Im Ro­chus­club be­ginnt ei­ne neue Ära

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Der Vor­sit­zen­de Burchard von Ar­nim un­ter­zieht den Tra­di­ti­ons­ver­ein ei­ner Ver­jün­gungs­kur. In der Ten­nis-Bun­des­li­ga star­ten die Gra­fen­ber­ger erst­mals mit Na­mens­spon­sor. Ges­tern gab es ei­nen 5:1-Sieg in Köln. Mor­gen kommt Aa­chen.

Der Ro­chus­club stellt sich neu auf. Das ist not­wen­dig, denn der Ver­lust des in­ter­na­tio­na­len Tur­niers ist ein tie­fer Ein­schnitt. Fast vier Jahr­zehn­te wa­ren die Ten­nis-Welt­stars all­jähr­lich am Ro­lan­der Weg zu Gast. Aus und vor­bei. „Ich hat­te be­fürch­tet, dass mit dem Ver­lust der Nie­der­gang des Sports in un­se­rem Club, aber auch im ge­sam­ten Be­zirk ein­ge­lei­tet wird“, sagt Det­lev Irm­ler, ehe­mals Trai­ner des Da­vis­cup­Team und nun­mehr lang­jäh­ri­ger Te­am­chef des Ro­chus­club. „Aber das ist dank Burchard von Ar­nim nicht der Fall. Seit er Vor­sit­zen­der ist, ent­wi­ckeln wir uns wie­der zu ei­nem rich­ti­gen Sport­club. Er be­wahrt die Tra­di­ti­on, be­lebt den Club aber neu. Es ist ei­ne Freu­de, das zu se­hen.“

Das Lob­lied auf von Ar­nim wird aber auch mit Fak­ten un­ter­mau­ert. Im Club gibt es nicht nur weg­wei­sen­de bau­li­che Ve­rän­de­run­gen, son­dern auch sport­li­che. Wenn Irm­ler da­von be­rich­tet, ge­rät er ins Schwär­men: „Wir ha­ben jetzt ein Fit­ness-Cen­ter mit Blick auf un­se­re herr­li­che An­la­ge. Es wer­den Fit­nessund Ae­ro­bic-Kur­se an­ge­bo­ten, das Schwimm­bad wird viel­fäl­tig ge­nutzt und wir ha­ben ei­ne gu­te Öko­no­mie. Vor al­lem wer­den auch wie­der zahl­rei­che Tur­nie­re und Meis­ter­schaf­ten aus­ge­tra­gen. Die­se Ent­wick­lung hat Burchard von Ar­nim maß­geb­lich in­iti­iert und vor­an­ge­trie­ben – oh­ne un­se­re tra­di­tio­nel­le Grund­ord­nung auf­zu­ge­ben.“Letz­te­res ist den Mit­glie­dern des 1898 ge­grün­de­ten Clubs be­son­ders wich­tig.

Am auf­se­hen­er­re­gends­ten ist frei­lich die Ent­schei­dung, dass die Bun­des­li­ga­mann­schaft, die jetzt das Aus­hän­ge­schild ist, als All­presan Ro­chus­club auf­schlägt. „Ei­ne sol- che Ent­schei­dung ist in ei­nem kon­ser­va­ti­ven Club sehr un­ge­wöhn­lich“, räumt Irm­ler ein. Der Kon­takt zu dem Na­mens­spon­sor, ei­nem Spe­zia­list für Schaum­cremes für Fuß­pfle­ge, kam über die Agen­tur Jung van Matt zu­stan­de, mit der der Ro­chus­club zu­sam­men­ar­bei­tet. „Das ist aber nicht nur ein Geld­ge­ber, son­dern er ist in un­se­rem fa­mi­liä­ren Club prä­sent und bringt sich ak­tiv ein.“

Tho­mas Neu­bourg vom Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men All­presan will Ide­en ein­brin­gen, die Auf­bruch­stim­mung nut­zen und sieht durch­aus Par­al­le- len zum Ro­chus­club: „Fuß­pfle­ge ist nicht nur für al­te Leu­te oder Frau­en, son­dern für al­le, ge­nau wie Ten­nis. Das macht die­sen Sport so ein­zig­ar­tig.“

Al­ler­dings wird All­presan Ro­chus­club jetzt nicht gleich an die Spit­ze der Bun­des­li­ga stür­men. Der Klas­sen­er­halt ist das Ziel, was auf­grund des Etats ver­ständ­lich ist. Laut Irm­ler ver­fü­gen die Meis­ter­schafts­fa­vo­ri­ten über ei­nen Etat in Hö­he von gut 500.000 Eu­ro, die Mit­tel­fel­daspi­ran­ten über rund 300.000 Eu­ro, die Ab­stiegs­kan­di­da­ten über rund 200.000 Eu­ro, und zu letz­te­rer Grup- pe ge­hö­ren die Düs­sel­dor­fer – noch. „Die­ses Jahr geht es nur ums Über­le­ben, da­nach wird un­ser Netz­werk für mehr Sta­bi­li­tät sor­gen.“

Ges­tern fei­er­te das All­presan Ro­chus­club Bun­des­li­ga­team sei­nen zwei­ten Sieg im zwei­ten Spiel. Dem 4:2-Heim­sieg ge­gen den deut­schen Meis­ter Blau-Weiß Hal­le folg­te ges­tern ein 5:1-Er­folg bei Rot-Weiß Köln. Da­mit kommt es mor­gen (11 Uhr) zum Spit­zen­spiel, wenn der Ro­chus­club am Ro­lan­der Weg Kur­haus Lam­bertz Aa­chen er­war­tet, das eben­falls noch un­ge­schla­gen ist.

FOTO: HOMÜ

Mats Mora­ing ge­wann ges­tern in Köln so­wohl Ein­zel als auch Dop­pel und avan­cier­te zum Match­win­ner des Ro­chus­club.

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