Mess­dienst ist Fa­mi­li­en­sa­che

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON JU­LIA BRABECK

Der Mi­nis­tran­ten­dienst ist für die Ge­schwis­ter Bran­den­burg Eh­ren­sa­che. Sie ha­ben Spaß dar­an und wol­len das Amt an nächs­te Ge­ne­ra­tio­nen wei­ter­ge­ben.

An­ni­na, Pas­cal und Patrick Bran­den­burg be­fin­den sich in bes­ter Ge­sell­schaft. Seit vie­len Jah­ren sind die Ge­schwis­ter in der Kir­chen­ge­mein­de St. Jo­sef in Rath als Mess­die­ner tä­tig, üben al­so ein Eh­ren­amt aus, das auch schon von vie­len Pro­mi­nen­ten über­nom­men wur­de. Josch­ka Fi­scher, Ste­fan Ra­ab, Hel­mut Kohl, Andrea Nah­les, Tho­mas Gott­schalk, Gün­ther Jauch, Ha­pe Ker­ke­ling, Jo­gi Löw und Chris­toph Ma­ria Herbst ge­hö­ren da­zu.

„Ei­ni­ge Kin­der wer­den Mess­die­ner, weil das schon ein El­tern­teil war, qua­si ei­ne Fa­mi­li­en­tra­di­ti­on fort­ge­setzt wird. Bei uns war das aber nicht der Fall“sagt der 25-jäh­ri­ge Patrick. Er hat sich nach der Erst­kom­mu­ni­on Freun­den an­ge­schlos­sen, die Mess­die­ner wer­den woll­ten und für sei­ne Ge­schwis­ter war es dann schon ganz „nor­mal“eben­falls den Di­enst am Al­tar ver­se­hen zu wol­len.

„An­fangs war es für mich in­ter­es­san­ter, ak­tiv an der Got­tes­dienst­ge­stal­tung teil­zu­neh­men, als nur zu­zu­schau­en. Und bei gut be­such­ten Mes­sen wie zu Os­tern und Weih­nach­ten hat man die bes­ten Plät­ze“, sagt An­ni­na. In­zwi­schen en­ga­gie­ren sich die Ge­schwis­ter vor al­len Din­gen als Mi­nis­tran­ten, da­mit das Amt, das ih­nen sel­ber viel Spaß macht, er­hal­ten bleibt und an die nächs­te Ge­ne­ra­ti­on wei­ter­ge­ge­ben wer­den kann. „Das wird aber im­mer schwie­ri­ger und ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, da im­mer we­ni­ger Kin­der Lust und Zeit da­für ha­ben“, sagt Patrick. Vie­le Jah­re hat er die Lei­tung der Mess­die­ner über­nom­men, be­vor er die Auf­ga­be an sei­nen 23 Jah­re al­ten Bru­der ab­gab. Zu ihr ge­hört es, Ein­satz­plä­ne für die Mi­nis­tran­ten zu er­stel­len und auch neue Mess­die­ner aus­zu­bil­den.

Die­se ler­nen den Ablauf des Got­tes­diens­tes ken­nen, wel­che We­ge ab­ge­schrit­ten wer­den, wann ge­kniet oder ge­stan­den wird, wo man sitzt und wann die Schel­len ge­läu­tet wer­den dür­fen. Klappt das, wer­den die neu­en Mess­die­ner fei­er­lich in ei­nem Got­tes­dienst in das Amt ein­ge­führt. „Da­nach lau­fen die An­fän­ger erst ein­mal nur mit und dann kom­men nach und nach Auf­ga­ben wie die Ga­ben­be­rei­tung, das Tra­gen von Ker­zen und des Weih­rauch­fas­ses hin­zu“, sagt Pas­cal. Letz­te­res ist aber bei vie­len Mi­nis­tran­ten nicht son­der­lich be­liebt, da schon manch ei­nem Ju­gend­li­chen da­von schlecht ge­wor­den ist oder er Kopf­schmer­zen be­kam.

Mess­die­ner wird man in der Re­gel nach der Erst­kom­mu­ni­on im Al­ter von neun oder zehn Jah­ren. „Man kann aber auch viel spä­ter noch Mess­die­ner wer­den. Es gibt ei­gent­lich kei­ne Al­ters­be­gren­zung. Wir hat­ten erst neu­lich ei­ne 14-Jäh­ri­ge, die mit ih­rer klei­nen Schwes­ter zu­sam­men die Aus­bil­dung zur Mess- die­ne­rin ge­macht hat“, sagt Pas­cal. Und Mess­die­ner bleibt man in der Re­gel sein gan­zes Le­ben lang. „Es gibt kei­ne ,Ent­mess­die­ne­rung’. Weih­nach­ten fehl­ten in ei­nem Got­tes­dienst Mi­nis­tran­ten und da sind meh­re­re Er­wach­se­ne spon­tan für den Al­tar­dienst ein­ge­sprun­gen“, sagt Patrick.

Der 14-jäh­ri­ge Ja­kob wur­de von den Bran­den­burgs aus­ge­bil­det und ist ger­ne Mess­die­ner. „Als Mi­nis­trant ge­hö­re ich viel stär­ker zur Ge­mein­schaft da­zu und kann Ver­ant­wor­tung über­neh­men und auch et­was zu­rück­ge­ben. Denn für uns Kin­der und Ju­gend­li­che wer­den auch vie­le An­ge­bo­te ge­macht wie Aus­flü­ge oder auch die Fahrt ins Herbst­la­ger.“

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Patrick (v.l.), An­ni­na und Pas­cal Bran­den­burg sind in der der Kir­chen­ge­mein­de St. Jo­sef in Rath Mess­die­ner.

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