Ta­pas-Viel­falt beim Por­tu­gie­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON BIR­GIT WANNINGER

Der Clube Por­tu­gue­se hat ei­ne wei­te­re Nie­der­las­sung. Schräg ge­gen­über gibt es ei­ne De­pen­dance, in der vor al­lem Ta­pas an­ge­bo­ten wer­den.

Wer das Re­stau­rant Ca­ve Ta­pas be­tritt, kommt beim ers­ten Be­such aus dem Stau­nen kaum her­aus. Han­delt es sich um ein Mu­se­um, ei­nen An­ti­qui­tä­ten­la­den oder Ähn­li­ches? Auf je­den Fall hat ein Jä­ger und Samm­ler das Re­stau­rant ein­ge­rich­tet.

Zwi­schen Kitsch und Kunst, wit­zi­gen Ide­en und üp­pi­gen Or­na­men­ten ist al­les ver­tre­ten. Da hän­gen dut­zend­wei­se Kür­bis-Ge­fä­ße an der De­cke, eben­so wie bau­chi­ge Wein­fla­schen mit Korb um­wi­ckelt und al­te Ei­mer. In ei­ner Ecke be­tet ei­ne Ma­don­na, um­ringt von bren­nen­den Ker­zen. Pla­ka­te in schril­len Far­ben kle­ben an der Wand und es sta­peln sich zu wah­ren Skulp­tu­ren vie­le Sar­di­nen­büch­sen in un­ter­schied­li­chen Far­ben. Die Do­sen kann der Gast ru­hig be­rüh­ren. Sie kip­pen nicht um, denn sie sind zu­sam­men ge­klebt. Auch ei­ne Art von Kunst.

Die üp­pi­ge Ein­rich­tung trägt die Hand­schrift von Ar­man­do Cor­tes, der die De­ko­ra­ti­on auf dem Floh­markt hier oder auf Floh­märk­ten in Por­tu­gal ge­kauft hat. Cor­tes ist ei­ner von drei Part­nern, die die Mut­ter al­ler por­tu­gie­si­schen Re­stau­rants in Düs­sel­dorf, den Clube Por­tu­gue­se und im Schwa­nen­hof das Fran­go Por­tu­gues be­trei­ben. Jetzt ha­ben die Drei (Fil­i­pe Ca­s­te­lo, Ar­man­do Cor­tes und Jo­sé Es­t­e­ves) ein drit­tes Re­stau­rant, nur we­ni­ge Me­ter ent­fernt, er­öff­net: das Ca­ve Ta­pas.

Es un­ter­schei­det sich von den bei­den an­de­ren im An­ge­bot. Es gibt haupt­säch­lich Ta­pas. Vie­le mund­ge­rech­te, schmack­haf­te Klei­nig­kei­ten, die we­sent­lich rus­ti­ka­ler zu­be­rei­tet sind als bei­spiels­wei­se in Spa­ni­en. Re­stau­rant-Lei­ter Pau­lo Go­mez emp­fiehlt den Gäs­ten, etap­pen­wei­se die Spei­sen – es sind mehr als 40 im An­ge­bot – zu be­stel­len.

Etap­pen­wei­se heißt: vier auf ein­mal. Sie kom­men auf ei­nem Holz­brett in vier Ton­scha­len auf den Tisch. Wer kei­ne Ta­pas möch­te – es gibt auch por­tu­gie­si­sche Spe­zia­li­tä­ten von der Ta­ges­kar­te. Oder soll­te man bes­ser Tel­ler-Kar­te sa­gen? Denn: Auch das ist wie­der Kunst – die Tel­ler hän­gen wie Ge­mäl­de an der Wand. Auf ih­nen ste­hen die Na- men ak­tu­el­ler Ge­rich­te wie Schwei­ne­me­dail­lon à Ca­ve (22 Eu­ro) mit Speck­röll­chen in Rot­wein. Ei­ne Er­fin­dung von Kü­chen­chef Fer­nan­do Va­so­ce­los. Er wir­belt in der of­fe­nen Kü­che hin­ter Glas her­um und legt Wert dar­auf, al­les frisch und selbst zu­zu­be­rei­ten. So­gar die Sar­di­nen legt er ein. Ob Fleisch, Fisch oder Ve­ge­ta­ri­sches, je­der Gast be­kommt et­was für sei­nen Ge­schmack. Zur Ou­ver­tü­re gibt es Aio­li, Thun­fisch­creme und Oli­ven (4,50 Eu­ro) mit fri­schem Brot nach por­tu­gie­si­schen Re­zept. Am Brot soll­te man sich aber nicht satt es­sen. Es steht noch mehr zu Aus­wahl.

Die Cho­ri­zo in Rot­wein (3,50 Eu­ro) ist kräf­tig ge­würzt, der ge­füll­te Tin­ten­fisch (3,50 Eu­ro) zart und mit leich­ter Wür­ze, bei den Cham­pi­gnons (3,50 Eu­ro) und den Gar­ne­len in Knob­lauch hält das Ge­richt, was es ver­spricht. Fer­nan­do Va­so­ce­los spart nicht mit Knob­lauch. Die in Es­sig ein­ge­leg­te Kra­ke (5,50 Eu­ro) ist wun­der­bar zart, der ro­he Stock­fisch-Sa­lat (3,50 Eu­ro) bleibt je­doch Ge­schmack­sa­che. Fa­vo­rit sind die Ar­ti­scho­cken (4,50 Eu­ro), in Teig ge­wälzt und frit­tiert, das Gan­ze in ei­ner Port­wein-SpeckSo­ße ser­viert, und die di­cken Boh- nen (3,50 Eu­ro) sind ein Muss. Der leicht frit­tier­te Zie­gen­kä­se (3,50 Eu­ro) mit Kür­bis­mar­me­la­de (es kann auch To­ma­ten­mar­me­la­de sein) emp­fiehlt sich für den Schluss. Und wer dann noch Platz hat: Es gibt klas­si­sche Des­serts wie Pas­tel de Na­ta (1,70 Eu­ro) und Milch­reis mit Früch­ten (4 Eu­ro) oder Cheese­ca­ke (5 Eu­ro), al­les et­was an­ders ser­viert – näm­lich im Glas.

RP-FOTO: ANDRE­AS ENDERMANN

Ei­ne recht ei­gen­wil­li­ge Ein­rich­tung hat das Ca­ve Ta­pas.

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