Bund kommt Län­dern bei Flücht­lings­kos­ten ent­ge­gen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON JAN DREBES

BER­LIN Die Bun­des­re­gie­rung und die Chefs der 16 Bun­des­län­der ha­ben sich nach mo­na­te­lan­gem Streit um die Auf­tei­lung der Flücht­lings­kos­ten auf­ein­an­der zu­be­wegt. Bei ei­nem ge­mein­sa­men Tref­fen gab es ges­tern Abend im Kanz­ler­amt – beim drit­ten Tref­fen zu die­sem The­ma – ei­nen Kom­pro­miss: Die Län­der er­hal­ten vom Bund für die Be­wäl­ti­gung der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den nächs­ten drei Jah­ren ins­ge­samt sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro zu­sätz­lich. Das Geld ist als Zu­schuss zu den In­te­gra­ti­ons­kos­ten der Län­der ge­dacht. Da­mit kön­nen Ki­ta-Plät­ze, Sprach­kur­se, Aus­bil­dun­gen und an­de­re In­te­gra­ti­ons­leis­tun­gen fi­nan­ziert wer­den. CSUChef Horst See­ho­fer sprach nach dem Tref­fen von ei­nem „sen­sa­tio­nel­len Er­geb­nis“.

Der Bund stellt den Län­dern für 2016 bis 2018 ei­ne jähr­li­che In­te­gra­ti­ons­pau­scha­le in Hö­he von zwei Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ver­fü­gung. Zu- dem zahlt der Bund den Län­dern die im In­te­gra­ti­ons­kon­zept für den Woh­nungs­bau in Aus­sicht ge­stell­ten Mit­tel von je­weils 500 Mil­lio­nen Eu­ro für 2017 und 2018 als so­ge­nann­te Kom­pen­sa­ti­ons­gel­der. Die Län­der sol­len dann wie be­reits ver­ein­bart über die Ver­wen­dung für den Woh­nungs­bau be­rich­ten.

Die In­te­gra­ti­ons­pau­scha­le wird dem­nach zu­sätz­lich zur be­reits ver­ein­bar­ten Über­nah­me der flücht­lings­be­ding­ten Mehr­kos­ten für die Un­ter­kunft ge­zahlt. Das sind 2,6

Sol­da­ten Rüs­tungs­aus­ga­ben Zahl der Atom

spreng­köp­fe

(oh­ne Mit­glied USA) Mil­li­ar­den Eu­ro für 2016 bis 2018. Die­ser Be­trag wer­de über ei­ne ent­spre­chen­de Er­hö­hung des Län­der­an­teils an der Um­satz­steu­er an die Län­der wei­ter­ge­ge­ben. Bis Mit­te 2018 soll es un­ter Be­rück­sich­ti­gung der wei­te­ren Ent­wick­lung der Flücht­lings­la­ge ei­ne An­schluss­re­ge­lung ge­ben.

Die Ge­sprä­che über die Neu­ord­nung der Bund-Län­der-Fi­nan­zen ge­rie­ten ges­tern hin­ge­gen er­neut ins Sto­cken. Nach An­ga­ben aus Re­gie­rungs­krei­sen soll es im Herbst

Ei­ne pol­ni­sche Nato-Sol­da­tin prä­sen­tiert bei ei­nem Ma­ri­ne­ma­nö­ver

ei­nen Bo­den-Luft-Ra­ke­ten­wer­fer.

Qua­si auf den letz­ten Drü­cker vor der Som­mer­pau­se gab es ei­ne Ei­ni­gung: Die Län­der er­hal­ten sie­ben Mil­li­ar­den Eu­ro.

ein neu­es Tref­fen ge­ben, auch ein Ar­beits­kreis war im Ge­spräch. An der Run­de sol­len dem Ver­neh­men nach Ver­tre­ter des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums, der Län­der und des Bun­des­ta­ges teil­neh­men. Der Bund wei­gert sich bis­her, die von den Län­dern ge­for­der­ten Mehr­kos­ten von 9,7 Mil­li­ar­den Eu­ro zu tra­gen.

Der ak­tu­el­le Bund-Län­der-Fi­nanz­aus­gleich läuft bis 2019. Da­nach soll es ei­gent­lich kei­nen So­li­dar­pakt für den Os­ten mehr ge­ben. Wenn Bund und Län­der kei­ne Ei­ni- gung fin­den, wird Fi­nanz­mi­nis­ter Schäu­b­le doch wie­der für den Os­ten und für die Län­der Bre­men und Saar­land ei­ge­ne Lö­sun­gen fin­den müs­sen. So­wohl CDU-Par­la­ments­ge­schäfts­füh­rer Micha­el Gros­seBrö­mer als auch CSU-Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt hat­ten in die­ser Wo­che dar­auf ver­wie­sen, dass die Uni­ons­frak­ti­on die For­de­rung der Län­der nicht oh­ne Wei­te­res ak­zep­tie­ren wer­de. Sie be­ton­ten auch, dass der Bun­des­tag über den Haus­halt ent­schei­de.

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