Azu­bis be­wei­sen ih­ren grü­nen Dau­men

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON SE­BAS­TI­AN KALENBERG RP-FO­TO: HANS-JÜR­GEN BAU­ER

Zehn an­ge­hen­de Flo­ris­ten zeig­ten bei der Ab­schluss­prü­fung in vier Dis­zi­pli­nen in Ger­res­heim ihr Kön­nen.

GER­RES­HEIM Far­ben­fro­he Blu­men­sträu­ße im ro­ma­ni­schen Stil, Be­pflan­zun­gen im In­nen­be­reich nach go­ti­schem Vor­bild und prunk­vol­le Ge­ste­cke, die dem The­ma der Re­nais­sance ent­spre­chen soll­ten: Im Rah­men ih­rer Ab­schluss­prü­fung wir­bel­ten ges­tern zehn an­ge­hen­de Flo­ris­ten durch den Brun­nen­gar­ten vor der Ba­si­li­ka St. Mar­ga­re­ta in Ger­res­heim und ver­such­ten mit ih­ren blu­mi­gen Wer­ken die Prü­fer von ih­ren Fer­tig­kei­ten zu be­ein­dru­cken.

Nach dem dies­jäh­ri­gen Mot­to „Ro­man­tik – Go­tik – Re­nais­sance“muss­ten sich die Aus­zu­bil­den­den in vier Dis­zi­pli­nen un­ter Be­weis stel­len. „Ne­ben der Äs­t­he­tik der Wer­ke wur­den auch die bei­ge­füg­ten Bil­der und Tex­te be­wer­tet“, er­klärt Prü­fungs­aus­schuss­vor­sit­zen­der Man­fred Hoff­mann, der mit „A la ca­sa del fio­re“selbst ein Flo­ris­tik­ge­schäft lei­tet. „Die Aus­zu­bil­den­den sol­len da­mit il­lus­trie­ren, wo sie In­spi­ra­tio­nen und Mo­ti­va­ti­on für ih­re Ar­bei­ten ge­fun­den ha­ben.“Im letz­ten Teil der an­spruchs­vol­len Prü­fung, der so­ge­nann­ten KPA (kom­ple­xe Prü­fungs­auf­ga­be), wur­de ein 90-mi­nü­ti­ges Ver­kaufs­ge­spräch mit den Aus­zu­bil­den­den si­mu­liert, in dem sie nicht nur ih­ren grü­nen Dau­men be­wei­sen muss­ten, son­dern eben­so ih­re Kom­pe­ten­zen im so­zia­len Um­gang mit dem Kun­den.

Un­ter den zehn an­ge­hen­den Flo­ris­ten be­fand sich auch Fran­zis­ka Hill, die am En­de des Ta­ges zu- nächst drei Kreu­ze mach­te, es end­lich hin­ter sich zu ha­ben. Die 22Jäh­ri­ge ar­bei­te­te in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren wie die meis­ten an­de­ren auch in ei­nem Blu­men­la­den, ging mit ih­rer Leis­tung bei der Ab­schluss­prü­fung al­ler­dings hart ins Ge­richt: „Vor al­lem mit mei­nem Strauß war ich ab­so­lut nicht zu­frie- den. Auch die KPA war bei mir nur mit­tel­mä­ßig.“Über ihr Be­ste­hen mach­te sich Fran­zis­ka zwar kei­ne Sor­gen, aber „rea­lis­tisch ein­ge­schätzt, wird es wohl ei­ne No­te zwi­schen drei und vier wer­den“, schätzt die Flo­ris­tik-Aus­zu­bil­den­de ih­re Leis­tung ein. Ih­re Be­geis­te­rung für die Flo­ris­tik wird sie in Zu­kunft aber nur noch pri­vat ne­ben­bei be­trei­ben, da sie nun ei­ne Aus­bil­dung als Er­zie­he­rin be­gin­nen will.

An­ders ge­strickt ist da Da­ni­el Bendl­may­er – er möch­te die Lei­den­schaft zur Blu­men­welt auch wei­ter­hin aus­le­ben. „Ich will auch nicht un­be­dingt den gan­zen Tag in ei­nem Blu­men­la­den ste­hen, aber mit mei- nen Wer­ken auf Events für Be­geis­te­rung sor­gen, das kann ich mir schon vor­stel­len“, wagt Da­ni­el, ei­ner von zwei männ­li­chen Aus­zu­bil­den­den der Grup­pe, ei­nen Blick in die Zu­kunft. Die Prü­fung des 24-Jäh­ri­gen war nach ei­ge­nem Ge­fühl auf je­den Fall zu­frie­den­stel­lend.

Bis mor­gen müs­sen sich Da­ni­el, Fran­zis­ka und Co. aber noch ge­dul­den, erst dann wer­den die Er­geb­nis­se prä­sen­tiert. „Das Prü­fungs­ko­mi­tee be­rät sich de­mo­kra­tisch und wird den Aus­zu­bil­den­den mor­gen ei­ne um­fang­rei­che und de­tail­lier­te Be­wer­tung prä­sen­tie­ren. Wir ha­ben hier ei­ne ho­he Qua­li­tät ge­se­hen, tol­len Ver­kaufs­ge­sprä­chen bei­ge­wohnt und kön­nen da­her vie­le gu­te No­ten ver­tei­len“, freut sich Hoff­mann über die Leis­tun­gen der jun­gen Aus­zu­bil­den­den.

Jen­ny Bär (l.) mit ih­rer Ar­beit „Hoch­zeits­schmuck für ei­nen Tisch“und Fran­zis­ka Hill mit „ge­pflanz­tem Werk­stück“zei­gen im Brun­nen­gar­ten der Ba­si­li­ka St. Mar­ga­re­ta Blü­hen­des.

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