Groß­manns Hüt­te im Vi­sier des Kar­tell­amts

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON ANT­JE HÖNING

Die Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te soll beim Au­to-Stahl-Kar­tell mit­ge­mischt ha­ben.

GE­ORGS­MA­RI­EN­HÜT­TE Bei den Kar­tel­ler­mitt­lun­gen in der Au­to­bran­che sind auch Stahl­her­stel­ler im Fo­kus. Die Er­mitt­lun­gen sol­len sich un­ter an­de­rem ge­gen die Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te (GMH) rich­ten, wie es in Bran­chen­krei­sen heißt. Der Stahl­ko­cher ge­hört zum Im­pe­ri­um von Jür­gen Groß­mann, dem frü­he­ren RWE-Chef und heu­ti­gen Ober­kon­trol­leur der RAG-Stif­tung.

Für Groß­mann wä­re ein Kar­tell­streit ei­ne wei­te­re Bau­stel­le: Die Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te lei­det un­ter der Bran­chen­kri­se und ei­ge­nen Feh­lern, seit 2012 ver­zich­ten Groß­mann und sei­ne Fa­mi­lie auf Aus­schüt­tun­gen. Die Kre­dit­ver­trä­ge ent­hal­ten ent­spre­chen­de Er­klä­run­gen zum frei­wil­li­gen Ver­zicht.

Das Kar­tell­amt woll­te Na­men von Un­ter­neh­men we­der be­stä­ti­gen noch de­men­tie­ren. Die GMH-Spre­che­rin sag­te: „Wir ge­ben kei­ne Stel- lung­nah­me zu den Er­mitt­lun­gen des Kar­tell­am­tes im Edel­stahl­markt und bei den Au­to­mo­bi­lis­ten ab.“Thys­sen­krupp und Salz­git­ter sind nach ei­ge­nen An­ga­ben nicht mit Vor­wür­fen zum Au­to-Stahl-Kar­tell kon­fron­tiert wor­den.

Die Be­hör­de hat am 23. Ju­ni sechs Un­ter­neh­men im Be­reich des Ein­kaufs von Stahl durch die Au­to- und Au­to­zu­lie­fer­in­dus­trie durch­sucht. Da­bei geht es laut Un­ter­neh­mens­an­ga­ben um VW, Daim­ler, BMW, Bosch und ZF. Zu­nächst sah es so aus, dass die Au­to­her­stel­ler zwi­schen 2007 und 2015 Prei­se zu Las­ten ih­rer Stahl­lie­fe­ran­ten ab­ge­spro­chen hat­ten. Doch of­fen­bar ha­ben auch die Stahl­her­stel­ler selbst mit­ge­mischt, wie es nun in der Branche heißt. Da­bei geht es um Prei­se für Schrott, die Teil des Stahl­prei­ses sind und ei­gent­lich re­gel­mä­ßig am Markt er­mit­telt wer­den. Um die­sen Auf­wand zu mi­ni­mie­ren, ha­be man die Prei­se lie­ber ge­mein­sam am Ver­hand­lungs­tisch fest­ge­legt. Aber auch das ist nach den Spiel­re­geln des Wett­be­werbs nicht er­laubt.

Die Be­hör­de be­tont, man ste­he am An­fang der Er­mitt­lung, für je­den gel­te die Un­schulds­ver­mu­tung. Im Fal­le ei­ner Über­füh­rung droht, je nach Schwe­re des Falls, ei­ne Kar­tell­stra­fe von bis zu zehn Pro­zent des re­le­van­ten Um­sat­zes.

FO­TO: DPA

Jür­gen Groß­mann hat vie­le Bau­stel­len in sei­nem Un­ter­neh­men.

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