Land er­höht Zahl der Di­gi­tal­zen­tren

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON REIN­HARD KOWALEWSKY

Da­mit Köln nicht leer aus­geht, wird es nun sechs statt fünf Zen­tren ge­ben.

DÜS­SEL­DORF NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) hat ei­nen raf­fi­nier­ten Weg ge­fun­den, um sich Streit um För­der­mil­lio­nen für ge­plan­te neue Di­gi­tal­zen­tren vom Hals zu hal­ten: Er hat ent­schie­den, dass es statt der ei­gent­lich aus­ge­schrie­be­nen fünf Bü­ros für die Ver­net­zung von Mit­tel­stand und di­gi­ta­len Grün­der­fir­men sechs sol­cher „Hubs“(Ver­bin­dungs­stel­len) ge­ben soll. Da­mit er­spart das Land sei­ner ein­zi­gen Mil­lio­nen­stadt ei­ne Ab­leh­nung, nach­dem ei­ne Ju­ry die Be­wer­bung von Köln am we­nigs­ten über­zeu­gend un­ter sechs Kon­zep­ten ge­fun­den hat­te. Al­ler­dings muss Köln den An­trag kräf­tig nach­ar­bei- ten, da­mit wirk­lich bis zu 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro in die Dom­stadt flie­ßen kön­nen – auch die an­de­ren Pro­jek­te müs­sen teil­wei­se nach­bess­sern.

Da­mit wer­den nun Aa­chen, Bonn, Düs­sel­dorf, Köln, Müns­ter und das Ruhr­ge­biet je­weils ei­nes der Zen­tren er­hal­ten. In Düs­sel­dorf sind die IHK, die Stadt­wer­ke, die IHK Neuss und Vo­da­fo­ne Part­ner.

Der In­ter­net­ex­per­te Kle­mens Ski­bi­cki, Wirt­schafts­pro­fes­sor in Köln, hält Duins Ent­schei­dung für ver­tret­bar: „Ge­mes­sen dar­an, wie wich­tig die Di­gi­ta­li­sie­rung ist, fin­de ich es nicht falsch, nun eben ein Zen­trum mehr zu för­dern.“Er ver­gleicht die La­ge mit dem Grün­der­geist im Si­li­con Val­ley: „Da wird auch nach dem Prin­zip Ver­such und Irr­tum ge­ar- bei­tet: Die Ka­pi­tal­ge­ber fi­nan­zie­ren erst ein­mal vie­le Mi­ni-Fir­men, aber Ren­ner wer­den kei­nes­wegs al­le.“

Der Chef des CDU-Wirt­schafts­flü­gels in NRW, Hendrik Wüst, freut sich über die vie­len Pro­jek­te, meint aber: „Die Hubs kön­nen nur ein ers­ter Schritt sein. Di­gi­ta­li­sie­rung braucht auch bes­se­re In­fra­struk­tur, neue Schwer­punk­te bei der Be­rufs­bil­dung und ei­ne zeit­ge­mä­ße Re­gu­lie­rung.“

Ab Ok­to­ber/No­vem­ber sol­len die Bü­ros star­ten. Wirk­lich groß wer­den sie erst ein­mal nicht. In­klu­si­ve Ei­gen­mit­teln der Part­ner kommt pro Zen­trum ein Bud­get von ei­ner Mil­li­on Eu­ro im Jahr zu­sam­men – aber es geht ja vor­ran­gig um Be­ra­tung, nicht um ei­ge­ne Ent­wick­lung.

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