Schwie­ri­ge In­te­gra­ti­on in den Ar­beits­markt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS - VON GRE­GOR MAYNTZ VON THO­MAS REISENER ETHIK-KOM­MIS­SI­ON PRÜFT . . ., SEI­TE A 6 VON GI­AN­NI COS­TA

Ex­per­ten hat­ten es vor­her­ge­se­hen: Je mehr Asyl­an­trä­ge ent­schie­den sind, des­to hö­her wird die Ar­beits­lo­sig­keit un­ter den Flücht­lin­gen. Nun be­stä­tigt das ein ers­ter Trend. 30.000 be­schäf­tig­ten Flücht­lin­gen ste­hen 130.000 ar­beits­lo­se ge­gen­über. Das ist of­fen­sicht­lich nur ein Vor­ge­schmack auf das, was als Zwi­schen­bi­lanz am Jah­res­en­de ge­zo­gen wer­den muss.

Um­so wich­ti­ger ist es, voll­mun­di­gen An­kün­di­gun­gen auch kraft­vol­le Ta­ten fol­gen zu las­sen. Dax-Kon­zern­len­ker hat­ten im Herbst die Qua­li­fi­ka­ti­on vie­ler Flücht­lin­ge ge­lobt. Das sei ge­nau das, was die Un­ter­neh­men in Deutsch­land bräuch­ten. Ein drei­vier­tel Jahr spä­ter schlägt sich das in küm­mer­li­chen 54 An­stel­lun­gen nie­der. Da­ge­gen ha­ben die 180.000 Fa­mi­li­en­be­trie­be we­ni­ger an­ge­kün­digt, aber we­nigs­tens je­der zehn­te hat sein Per­so­nal um fä­hi­ge Flücht­lin­ge er­wei­tert.

Wenn es stimmt, dass auch die jüngs­ten Ge­set­zes­no­vel­len zur bes­se­ren In­te­gra­ti­on die Be­schäf­ti­gungs­hür­den nicht be­sei­ti­gen, dann müs­sen die Vor­schrif­ten nach­ge­bes­sert wer­den. Zu­gleich tut der De­bat­te ei­ne Ver­sach­li­chung gut. Die Her­aus­for­de­rung ist eben nicht mit links zu schaf­fen – aber auch kein Grund, es nicht ver­stärkt an­zu­ge­hen. BE­RICHT ERST 30.000 FLÜCHT­LIN­GE . . ., TITELSEITE

Au­to­no­mes Fah­ren

Der töd­li­che Un­fall ei­nes Tes­la-Pi­lo­ten, der ein selbst­fah­ren­des Au­to tes­ten soll­te, ist ein tra­gi­scher Mo­ment in der Ge­schich­te des Au­to­mo­bil­baus. Aber er recht­fer­tigt nicht die hys­te­ri­sche De­bat­te um die Zu­kunft des au­to­no­men Fah­rens, in der jetzt so­gar ers­te Stim­men ein Ver­bot von Au­to-Pi­lo­ten im Stra­ßen­ver­kehr for­dern.

Der töd­li­che Un­fall er­eig­ne­te sich bei ei­ner Test­fahrt. Er do­ku­men­tiert zwar den im­mer noch un­zu­rei­chen­den Ent­wick­lungs­stand die­ser Tech­nik. Aber er sagt nichts über ih­re zu­künf­ti­ge Si­cher­heit aus, wenn die Ent­wick­lung ei­nes Ta­ges ab­ge­schlos­sen sein wird und ih­re Sys­te­me in Se­rie zum Ein­satz kom­men. Auch bei Test­flü­gen sind schon vie­le Pi­lo­ten ge­stor­ben. Trotz­dem ge­hö­ren Flug­zeu­ge heu­te zu den si­che­res­ten Ver­kehrs­mit­teln über­haupt.

Das au­to­no­me Fah­ren ist der ak­tu­ell wich­tigs­te Trend im Fahr­zeug­bau. Die Tech­nik wird sich durch­set­zen. Wahr­schein­lich wird der Stra­ßen­ver­kehr mit Ro­bo­ter-Au­tos so­gar si­che­rer. Denn 90 Pro­zent al­ler Ver­kehrs­un­fäl­le wer­den durch mensch­li­ches Ver­sa­gen ver­ur­sacht. BE­RICHT

Es gibt mehr als Fuß­ball

Nach der Fuß­ball-EM ist vor dem Bun­des­li­ga­start. In 46 Ta­gen be­ginnt die neue Sai­son. Für die Zeit da­zwi­schen muss na­tür­lich nie­man­dem ban­ge sein, denn mitt­ler­wei­le wer­den selbst Test­spie­le ge­gen Sechst­li­gis­ten live im frei emp­fang­ba­ren Fern­se­hen über­tra­gen. Es gibt ein all­ge­mei­nes Weh­kla­gen über die­se Ent­wick­lung. Vor al­lem Fans al­ler an­de­ren Sport­ar­ten re­gen sich auf.

Da­zu muss man sich al­ler­dings die Quo­ten die­ser Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft an­se­hen. Trotz der oft ver­brei­te­ten Fest­stel­lung, der Spiel­plan des Tur­niers sei so auf­ge­bläht und die Qua­li­tät der Par­ti­en mies ge­we­sen, konn­ten die TV-Sen­der star­ke Zah­len ver­mel­den. Im ZDF schal­te­ten 29,8 Mil­lio­nen Zu­schau­er das Halb­fi­na­le zwi­schen Deutsch­land und Frank­reich ein, selbst Par­ti­en wie die der Équi­pe Tri­co­lo­re ge­gen Is­land sa­hen 18,9 Mil­lio­nen.

Es gibt durch­aus ein Sport­le­ben ne­ben Fuß­ball – Wim­ble­don, Leichtathletik-EM und Chio in Aa­chen. Das Welt­fest des Pfer­de­sports zeigt seit Jah­ren, wie man in ei­ner Ni­sche er­folg­reich sein kann: in­dem man krea­tiv und pro­fes­sio­nell ar­bei­tet. BE­RICH­TE IM SPORT

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