BKA lie­fert FBI 299 Ter­ror-Hin­wei­se

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

Die Grü­nen se­hen Da­ten­schutz und Kon­troll­rech­te durch Da­ten­ab­gleich ver­letzt.

BERLIN (jd/may-) Das Bun­des­kri­mi­nal­amt hat der ame­ri­ka­ni­schen Bun­des­po­li­zei FBI Da­ten über 299 Ter­ror­ver­däch­ti­ge in Deutsch­land über­mit­telt. Das geht aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne An­fra­ge der Grü­nen her­vor. Grü­nen-In­nen­ex­per­te Kon­stan­tin von Notz sieht da­mit den Grund­rechts­schutz der Bür­ger und die Kon­troll­rech­te des Bun­des­ta­ges ver­letzt.

In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) hat­te im Mai in Washington ein Ab­kom­men un­ter­zeich­net, das im Kampf ge­gen den Ter­ro­ris­mus die Zu­sam­men­ar­beit ver­bes­sern und da­zu füh­ren soll, „mehr In­for­ma­tio­nen über Ver­däch­ti­ge ge­gen­sei­tig aus­tau­schen zu kön­nen“.

We­ni­ge Wo­chen spä­ter hat das zum ame­ri­ka­ni­schen FBI ge­hö­ren­de „Ter­ro­rist Scree­ning Cen­ter“vom BKA laut Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung den Na­men, das Ge­burts­da­tum, die Num­mer von Rei­se­do­ku- men­ten und An­ga­ben zur Staats­bür­ger­schaft von 159 Deut­schen und 140 Aus­län­dern er­hal­ten, die als „Ge­fähr­der“oder „Re­le­van­te Per­so­nen“ge­führt wer­den. Dar­un­ter sei­en kei­ne, ge­gen die be­reits er­mit­telt wird, weil sie die Ter­ror­mi­liz Is­la­mi­scher Staat un­ter­stützt ha­ben sol­len. Viel­mehr sei die Ein­stu­fung

Kon­stan­tin von Notz (Grü­ne) in den Bun­des­län­dern „prä­ven­tiv­po­li­zei­lich“er­folgt. Es han­delt sich al­so um Per­so­nen, die vor­sorg­lich im Zu­sam­men­hang mit Ter­ro­ris­mus­ge­fah­ren re­gis­triert wur­den.

Der Da­ten­aus­tausch wer­de pe­ri­odisch ak­tua­li­siert, teilt die Bun­des­re­gie­rung mit. Wie vie­le Per­so­nen- da­ten das FBI im Ge­gen­zug lie­fer­te, be­hält sie für sich. Hier ha­be das Ge­heim­hal­tungs­in­ter­es­se der Re­gie­rung Vor­rang vor dem In­for­ma­ti­ons­in­ter­es­se des Par­la­men­tes.

Die Grü­nen wol­len sich da­mit nicht zu­frie­den ge­ben. Sie se­hen Ver­stö­ße ge­gen Da­ten­schutz­ge­set­ze und die Recht­spre­chung des Ver­fas­sungs­ge­rich­tes und ver­wei­sen dar­auf, dass die Re­gie­rung so­gar das Ab­kom­men selbst ge­heim hält und es nur Ob­leu­te des In­nen­aus­schus­ses ein­se­hen durf­ten. „Die US-Sei­te hat dar­um ge­be­ten, die Ab­spra­che ver­trau­lich zu be­han­deln“, er­klärt das In­nen­mi­nis­te­ri­um.

„Un­zu­rei­chend und ir­re­füh­rend“sei­en die bis­he­ri­gen In­for­ma­tio­nen der Re­gie­rung über das Ver­fah­ren ge­we­sen, kri­ti­siert von Notz. Es han­de­le sich hier um ei­nen „wei­te­ren Ver­such der Bun­des­re­gie­rung, die ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­ten par­la­men­ta­ri­schen Kon­troll­rech­te des Bun­des­ta­ges zu um­ge­hen“.

„Die bis­he­ri­gen In­for­ma­tio­nen der Re­gie­rung sind un­zu­rei­chend und

ir­re­füh­rend“

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