Deut­sche Bahn ver­liert S-Bahn-Aus­schrei­bung in NRW

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

DÜS­SEL­DORF (ma­xi) Die Bahn muss ei­nen wei­te­ren Rück­schlag im be­völ­ke­rungs­reichs­ten Bun­des­land hin­neh­men. Nach­dem der Staats­kon­zern in NRW be­reits bei der Aus­schrei­bung für das pres­ti­ge­träch­ti­ge Zu­kunfts­pro­jekt Rhein-Ruhr-Ex­press (RRX) das Nach­se­hen hat­te, wird die Bahn ab De­zem­ber 2019 auch nicht mehr für den Be­trieb ei­nes Groß­teils der S-Bahn RheinRuhr zu­stän­dig sein. Wie der Ver­kehrs­ver­bund Rhein-Ruhr (VRR) ges­tern mit­teil­te, wird der fran­zö­si- sche Bahn­be­trei­ber Keo­lis, zu dem die Eu­ro­bahn ge­hört, ab De­zem­ber 2019 die Li­ni­en S1 (Dort­mund–So­lin­gen) und S4 (Dort­mund–Un­na) be­trei­ben. Die Li­ni­en S2 (Dort­mund–Es­sen/Reck­ling­hau­sen), S3 (Ober­hau­sen–Hat­tin­gen), S9 (Ha­gen–Reck­ling­hau­sen/Hal­tern), RB3 (Duis­burg–Dort­mund), RB40 (Ha­gen–Es­sen) und RB41 (We­sel–Wup­per­tal) ge­hen dann an den nie­der­län­di­schen Ver­kehrs­be­trieb Abel­lio. Bei der Bahn ver­blei­ben die Li­ni­en S5, S6, S8 und S11.

„Wir ha­ben hart ge­kämpft und uns gu­te Chan­cen aus­ge­rech­net“, sag­te ein ent­täusch­ter DB-Re­gi­oChef Hein­rich Brüg­ge­mann un­se­rer Re­dak­ti­on. Die Ent­schei­dung sei ein her­ber Schlag für DB Re­gio NRW. „Da­mit wer­den wir ab 2019 nur noch ein Drit­tel un­se­rer bis­he­ri­gen Fahr­leis­tung für die S-Bahn RheinRuhr an­bie­ten.“Der Markt­an­teil in NRW von der­zeit 70 Pro­zent wer­de künf­tig um die 40 Pro­zent lie­gen.

Brüg­ge­mann kün­dig­te an, das Ge­schäfts­mo­dell von DB Re­gio NRW müs­se ge­än­dert wer­den: „Na­tür­lich bleibt wei­ter­hin das Ge­win­nen von Ver­kehrs­ver­trä­gen mit ei­nem brei­ten Leis­tungs­spek­trum un­ser Haupt­au­gen­merk. Aber wir müs­sen uns nun noch stär­ker zu ei­nem Di­enst­leis­ter rund um die Schie­ne ent­wi­ckeln.“Das be­deu­te, nicht nur die In­stand­hal­tung für an­de­re Be­trei­ber zu über­neh­men, son­dern auch An­ge­bo­te für Trans­port­lei­tung, Leit­stel­len, Rei­sen­den­in­for­ma­ti­on oder Not­fall­diens­te zu un­ter­brei­ten.

Noch ha­ben die un­ter­le­ge­nen Un­ter­neh­men – dem Ver­neh­men nach ne­ben DB Re­gio auch Trans­net und Na­tio­nal Ex­press – zehn Ta­ge Zeit, um Wi­der­spruch ge­gen die VRREnt­schei­dung ein­zu­le­gen. „So­bald uns et­was Schrift­li­ches vom VRR vor­liegt, wer­den wir wie all­ge­mein üb­lich die Ein­spruchs­frist nut­zen, um ver­ant­wor­tungs­voll zu prü­fen, ob es An­satz­punk­te für ei­ne Ver­ga­be­be­schwer­de gibt. Das sind wir auch un­se­ren Mit­ar­bei­tern schul­dig“, sag­te Brüg­ge­mann.

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