Kri­tik an Schul-Er­lass für Flücht­lings­kin­der

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜS­SEL­DORF (hüw) CDU und FDP ha­ben Schul­mi­nis­te­rin Syl­via Löhr­mann (Grü­ne) auf­ge­for­dert, ih­ren Er­lass zum Un­ter­richt von Flücht­lings­kin­dern zu­rück­zu­neh­men. Die­se könn­ten dem­nach auch oh­ne Deutsch­kennt­nis­se di­rekt in die Re­gel­klas­sen ge­lan­gen. Der Ver­band „Leh­rer NRW“be­klagt, dass das Land die Sei­ten­ein­stei­ger-Klas­sen ab­schaf­fe, in de­nen die­se Kin­der mit Sprach­för­de­rung auf den Un­ter­richt in Re­gel­klas­sen vor­be­rei­tet wür­den. Der Er­lass sei ei­ne Ka­ta­stro­phe. Es sei zu be­fürch­ten, dass „künf­tig Kin­der oh­ne Deutsch­kennt­nis­se ge­mein­sam mit Kin­dern, die in­klu­siv be­schult wer­den müs­sen, und ,re­gu­lä­ren’ Schü­lern in 30-köp­fi­gen Klas­sen sit­zen wer­den“, so die Ver­bands­vor­sit­zen­de Bri­git­te Bal­bach.

Löhr­mann wies die Vor­wür­fe zu­rück: Die Neu­fas­sung des Er­las­ses ver­än­de­re kei­ne be­ste­hen­den Rechts­nor­men oder Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men und ent­spre­che den Be­schlüs­sen der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz. Neu sei, dass die bis­lang als „Auf­fang- oder Vor­be­rei­tungs­klas­sen“be­zeich­ne­ten Lern­grup­pen künf­tig „Sprach­för­der­grup­pen“hei­ßen. Da­mit sol­le den Schu­len „grö­ße­rer Spiel­raum für die fle­xi­ble Gestal­tung ei­nes in­di­vi­du­el­len, am Lern­fort­schritt der Schü­le­rin­nen und Schü­ler ori­en­tier­ten Über­gangs in das Re­gel­sys­tem“ge­ge­ben wer­den.

Tat­säch­lich ist es auch bis­her schon so, dass Flücht­lings­kin­der oh­ne Deutsch­kennt­nis­se so­fort in den Re­gel­un­ter­richt ge­lan­gen kön­nen, so­fern die Be­herr­schung der Spra­che nicht Gr­und­vor­aus­set­zung für ei­nen Lern­er­folg ist. Dies trifft vor al­lem für den Sport-, Mu­sik- und Kunst­un­ter­richt zu.

„Wer­den Flücht­lings­und In­klu­si­ons­kin­der und ,re­gu­lä­re’ Schü­ler in gro­ßen Klas­sen sit­zen?“

Bri­git­te Bal­bach

Vor­sit­zen­de „Leh­rer NRW“

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