Star­ker Stand­ort Düs­sel­dorf

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON JÜR­GEN GROSCHE

Schon durch ih­re his­to­ri­sche Be­deu­tung als „Schreib­tisch des Ruhr­ge­biets“gilt die Stadt am Rhein als Hoch­burg für Fir­men­käu­fe und -fu­sio­nen. Doch sie muss ih­re Stel­lung ver­tei­di­gen.

Der Raum um Düs­sel­dorf zählt zu den ganz gro­ßen Wirt­schafts­re­gio­nen Eu­ro­pas. „Des­we­gen sind vie­le Be­ra­ter hier; Düs­sel­dorf ist ei­nes der Zen­tren für Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen“, sagt Dr. Mar­cel Ha­ge­mann (CMS Ha­sche Sig­le) beim RP-Wirt­schafts­fo­rum „M&A“. Die Stadt ha­be da­her auf die­sem Ge­biet ei­ne ho­he Ef­fi­zi­enz, fügt Mat­thi­as C. Just (May­land) hin­zu. „Hier funk­tio­niert vie­les, die In­ter­na­tio­na­li­tät ist hoch und der Flug­ha­fen ein wich­ti­ger Stand­ort­fak­tor.“

Die In­ter­na­tio­na­li­tät bie­te ei­ne gu­te Aus­gangs­si­tua­ti­on, das gel­te erst recht aber für die Wett­be­wer­ber Frank­furt und Mün­chen, gibt Dr. Ma­xi­mi­li­an Werk­mül­ler (Lohr + Com­pa­ny) zu be­den­ken. „Ein gu­tes Netz­werk ist da­her wich­tig.“Dr. Jörn-Chris­ti­an Schul­ze (Ar­qis) sieht die­se Ge­fahr eben­falls. „Wir ha­ben auf Grund der At­trak­ti­vi­tät des Stand­orts ei­ne ho­he Be­ra­tungs­qua­li­tät zum Bei­spiel in den Be­rei­chen Fi­nan­ci­al, Le­gal und Steu­ern, wer­den aber mas­siv von Frank­furt und Mün­chen an­ge­grif­fen.“So sei­en die­se Städ­te bei Kon­tak­ten nach Chi­na schon wei­ter. Po­si­tiv für Düs­sel­dorf sei hin­ge­gen, dass die Stadt of­fen für Neu­es sei, wirft Prof. Dr. Tho­mas Druy­en (Sigmund Freud Pri­vat Uni­ver­si­tät) ein: „Krea­ti­ve aus al­ler Welt kom­men nach Düs­sel­dorf, tref­fen auf ei­ne auf­ge­schlos­se­ne Kli­en­tel. Das er­öff­net Chan­cen.“Ein wei­te­rer Vor­teil sei die zen­tra­le La­ge in­mit­ten des Bal­lungs­ge­bie­tes, fügt Horst Pie­pen­burg (Pie­pen­burg – Ger­ling Rechts­an­wäl­te) hin­zu: „Wie ein Gra­vi­ta­ti­ons­feld zieht die Stadt Men­schen und Un­ter­neh­men aus der Re­gi­on an.“Ham­burg und Mün­chen hin­ge­gen müss­ten mit ih­rer In­sel­la­ge klar­kom­men.

Die Stadt am Rhein pro­fi­tie­re mit ih­rem her­vor­ra­gen­den Per­so­nal im­mer noch von ih­rer frü­he­ren Be­deu­tung als Ban­ken­stand­ort, meint Chris­ti­an Nie­der­le (Net­work Cor­po­ra­te Fi­nan­ce). „Für die Fi­nanz­bran­che ist Düs­sel­dorf wei­ter­hin ein gu­ter Stand­ort, da ste­hen wir un­se­ren Bü­ros in Frank­furt und Ber­lin in nichts nach.“Das Fi­nanz­zen­trum ha­be sich aber ver­la­gert, ent­geg­net Chris­ti­an Gran­din (Li­vings­to­ne Part­ners) – und da­mit auch ei­ni­ges im M&ASek­tor. Ban­ken und Fi­nanz­in­ves­to­ren sei­en in Frank­furt und Mün­chen ak­tiv. Die Star­t­up-Sze­ne spie­le in Ber­lin. „In Düs­sel­dorf schlägt aber nach wie vor das in­dus­tri­el­le Herz“, be­tont Gran­din. Fol­ge sei ei­ne brei­te Streu­ung von po­ten­zi­el­len Kun­den.

Mo­ni­ka Zi­en­ke (Deut­sche Bank) war über­rascht über die ho­he Dich­te an Hid­den Cham­pi­ons, als sie vor acht Jah­ren nach Düs­sel­dorf kam. „Es gibt hier vie­le in­ter­es­san­te mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men. Kun­den­nä­he wird von ih­nen ge­schätzt.“

Ei­ne Ge­fahr schließt Druy­en für den Stand­ort wie das M&A-Ge­schäft ins­ge­samt aus: „Es wird nicht von Ro­bo­tern über­nom­men. Die Kom­pe­tenz­ver­mu­tung be­zieht sich im­mer noch auf Per­so­nen.“

Düs­sel­dorf ist ei­nes der Zen­tren für Un­ter­neh­mens­trans­ak­tio­nen–vie­le

Be­ra­ter sind ak­tiv „Es gibt hier vie­le

in­ter­es­san­te mit­tel­stän­di­sche Un­ter­neh­men“

Mo­ni­ka Zi­en­ke

Deut­sche Bank

Die Mer­gers & Ac­qui­si­tons-Ex­per­ten sind sich ei­nig: Die In­ter­na­tio­na­li­tät Düs­sel­dorfs bie­te ei­ne gu­te Aus­gangs­si­tua­ti­on für das Trans­ak­ti­ons­ge­schäft.

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