucht. Dies pas­siert auch bei Volks­fes­ten, im Kar­ne­val, in Bus­sen und Bah­nen so­wie in Auf­zü­gen. Die Re­form war über­fäl­lig. Sie ist ein ech­ter Fort­schritt.

Vie­le Pro­ble­me blei­ben den­noch: Die recht­li­chen Neu­re­ge­lun­gen wer­den die viel­fäl­ti­gen Ta­ten ge­gen die se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung selbst­ver­ständ­lich nicht ver­hin­dern kön­nen. Der oft schwie­ri­ge und für die Op­fer aber­mals pei­ni­gen­de Be­weis ei­ner Ver­ge­wal­ti­gung wird auch durch die Neu­re­ge­lung nicht leich­ter. Für die Frau­en er­hö­hen sich mit dem Prin­zip „Nein heißt Nein“bei ei­ner Ver­ge­wal­ti­gung und dem neu­en Straf­tat­be­stand Grap­schen aber die Aus­sich­ten, dass die Tä­ter be­langt wer­den. Zu­dem kann von der Ver­schär­fung auch ei­ne Si­gnal­wir­kung aus­ge­hen. Ver­stö­ße ge­gen die se­xu­el­le Selbst­be­stim­mung er­fah­ren ei­ne stär­ke­re ge­sell­schaft­li­che Äch­tung als bis­lang. BE­RICHT BUN­DES­TAG BESCHLIESST: GRAP­SCHEN . .

VÜber­fäl­li­ges Ge­setz

Di­plo­ma­tie für die Nato

or dem Nato-Tref­fen in War­schau kur­sie­ren Be­grif­fe in den Stra­te­gie­pa­pie­ren, die man schon ver­ges­sen hat­te: Nu­klea­re Ab­schre­ckung, Vor­ne­ver­tei­di­gung, Kampf­trup­pen, Ma­nö­ver. Die Nato ver­ge­wis­sert sich nach den Ag­gres­sio­nen Russ­lands ih­rer Iden­ti­tät und Wehr­haf­tig­keit. Ver­ständ­lich.

Aber ist es rich­tig? Die in­ter­na­tio­na­le Po­li­tik, und in der be­wegt sich das Si­cher­heits­bünd­nis, ist ei­ne Büh­ne, auf der Ti­ming und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl zäh­len. Die Be­zie­hung zu Russ­land darf nicht nach­hal­tig be­schä­digt wer­den. Es braucht ei­ne neue Leit­idee für den Nato-Russ­land-Rat. Bei­de Sei­ten müs­sen da­für ver­trau­ens­bil­den­de Maß­nah­men ein­lei­ten. Nur so ge­lingt der Aus­stieg aus der Spi­ra­le von Span­nun­gen, Dro­hun­gen und Be­schimp­fun­gen. Ob die neue Ra­ke­ten­ba­sis in Po­len jetzt zum rich­ti­gen Zeit­punkt kommt, ist frag­lich. Die Nato hat ja auch mit sich selbst zu tun. Man­geln­de Ef­fi­zi­enz bei Ein­sät­zen, asym­me­tri­sche Be­las­tun­gen der Mit­glieds­staa­ten (fi­nan­zi­ell und per­so­nell). Und ei­ne EU, die sich nicht als re­gio­na­le Nato ver­steht, son­dern als Nutz­nie­ßer. Ein neu­es Feind­bild braucht nie­mand. BE­RICHT

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