WO­CHE IN DEN STADT­TEI­LEN

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

Vor­bild Ta­kel­garn

Hel­ge Neu­ber und Chris­ti­an Lumm sa­nie­ren und er­wei­tern zur­zeit nicht nur die Rä­um­lich­kei­ten ih­res Thea­ters Ta­kel­garn: Sie sind auch da­bei, ein Teil ih­res Kon­zepts zu ver­än­dern. Und da­mit könn­ten sie auch Vor­bild für an­de­re Kul­tur­ein­rich­tun­gen in der Stadt sein. Denn wenn das pri­vat­fi­nan­zier­te Thea­ter in Fried­rich­stadt im Herbst neu er­öff­net, gibt es ei­ne wich­ti­ge Neue­rung: Für Kin­der wird es kos­ten­lo­se Ver­an­stal­tun­gen ge­ben, weil es wich­tig sei, „dass Kin­der ei­nen Zu­gang zur Thea­ter­kul­tur ha­ben, oh­ne dass die El­tern über ho­he Ein­tritts­prei­se nach­den­ken müs­sen“, er­klärt Lumm.

Fi­nan­zie­ren wol­len die bei­den Thea­ter­lei­ter das un­ter an­de­rem da­durch, dass auch wäh­rend der Som­mer­pau­se ei­ne Be­wir­tung auf der Stra­ßen­ter­ras­se statt­fin­det. Und man fragt sich zwangs­läu­fig: War­um gibt es nicht mehr kos­ten­lo­se An­ge­bo­te für Kin­der in der Stadt und kei­ne zen­tra­le Stel­le/In­ter­net­sei­te, über die man sich dar­über in­for­mie­ren kann?

Man will den vie­len Kul­tur­ein­rich­tun­gen in der Stadt selbst­ver­ständ­lich kein Un­recht tun, denn es gibt ver­schie­de­ne An­ge­bo­te für Kin­der und auch gan­ze Fa­mi­li­en. Im Mu­se­um Kunst­pa­last zah­len Kin­der und Ju­gend­li­che zwi­schen sie­ben und sieb­zehn Jah­ren zum Bei­spiel nur ei­nen Eu­ro Ein­tritt, beim Jun­gen Schau­spiel al­ler­dings sind es sechs Eu­ro, bei Stü­cken im Ca­pi­tol so­gar sie­ben Eu­ro. Bei Pro­duk­tio­nen an der Deut­schen Oper am Rhein zah­len Schü­ler wie­der­um den hal­ben Preis.

Doch ist das wirk­lich schon ge­nug in ei­ner Stadt, die sich im­mer ger­ne als Kul­tur­stadt rühmt?

In Ham­burg gibt es zum Bei­spiel die Web­sei­te www.kul­tur­lot­se.de des gleich­na­mi­gen Ver­eins. Die eh­ren­amt­li­chen Hel­fer re­cher­chie­ren kos­ten­lo­se An­ge­bo­te in der Kul­tur­stadt. „Wir glau­ben dar­an, dass je­der das Ver­gnü­gen ei­ner gu­ten Kul­tur­ver­an­stal­tung er­le­ben soll­te, un­ab­hän­gig von den ei­ge­nen fi­nan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten“, heißt es auf der Web­sei­te.

Das soll­te auch für Düs­sel­dorf gel­ten. Und das soll­te man dann auch rich­tig ver­mark­ten.

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