Ka­len­der­blatt 8. Ju­li 1947

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: AP

Zwei­mal wand­te sich die in der Nä­he von Ros­well sta­tio­nier­te US-Ar­mee am 8. Ju­li 1947 an die Öf­fent­lich­keit. Spek­ta­ku­lär war vor al­lem die ers­te Mel­dung: Man sei im Be­sitz ei­ner „flie­gen­den Un­ter­tas­se“, die auf ei­ner Farm ab­ge­stürzt sein soll­te. Zwei Au­gen­zeu­gen des Ab­stur­zes konn­ten eben­so na­ment­lich be­nannt wer­den wie der Mann, der die Wrack­tei­le ge­fun­den ha­ben woll­te. Doch nur we­ni­ge St­un­den spä­ter ru­der­te die Ar­mee zu­rück. Bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz wur­de dem stau­nen­den Pu­bli­kum mit­ge­teilt, es ha­be sich doch nur um ei­nen Wet­ter­bal­lon ge­han­delt. Seit­dem rei­ßen die Spe­ku­la­tio­nen um den „Ros­well-Zwi­schen­fall“nicht ab. Wur­den dort im Som­mer 1947 tat­säch­lich Ufos ge­sich­tet und ist ei­nes von ih­nen ab­ge­stürzt und ge­bor­gen wor­den? Ha­ben Au­gen­zeu­gen be­ob­ach­ten kön­nen, wie die Lei­chen von Ali­ens ab­trans­por­tiert wur­den? Wa­ren so­gar ei­ni­ge der Au­ßer­ir­di­schen noch le­ben­dig? Oder gibt es doch ei­ne ir­di­sche Er­klä­rung für all die Auf­re­gung? 1995 und 1997 gab die Re­gie­rung von Bill Cl­in­ton (Fo­to) Un­ter­su­chun­gen in Auf­trag. Das Er­geb­nis: Es han­del­te sich um Über­res­te ei­nes Spio­na­ge­bal­lons, der Auf­schluss über das rus­si­sche Atom­pro­gramm ge­ben soll­te. Be­ru­higt hat sich die Dis­kus­si­on seit­dem nicht. Den Ein­woh­nern Ros­wells ist dies wohl egal: Sie pro­fi­tie­ren von dem Ufo-Tou­ris­mus, der ihr ver­schla­fe­nes Kaff re­gel­mä­ßig in ein Mek­ka der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker ver­wan­delt.

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